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	<title>saschalobo.com &#187; Politik</title>
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	<description>Das private Blog von Sascha Lobo</description>
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		<title>Google Street View-Widerspruch-Widerspruch</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 19:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
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		<description><![CDATA[Und zack &#8211; mit der politischen Feinfühligkeit eines betrunkenen Diplodocus teilt die Firma Google unvermittelt mit, dass noch in diesem Jahr Google Street View auch in Deutschland an den Start gehen wird, und zwar in 20 ausgewählten Städten. Das ist &#8211; trotz anderweitiger Verfehlungen ebendieser Internetfirma im Moment &#8211; eine gute Nachricht, denn damit ist [...]]]></description>
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<p>Und zack &#8211; mit der politischen Feinfühligkeit eines betrunkenen Diplodocus teilt die Firma Google unvermittelt mit, dass noch in diesem Jahr <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,711073,00.html">Google Street View auch in Deutschland</a> an den Start gehen wird, und zwar in 20 ausgewählten Städten. Das ist &#8211; trotz <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,710998,00.html">anderweitiger Verfehlungen</a> ebendieser Internetfirma im Moment &#8211; eine gute Nachricht, denn damit ist endlich plakativ die Digitale Öffentlichkeit auf den Weg gebracht. Diese funktioniert zwar nach etwas anderen Regeln als die Analoge Öffentlichkeit, aber solche Veränderungen haben bisher viele Technologien verursacht: der Fotoapparat zum Beispiel hat das Verständnis des Bildes der eigenen Person grundlegend verändert. Wenn man mitten in einer grösseren Menge Menschen in der Öffentlichkeit fotografiert wird, muss man (in den meisten Fällen) akzeptieren, dass das Foto von Dritten ohne Nachfrage verwendet wird. Öffentlichkeit eben.</p>
<p>Das Verständnis des Konzepts der Digitalen Öffentlichkeit (eigentlich wollte ich nach meinem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-72370280.html">SPIEGEL-Streitgespräch zu diesem Thema</a> längst einen Artikel drüber geschrieben haben) ist aber noch nicht besonders weit verbreitet. Unter anderem deshalb hat Frau Ilse Aigner auf ihren <a href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Verbraucherschutz/Internet-Telekommunikation/GoogleStreetview.html">Ministeriumsseiten einen schriftlichen Muster-Widerspruch</a> vorbereitet – für diejenigen, die nicht wollen, dass ihr Haus in Google Street View auftaucht (<a href="http://www.bmelv.de/cln_154/SharedDocs/Downloads/Verbraucherschutz/Internet-Telekommunikation/MusterwiderspruchGoogleStreetview-PDF.html">Link zum PDF</a>). Menschen, die das Konzept der Digitalen Öffentlichkeit nachvollziehen können, halten das <a href="https://twitter.com/schwadroneuse/status/20814655852">für eine mittlere Katastrophe</a> – das eigene Haus nicht in Street View? Eine Fassade soll Privatsphäre sein? Darf jedes Dorf entscheiden, ob es im Atlas veröffentlicht wird?</p>
<p>Die meisten Leute haben zweifellos Nachbarn, denen man einen so schwerwiegenden Eingriff in die Digitale Öffentlichkeit wie einen &#8220;Google Street View Widerspruch&#8221; zutraut. Und genau deshalb biete ich hier den &#8220;Google Street View Widerspruch-Widerspruch&#8221; an. Die Benutzung ist ganz simpel, man füllt das formlose Formular aus und schickt es an Google. Und zwar präventiv, falls man seltsame, offlinige Nachbarn hat, oder als Gegenwiderspruch, wenn man schon von einem Widerspruch weiss. Hier ist der <a href="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/08/widerspruch_widerspruch.pdf">Google Street View Widerspruch-Widerspruch als PDF-Download</a> (unten angefügt ein Screenshot). Er ist dem Otto-Normal-Widerspruch spürbar nachempfunden, hoffentlich ergibt das keine Urheberrechtsprobleme. Man kann den Text auch per Mail an streetview-deutschland@google.com versenden – ich empfehle allerdings, entweder einen Brief zu schicken oder in ein Museum einzubrechen und den Widerspruch per Fax zu senden: auf traditionelle Weise vorgebrachte Offline-Meinungen zählen offenbar mehr als Online-Meinungen. </p>
