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Einen Roman also, aha.

Obwohl ich selbstredend zur grundsätzlichen Überhöhung meiner eigenen Kreativleistungen neige, schätze ich auch in euphorischen Momenten die Zahl derjenigen, die seit Jahren mit Tränen in den Augen beten, Sascha Lobo möge endlich einen Roman schreiben, als maximal mittelgroß ein. Mein normaler Job als Inhaber einer gutgehenden Frisur ist ja eine Mischung aus Interneterklärung, Kommunikationsgetöse und einer flächig aufgespannten Autorenschaft, die von Kurzbotschaft bis Sachbuch reicht. Literarische Einlassungen waren bis jetzt nicht dabei, auch wenn schlecht gelaunte Kritiker mir vorwerfen mögen, dass die bisherigen Sachbücher ebenfalls ausgedachte Elemente enthielten. Jetzt aber präsentiere ich meinen ersten Roman, er heisst „Strohfeuer“, wie feinstofflich begabte Leser dieses Blogs bereits erahnt haben könnten, und erscheint bei Rowohlt Berlin.

„Warum haben Sie überhaupt einen Roman geschrieben“, wird der eine oder andere fragen, “ – wohnen Sie nicht in Berlin Prenzlauer Berg, wo die MacBook-Festplatten der PR-Beraterinnen, Werbetexter und vorübergehend anderweitig Tätigen voll sind mit Romanfragmenten, Kurzgeschichtenbänden und angefangenen Theaterstücken über das ungeheuere Leid des kreativen Prekariats? Wieso bilden also genau Sie sich ein, einen Roman–“ und an dieser Stelle werde ich den bösartigen Fragesteller unterbrechen und ihn zurechtweisen. Weil ich nämlich nicht vorhabe zu erklären, warum ich einen Roman geschrieben habe. Natürlich soll das Buch unterhaltsam sein, Erbauung mit Fun-Intarsien bieten, dem Leser Erkenntisreichtum andienen und all‘ die anderen Standardautorenziele erfüllen, aber ob das alles auch gelungen ist, muss der Leser entscheiden.

Bevor er es aber entscheiden kann, muss der Leser das Buch erstmal kaufen. Das geht ab dem 17. September in allen Buchhandlungen und im Internet. Gründe für den Kauf möchte ich in den nächsten Wochen auf diesem Blog aufzeigen, verbunden mit einem leicht bis mittelschwer übertriebenen Marketingfeuerwerk, das ich bis zur Buchmesse Anfang Oktober abzubrennen gedenke. Marketingfeuerwerke für Bücher kann man natürlich doof finden oder unterstellen, dass nur schlechte Bücher Marketing bräuchten, aber ich hatte den Eindruck, dass vornehme, intelligente Zurückhaltung in der Kommunikation, Bescheidenheit im Auftritt und allgemeines Understatement charakterlich nicht so recht zu mir passen. Man möchte sich ja auch nicht verbiegen.

Weitere Informationen zu „Strohfeuer“ finden sich unter http://saschalobo.com/strohfeuer – mit dem Trick, meine gesamt Seite zur Buchseite umzubauen, habe ich en passant ein altes Autorenproblem für mich gelöst, nämlich die vielen Social Media-Ruinen im Netz, wenn man Blogs, Facebook-Pages, Twitteraccounts und so fort für jedes Buch einzeln aufsetzt, wie ich das bisher getan habe. Einen ersten Eindruck vom Buch, das natürlich selbst das beste Argument zum Kauf sein sollte, kann man sich mit einer Leseprobe verschaffen, die hier zum PDF-Download bereitsteht. Viel Spaß.

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This Post Has 45 Comments

  1. Wer so blöd ist und dieses Buch kauft, ist selbst schuld.

    Geschrieben von einem New Economisten für New Economisten – zur puren Selbstbeweihräucherung.

    Es gibt wahrlich wichtigeres auf der Welt.