<p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/08/widerspruch_widerspruch.jpg" alt="" title="widerspruch_widerspruch" width="536" height="757" class="aligncenter size-full wp-image-1848" /></p>
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		<title>Die bescheuerte Musikindustrie und die egoistischen Filesharer</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 12:49:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Creative Industries]]></category>
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		<description><![CDATA[Prolog Anderntags schrieb ich einen Artikel über Flattr und habe dabei einen unverzeihlichen Fehler gemacht: ich habe in einem Nebensatz die widerliche, asoziale, egoistische Handlung des illegalen Downloadens von Musikstücken &#8220;Diebstahl&#8221; genannt. Das ist juristisch zumindest ungenau, auch diskutabel, eventuell träfe &#8220;Erschleichung&#8221; es besser, wer weiss das schon, ich jedenfalls nicht. Wesentlich besser wussten das [...]]]></description>
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<p><strong>Prolog</strong><br />
Anderntags schrieb ich einen <a href="http://saschalobo.com/2010/07/05/warum-ich-nicht-flattre/">Artikel über Flattr</a> und habe dabei einen unverzeihlichen Fehler gemacht: ich habe in einem Nebensatz die widerliche, asoziale, egoistische Handlung des illegalen Downloadens von Musikstücken &#8220;Diebstahl&#8221; genannt. Das ist juristisch zumindest ungenau, auch diskutabel, eventuell träfe &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erschleichen_von_Leistungen">Erschleichung</a>&#8221; es besser, wer weiss das schon, ich jedenfalls nicht. Wesentlich besser wussten das jedoch zwei an sich vernünftige Menschen, nämlich <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/wenn-wir-von-diebstahl-sprechen/">Dirk von Gehlen</a> und auch <a href="http://www.neunetz.com/2010/07/07/denkfehler-sascha-lobo-glaubt-dass-man-immaterielle-gueter-stehlen-kann/">Marcel Weiss</a>, die über ihren Kenntnisvorteil sogleich Artikel geschrieben haben, vom Tenor her ähnlich: Jehova, Jehova, immaterielle Güter kann man gar nicht stehlen, Kampfrhetorik! Wahrscheinlich ist es richtig, hier präziser auf das Wording zu achten, mein Fehler ist also klar ein Fehler &#8211; bezeichnend allerdings, dass Dirk von Gehlen in einem anderen Kontext kein Problem damit hat, immateriellen Werten das Wort Diebstahl anzuhängen, &#8220;<a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/the-cut-and-paste-personality/">Identitätsdiebstahl</a>&#8221; in diesem Fall. Noch interessanter ist, dass Marcel Weiss (zumindest vor einiger Zeit) mit deutlich spürbarer Empörung von &#8220;<a href="http://www.neunetz.com/2007/02/28/das-problem-mit-einigen-deutschen-blogs/">Screenshots klauen</a>&#8221; spricht &#8211; wenn er nämlich selbst irgendwie betroffen sein könnte. Jetzt, wo wir geklärt haben, dass bei allen Beteiligten die lebendige, verwendete Sprache zum Glück nicht der juristisch stets korrekten entspricht, ist es Zeit, mit tatsächlichen Argumenten abseits meiner neckisch-kleinlichen Revanche zum Hauptteil zu kommen, nämlich zu Pest und Cholera, oder um doch nochmal die juristisch korrekten Bezeichnungen zu wählen: zur Musikindustrie und den Filesharern. </p>
<p><span id="more-1792"></span><br />
<strong>Die grauenhafte Musikindustrie</strong><br />
Und schon muss man differenzieren &#8211; natürlich ist nicht die gesamte Musikindustrie bescheuert und grauenhaft. Sondern nur von mir geschätzte 90%, anders gesprochen: die Major Labels und angrenzende Unternehmen samt Lobbyverbänden. Ein wenig muss ich ausholen und nutze die Gelegenheit zu einem eitlen Bekenntnis: eigentlich bin ich der Traumkunde der Musikindustrie. Ich loade nicht illegal down, ich share nicht file, ich respektiere die Haltung des Künstlers, der festlegen möchte, wie und zu welchen Bedingungen und Preisen die von ihm geschaffenen Werke verbreitet werden. Und trotzdem hat sich in mir ein Hass aufgestaut, der noch nicht einmal mit der Generalunterstellung zu tun hat, jeder Kunde sei potenziell kriminell. Sondern ganz schlicht mit dem Zeitdiebstahl (huch, schon wieder immaterieller Diebstahl, verdammt), den die Musikindustrie an mir begeht. Es fängt mit DRM an, dem Digital Rights Management, das mir soviel Lebenszeit geklaut hat, dass ich überlege, eine stundensatzbasierte Rechnung an <a href="http://www.musikindustrie.de/vorstand/">Dieter Gorny</a> zu schreiben und so meine Altersvorsorge auf ein solides Fundament zu stellen. </p>
<p>Dazu kommt, dass ich als normal geistesgestörter Techniknarr im Jahr zwei Handys und anderthalb neue Computer kaufe – und jedesmal gravierende Probleme damit habe, die von mir rechtmäßig erworbene Musik &#8220;freizuschalten&#8221;. Inzwischen gibt es Musikdateien, die ich vor einigen Jahren gekauft habe und auf neuen Geräten nicht mehr abspielen kann, weil die maximale Zahl der Abspielgeräte erreicht ist. Bitte stellen Sie sich an dieser Stelle einen eyjafjallajökullartigen Wutausbruch vor, ich scheine nur unaufgeregt und cool, alles Fassade, ich koche. Auch, dass man alle paar Stunden auf Youtube-Videos stösst, die aus unnachvollziehbaren, also juristisch ausgedachten Gründen &#8220;in meinem Land nicht verfügbar&#8221; sind, hat dazu geführt, dass ich etwa Sony Music boykottiere, die gefühlt für 95% der gesperrten Videoclips verantwortlich sind. Ich kaufe in der Woche etwa für 30 Euro Musik und andere Kulturgüter, meist in Downloads, iTunes, Amazon, und so weiter, wenn mir ein Lied gefällt, das ich irgendwo höre, kaufe ich es. Ausser, wenn es von Sony ist, dann kaufe ich es nicht. Und wenn es das tollste Lied der Welt ist: Sorry, no Sony. Mehr oder weniger alle großen Labels sind so, aber jetzt muss eben Sony unter meinem Boykott leiden, die Speerspitze der Holzwegelagerer.</p>
<p>Die Bescheuertheiten der Musikindustrie gehen noch weiter. Jahrelang war es so, dass man Musikstücke nur legal downloaden konnte, wenn man einen iTunes-Account (oder ähnliches) hatte &#8211; und der wiederum war nur mit einer Kreditkarte zu eröffnen. Ich kenne die Verbreitung von Kreditkarten unter einer der wichtigsten Käufer- wie Filesharer-Gruppe (nämlich den Minderjährigen) nicht. Allzu hoch dürfte sie in Deutschland nicht sein, wo schon nur etwa <a href="http://www.kreditkartenzahlung.net/verbreitung-der-kreditkarte.html">20% der Menschen insgesamt über eine Kreditkarte</a> verfügen. Inzwischen gibt es zwar zum Beispiel für <a href="http://store.apple.com/de/browse/home/giftcards/itunes_cards">iTunes PrePaid-Karten</a> &#8211; allerdings erst ab 15€. Man wird es nicht für möglich halten, wenn man Funktionär der Musikindustrie ist, aber 15 Euro auszugeben, wenn man eigentlich nur ein Lied für 99 Cent haben will und also 14 Euro Kapital auf unbestimmte Zeit zu binden, das ist für manche Menschen ein echtes Problem. Erst recht, wenn man ein begrenztes Taschengeld zur Verfügung hat. </p>