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    gääääähnend langweilig und seeeehr schlecht geschrieben :(

    Mein Tip: nicht kaufen

  3. Finde mich selbst schnell in der Story wieder. Ließt sich herrlich naiv, unkompliziert; man erinnert sich. Sehr human, fast tierisch. Das ebook ist sicherlich interessant, bin ja iPhone Junk. Bravo, Sascha. Ich hasse die Neid-Leute hier wieder mit ihren verpissten Comments. Macht nen Blog oder haltet die Fresse. Aus Berlin, Claudius

  4. Lieber Herr Lobo,

    man kann von ihren Artikeln und ihrer Selbstinszenierung nun halten was man möchte, aber wenn man von ihrer Leseprobe auf das Buch schließen kann (was man ja offensichtlich soll, das ist meinem Verständnis nach schließlich der Sinn einer Leseprobe), dann wundert es mich dass Sie überhaupt einen Verleger gefunden haben.

    Anscheinend genügt es heutzutage, dass – bitte nicht missverstehen – selbst jemand wie Sie, der haupstächlich in der Internet-Szene bekannt und der Breten Masse unbekannt ist, schon ausreichend Popularität besitzt sodass keinerlei Wert auf Inhalt oder Stil gelegt werden muss.

    Ich wünsche ihnen dennoch dass Sie ihre Leserschaft finden und ihr Buch verkaufen werden.

  5. Die Leseprobe erinnert mich an „Soloalbum“. Böse, wenn ich’s nicht kaufe? ;) Aber allen Kritikern sei gesagt: Erstmal selbst sowas schreiben, dann kritisieren. Viel Erfolg!

  6. Sorry Herr Lobo, ich lese gern und viel Bücher, Ihres wird nicht dazu gehören. Ich glaube, dass Sie zukünftig in der Internet-Szene weiterhin viel mehr Erfolg haben werden als im schriftstellerischen Bereich, wünsche Ihnen aber trotzdem alles erdenklich Gute!

  7. Hoffe es klappt alles gut mit der „Situation“. Hoffe Ihr seid für die Lesung vorbereitet wenn wie im Buch der Kollege kommt und sagt: „Wir haben eine Situation ! Gestern haben sich noch mehr
    Leute angemeldet !“ – viel Erfolg!

  8. die leseprobe würde ich sofort von der website nehmen. ich gehe mal davon aus, dass sie jetzt nicht grad die schlechteste passage dafür ausgewählt haben – und das macht angst. natürlich kann dies noch keine buchkritik sein, dazu muss man noch auf einen pdf-scan warten…

  9. Das Deutsche Volk wird nur schlimmer neidisch, pseudo reich und überheblich. Das Netz etabliert sich als Massenmedium, einige bekommen immer noch nichts gebacken und lästern über die Mutigen, oder andere. Dazu mein Beileid. Die Medien haben sich verändert, da muß ich Claudius zustimmen. Die Leute zudem auch. Was bei Bier und Chips geistig am Samstag Abend vor RTL in sich reingefressen wurde, bekommen andere ab, die Herz zeigen. DAS IST ASSOZIAL UND ARM !

  10. Der Leseprobe zu urteilen gehört das wohl in die Kategorie: Schreiben als Selbstherapie und zur Überwindung von traumatischen Erlebnissen. Literaturpreise wird das Werk nicht einheimsen. Mal ehrlich: Ob man Lobo mag oder nicht: In den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass die Medien ihn ernst nehmen. Vorsicht: Das Marketingfeuerwerk kann auch nach hinten losgehen. Das Buch scheint mir das Potential zu haben, das Erreichte zum Einsturz zu bringen.

  11. Ach die Welt Redaktion ist geldgeschmiert, das weiß doch jeder.
    Die Sprache des Buchs trifft nicht den elitären Wortstamm der „Neureichen“. *totlach
    Leute in Wien werden das Buch verachten.
    Aber ich sag Euch eins, das ist wie mit Bohlen.
    Auch der Wiener wird, nach dem er seine Luxusmaske abgelegt hat, doch Lobos Blog lesen, weil er neugierig ist. Und womöglich hat er das poppige Buch selbst auf dem Nachttisch liegen, um zumindest auch mal im Traum „ins Vögeln zu geraten“. SEX SELLS, es gibt keine schlechte Publicity.

  12. Bezüglich ZDF Literaturkritik/Youtube Video:

    Sascha Lobo – der moderne Felix Krull? Bekenntnisse eines Hochstaplers?