<p>Eine andere gravierende Dummheit der Musikindustrie ist die künstliche Verknappung, darüber hat der zu den <a href="http://carta.info/tag/musikindustrie/">10% Musikindustrievernünftigen gehörende Tim Renner einiges geschrieben</a>. Über viele Jahre war die Marketingmaschinerie der Plattenfirmen darauf ausgerichtet, ein Musikstück zu bewerben, durch Verteilung vorab an die Multiplikatoren einen Hype zu schaffen und dann, wenn nach einigen Wochen die Platten gepresst oder die CDs gebrannt und in den Läden verteilt waren &#8211; dann konnte der Verkauf losgehen. Heute gibt es keinen logistischen und damit logischen Grund mehr, ein digital verfügbares Musikstück über Wochen zurückzuhalten. Es wird trotzdem getan, weil es schon immer so war und die Marketingabteilung glaubt, es ginge irgendwie nicht anders. Der Effekt: ich höre ein tolles Stück im Radio oder sonstwo, finde zum Beispiel mit neuen Tools wie <a href="http://shazam.com">Shazam</a> heraus, was es ist, möchte es begeistert kaufen &#8211; und muss feststellen, dass es erst in soundsoviel Wochen verfügbar ist oder in meinem Land vielleicht auch nie.</p>
<p>All diese Dinge haben dazu geführt, dass ich die Musikindustrie in meinen Augen zu Recht bescheuert nennen kann. Und von der Filmindustrie möchte ich gar nicht erst anfangen, die hat durchaus das Potenzial, noch grauenhaftere Dummheiten zu begehen; jeder, der die ersten zehn unskipbaren Minuten einer rechtmäßig erworbenen DVD voller Mahnungen, verkappter Anschuldigungen und Drohungen mehr als einmal über sich ergehen lassen musste, wird ahnen, wovon die Rede ist. Aber nun zur Gegenseite:</p>
<p><strong>Die egoistischen Filesharer</strong><br />
Auch hier wieder zu Beginn die Relativierung: Filesharing als Technologie ist eine gute Sache, eine intelligente Möglichkeit der Datendistribution &#8211; das ändert sich in dem Moment, wo illegalerweise zum Beispiel Musikdaten verteilt werden. Da ist also diese beschriebene, dämliche Industrie und macht es über Jahre dem nicht besonders wohlhabenden 15jährigen fast unmöglich, legal ein digitales Musikstück im Internet zu kaufen. Er soll gefälligst eine CD kaufen, hinfort, niederes Geschnetz. Die Reaktion des 15jährigen ist zumindest nachvollziehbar: er besorgt sich das Stück irgendwo irgendwie. Irgendwann aber wird der 15jährige erwachsen, vernünftiger, verfügt auch über Geld. Ein Teil dieser Menschen geht den richtigen Weg: damals illegal downgeloadet, als Jugendsünde abgehakt, egal, jetzt kauft man die Stücke halt digital bei iTunes oder Amazon. Ich glaube, dass es sich dabei sogar um die Mehrheit handelt, denn ich halte den Menschen in den meisten Fällen für ehrlich und gut (ja, jetzt nicht lachen). </p>
<p>Ein anderer Teil dieser metaphorischen 15jährigen &#8211; denn auf das Netz bezogen waren wir alle unabhängig vom Alter mal 15, ich auch – geht einen anderen Weg. Er tut das Gleiche wie die Musikindustrie, er redet sich die Realität schön. Oder zumindest ein bisschen schöner. Ein Dieb will niemand sein, natürlich. Benutzt man den von Dirk von Gehlen vorgeschlagenen Begriff &#8220;im digitalen Raum vergütungsfrei konsumierte geistige Schöpfungen&#8221; oder Marcel Weiss&#8217; &#8220;unautorisiertes Filesharing&#8221;, dann hört sich das schon ganz anders an. Das hört sich nicht mehr so schlimm an, wenn man ein Lied nicht klaut, sondern nur, äh, vergütungsfrei, also, unauto- na, dings halt. Aber nicht Diebstahl! Das ist etwas ganz, ganz, GANZ anderes. Wie Marcel Weiss nicht müde wird, an allen <a href="http://www.google.de/#hl=de&#038;source=hp&#038;q=%22marcel+weiss%22+diebstahl&#038;aq=f&#038;aqi=&#038;aql=&#038;oq=&#038;gs_rfai=&#038;fp=e829ce67de7d79fd">Ecken und Enden ins Netz zu schreiben</a>. Das Problem ist: er hat recht. Diebstahl ist ein juristisch gesehen unzulängliches Wort, wenn es um immaterielle Güter geht. Wenn man aber nur dann juristisch genau sein will, wenn es in diesem Moment die illegale Handlung nicht so schlimm erscheinen lassen soll &#8211; dann ist das Pochen auf die juristische Genauigkeit eine sprachliche Verschleierungsmaßnahme und damit zutiefst egoistisch. </p>