    Ich fand schon beide Bücher Sch…. Aber bei Felix Krull musste ich noch wenigstens schmunzeln. ;)

  13. „Erstmal selbst sowas schreiben, dann kritisieren.“
    Klingt für mich nach einem „Mach du es doch besser!“, das man eher an Kindergärten hört. Denn was ist das eigentlich für ’ne dämliche Logik?

    Man darf nichts beurteilen und kritisieren, was man nicht selbst macht? Dafür machen Leute doch etwas beruflich – damit es eben nicht jeder für sich machen muss. Und wenn die Mitmenschen einem sagen, dass man kein Talent hat, dann sollte man eher damit aufhören, als zu argumentieren, dass die Anderen auch nicht besser sind.

  14. Danke, nach der Leseprobe denke ich ich könnte auch einen Roman schreiben. Vielleicht ist der Roman ganz ok, meine Anti-Kommerz-Ressentiments werden mich jedoch davon abhalten es mir zu kaufen.

  15. Herr Lobo, Respekt vor der Schaffung eines Romans. Respekt vor der Fleißarbeit. Ich habe das Buch am Wochenende gelesen und muss sagen…

    …das ich nichts sagen kann. Ich kann es wirklich nicht. Ja, es war leicht zu lesen. Manchmal zu leicht. Es wollte betroffen machen und „nein wirklich“ und „glaub ich nicht“ provozieren und bleib immer bei einem leisen „ach ja“ stecken. Hatte Ihr Denken radikaler und die Bilder stärker erwartet.

    Eventuell waren meine Erwartungen einfach zu hoch.

    Jetzt liegt es hier, leuchtet farblich im Raum herum und macht einen guten Markenjob für Sie. Konsequent die Marke Sascha Lobo. In diesem Falle gilt: Touch the book by it’s cover!

    Ich wünsche viel Erfolg mit dem Buch und auf das der Rubel für die Mühe lässig rollen möge. Es sei Ihnen gegönnt!

  16. @Jörg Kremer: War ja klar, daß ein Werber dieses Buch gut findet. Leicht Kohle verdienen, das ist die Einstellung der meisten Werbefritzen. Und dann den Rest vom Tag auf dem Sonnendeck liegen.

    Ihr Statement: „…auf das der Rübel für die Mühe lässig rollen möge.“

    Ihre Meinung sei Ihnen aber gegönnt. Ich gönne mir, die meinige. ;)

  17. @CHESMOND:
    Zuerst das:
    Wo steht, dass ich das Buch gut finde?
    Dann das:
    Sie sind von Vorurteilen bis zur Gedankenstarre belastet.
    Sie kennen den Alltag eines Werbers nicht.
    Ich kenne niemanden, der so hart arbeitet, wie die Werber, die ich kenne.
    Wer nachhaltig gut sein will, muss in der Branche sehr hart arbeiten.
    Und dann noch dies:
    Lesen Sie doch mal das Buch bevor Sie sich hier mit Fundstücken aus dem Netzt versuchen zu profilieren.
    Das eventuell auch noch:
    Sie sind ein Sack Reis!

  18. @Jörg Kremer: Ich habe die Leseprobe gelesen, das reicht mir.

    Zweitens: Ich weiss sehr wohl, das nachhaltige Weber Workaholics sein können. Ein sehr naher Bekannter hatte eine Werbeagentur (die mit der New Economy verschwand) Jetzt ist er Medienwissenschaftler. Es geht aber nicht darum wie viel sie arbeiten, sondern die Qualität dieser Arbeit. Und deren Nutzen. Ausserdem ist sie meiner Meinung nach viel zu hoch bezahlt.

    Zu keiner Zeit habe ich mich versucht zu profilieren. Profilierungsneurotiker sind andere… (siehe oben)

    Dann bin ich halt ein Sack Reis. Sie Kartoffel! :P

  19. geschehen habe ich ihren Artikel gelesen,mag ich sehr,so habe ich diese geschrieben,danke fuer den Austausch! Prada

    u keiner Zeit habe ich mich versucht zu profilieren. Profilierungsneurotiker sind andere…

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