<p>Man misst mit zweierlei Maß, je nach dem, auf welcher Seite man steht, wie man am eingangs verlinkten &#8220;Screenshot klauen&#8221;-Beispiel sieht. Der nächste Schritt, nachdem man mit angenehmeren Worten die eigene Missetat umschrieben hat, findet sich dankenswerterweise auch an auslösender Ort und Stelle, nämlich in Form eines Kommentars zum Flattr-Text von &#8220;UrbanP1rate&#8221;, der unglaubliche, aber leider nicht unübliche Dimensionen der Realitätsverschiebung beinhaltet: &#8220;<a href="http://saschalobo.com/2010/07/05/warum-ich-nicht-flattre/#comment-5364">Was aber passiert denn, wenn jemand deine Werke ungefragt verbreitet und dabei sehr wohl deinen Namen nennt? Damit steigert sich deine Bekanntheit. dadurch wirst du wohl auch mehr Zugriffe auf deine Distributionsplattform erhalten. Soll dieser Sharer auch abgemahnt werden? Immerhin hat er ja deinen Umsatz gesteigert. Leute kennen deinen Namen, die ohne diesen Filesharer niemals von dir gehört, gelesen oder sonstwie erfahren hätten.</a>&#8221;</p>
<p>Kurz sacken lassen &#8211; da lädt jemand offensichtlich illegal ein Musikstück herunter, jedenfalls möchte der Urheber dieses Kulturprodukts das nicht &#8211; und dieses ungebührliche, 15jährige Verhalten wird verklärt, ins Gegenteil verkehrt zu einer Unterstützungsleistung eben dieses Künstlers, den man soeben &#8211; beinahe hätte ich fehlerhafterweise &#8220;bestohlen&#8221; gesagt. Das ist das, was ich in den Kommentaren des Flattr-Artikels mit &#8220;Newspeak&#8221; bezeichnet habe; nämlich die sprachliche Umdeutung der Realität in eine Richtung, die einem insgesamt besser in die eigene Weltsicht und das eigene Verhalten hineinpasst. Ein Dieb möchte man nämlich nicht sein &#8211; aber mit ein paar Klicks die Bekanntheit des Künstlers steigern? Da soll er sich doch freuen! Gesteigerte Bekanntheit! Vielleicht kauft es ja am Ende doch jemand, das Stück! Diese Personen sind sich nicht zu schade, die &#8220;Freiheit der Information&#8221; als Generalargument zu benutzen, so als sei etwa die berechtigte Sorge um die Verfügbarkeit wissenschaftlicher Daten im digitalen Raum zu Forschungszwecken gleichzusetzen mit dem vermutlich zu Erbauungszwecken downgeloadeten Lied von Menowin Fröhlich, für das man aus schierem Egoismus keine 99 Cent ausgeben will.  </p>
<p>Freilich gilt meine Argumentation nur, wenn man &#8211; wie ich &#8211; glaubt, dass ein Musikstück ein Kulturprodukt ist, das man als Künstler verkaufen können sollte. Diese Definition ist auch im digitalen Zeitalter nicht überholt, sie muss nur in vielen Facetten feinjustiert werden. Das Copyright ist stark überholungsbedürftig, es stammt im Kern aus einem nichtdigitalen Jahrhundert. <a href="http://www.open-access.net/">Open Access</a> ist ein schönes Beispiel, das zeigt, dass in vielen Bereichen andere, differenziertere Regeln gelten sollten als das plumpe, unflexible Copyright. Aber Kulturarbeit erzeugt ein Kulturprodukt (in der Regel), das durch den Kulturschaffenden oder seine Stellvertreter zum Zweck des Geldverdienes verkäuflich sein sollte, wenn der Kulturschaffende es möchte. Von dieser Maxime bin ich deshalb nicht bereit abzurücken, weil ich sie für die Basis der Kultur als Beruf halte. Ich möchte, dass Musik (auch) von Profis gemacht wird. Der Künstler muss von seinem Werk Leben können, zumindest theoretisch bei einem gewissen Mindesterfolg, und zwar auch ohne T-Shirts zu verkaufen. Alle anderen Haltungen halte ich in ihrer letztendlichen Wirkung für kulturfeindlich.</p>
<p><strong>Conclusio</strong><br />
Da sind zwei extremistische Parteien, die einander gegenüberstehen: die Musikindustrie und die Filesharer (Extremisten sind die jeweils schlimmen Finger darunter). Beide nutzen auch die Sprache, um ihr Tun zu rechtfertigen &#8211; die Musikindustrie zeigt mit dem Wort &#8220;Raubkopie&#8221; (das ich versuche, nicht zu verwenden), in welche sittlichen Ebenen des Verbrechens sie den 15jährigen Filesharer einordnet. Entsprechend kämpft sie dafür, dass von der Netzsperre bis zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Three_strikes#Urheberrecht">Three-Strikes-Regel</a> kein Mittel überzogen scheint, um diese garstigen, gesellschaftsbedrohenden Räuberhorden zu stoppen. Ein einfacher Tipp für die Musikindustrie: mit der konsequenten Verwendung des Begriffs &#8220;Massenmordkopie&#8221; liesse sich vielleicht erreichen, dass im Zuge der Prävention das Internet insgesamt verboten wird. </p>
<p>Auf der anderen Seite sind nicht die Scharfmacher, sondern die Schönredner, auch unter ihnen sind Extremisten, die alles abmildern wollen, alles nicht so schlimm, von &#8220;klauen&#8221; zu sprechen ist juristisch auch falsch und irgendwie profitiert ja auch der Künstler davon, er weiss es bloss nicht. Diese Schönredner sind Egoisten, weil sie nicht bezahlen wollen für das Werk, das andere Leute geschaffen haben und sie sind unehrlich, weil sie eher die Realität verbal verbiegen wollen, als sich einzugestehen, dass sie &#8220;stehlen&#8221;. Oder &#8220;erschleichen&#8221;. Oder wie man auch immer diese verbotene, moralisch fragwürdige Handlung nennen möchte, ohne sie als &#8220;vergütungsfreien Konsum im digitalen Raum&#8221; in buntes Geschenkpapier einzuwickeln. Ein einfacher Tipp für die hartnäckigen Filesharer: wenn man Filesharing so wie <a href="http://saschalobo.com/2010/07/05/warum-ich-nicht-flattre/#comment-5364">UrbanP1rate</a> als Marketingdienstleistung für den Künstler versteht, dann sollte man konsequenterweise für diese Leistung auch Geld verlangen. Also flugs eine Rechnung an das Management derjenigen Künstler geschrieben, die Ihr in den letzten Jahren so downgeloadet und weiterverteilt habt, da kommt doch bestimmt einiges zusammen.</p>
<p>Und jetzt die Überraschung: die beiden extremistischen Pole &#8211; sie brauchen einander. Dringend. Sie bilden eine Art Gleichgewicht des Schreckens wie seinerzeit die Falken in den USA und in der UdSSR. Dieter Gorny braucht UrbanP1rate braucht Dieter Gorny. So haben beide Feindbilder: der eine geht damit in der Politik hausieren und versucht mit schrecklichen Worten und Bildern und Zahlen, die Gesetzgebung in seinem Sinne zu beeinflussen. Der andere rechtfertigt mit diesem grauenvollen Verhalten seine illegalen Handlungen und verklärt diese entweder zur &#8220;Revolution&#8221;, weil die Musikindustrie mit allen Mitteln bekämpft werden muss, oder gar als &#8220;Vorteil für die Künstler&#8221;. Die Falken beider Seiten können nicht ohne einander, das zeigt die Geschichte, und die Leidtragenden sind auf beiden Seiten diejenigen, die Vernunft und Einsicht walten lassen wollen: </p>
<p>Die Musiker und Labels, die im Netz nicht den Feind sehen, aber trotzdem gern Musik verkaufen würden, um davon zu leben. Und die Musikhörer, die gern für Musik bezahlen, wenn man sie bloß zu ihren Rahmenbedingungen lässt &#8211; so wie man es als Kunde aus ungefähr allen anderen Branchen gewohnt ist.</p>
<p>Insofern möchte ich diesen emotionalen und in Teilen polemischen Artikel mit einem versöhnlichen Aufruf beenden: unerlaubtes Filesharing ist kein Kapitalverbrechen, sondern in erster Linie eine Dämlichkeit. Sie erschwert Musikern, auch in Zukunft schöne Musik zu machen. Menschen, die Musik illegal downloaden, sollten einfach damit aufhören, sie machen die Welt so besser. Und die Musikindustrie möchte bitte akzeptieren, dass die Kontrolle über die Distributionsinfrastruktur, die sie jahrelang ausgeübt hat, so nicht mehr existiert und dass sie sich neu ausrichten muss, mit Strukturen, die den Kontrollverlust nutzen, anstatt ihn zu bekämpfen. Das ist auch gar nicht so schlimm. Die gesamte Zivilisation beruht nicht auf der Androhung drakonischer Sanktionen &#8211; sondern auf Freiwilligkeit. Schon immer. Hier, in Berlin, gibt es eine große Anzahl von öffentlichen Blumenbeeten (ja, ich wähle ein kitschiges Schlussbild, absichtlich). Sie sind wunderschön, und ich bin sicher, dass man nichts zu befürchten hat, wenn man ein paar Blumen abreisst. Trotzdem sehen die allermeisten Menschen ein, dass man besser Blumen im Laden nebenan kauft, anstatt sie kostenlos abzurupfen. Ausser einer handvoll 15jähriger. Aber damit muss man leben. Kann man auch.</p>
<p style="font-size:11px">Bei allen 15jährigen möchte ich mich entschuldigen, dass ich sie als Synonym für den unverständigen, unreifen Menschen missbraucht habe, ging nicht anders. Immerhin seid ihr in spätestens einem Jahr nicht mehr gemeint. </p>
<p>Nachtrag: <a href="http://www.neunetz.com/2010/07/08/filesharing-debatte-geschaeftsmodellfragen-statt-diebstahl-argument/">Marcel Weiss hat auf meine Antwort geantwortet</a>.<br />
Daraufhin habe ich auf seine Antwort auf meine Antwort auf seine Antwort auch <a href="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/07/der_mann_der_alles_wusste.png">etwas geantwortet</a>.</p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F07%2F08%2Fdie-bescheuerte-musikindustrie-und-die-egoistischen-filesharer%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2010%252F07%252F08%252Fdie-bescheuerte-musikindustrie-und-die-egoistischen-filesharer%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2FbnCEcf%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Die%20bescheuerte%20Musikindustrie%20und%20die%20egoistischen%20Filesharer%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F07%2F08%2Fdie-bescheuerte-musikindustrie-und-die-egoistischen-filesharer%2F", "shorturl": "http://bit.ly/bnCEcf", "style": "small", "title": "Die bescheuerte Musikindustrie und die egoistischen Filesharer" });</script></div>
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		<title>Thilo Sarrazin entlassen &#8211; Protest per Google SideWiki</title>
		<link>http://saschalobo.com/2010/06/10/thilo-sarrazin-entlassen-protest-per-google-sidewiki/</link>
		<comments>http://saschalobo.com/2010/06/10/thilo-sarrazin-entlassen-protest-per-google-sidewiki/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 18:58:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die jüngsten Äusserungen von Thilo Sarrazin sind, wenn sie wie von den Medien kolportiert lauten, offen rassistisch. Sie enthalten die klassische Rassismus-Konstruktion &#8220;Schwarze sind halt dümmer&#8221; in Reinform. So etwas sollte niemand sagen &#8211; für einen Bundesbank-Vorstand, zu dessen Aufgaben zumindest inoffiziell auch internationale Repräsentation gehört – ist es absolut untragbar. Thilo Sarrazin, der Rassist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700031,00.html">jüngsten Äusserungen</a> von Thilo Sarrazin sind, wenn sie wie von den Medien kolportiert lauten, offen rassistisch. Sie enthalten die klassische Rassismus-Konstruktion &#8220;Schwarze sind halt dümmer&#8221; in Reinform. So etwas sollte niemand sagen &#8211; für einen Bundesbank-Vorstand, zu dessen Aufgaben zumindest inoffiziell auch internationale Repräsentation gehört – ist es absolut untragbar. Thilo Sarrazin, der Rassist, muss zurücktreten. Ich glaube auch, dass er zurücktreten wird, oder vielmehr zurückgetreten werden wird. Um der Angelegenheit noch mehr Schwung zu verleihen als ohnehin schon, habe ich ein Instrument angewendet, das ich für die Zukunft des Netzprotestes halte (wenn auch eher eine mittelfristige Zukunft). Nämlich <a href="http://googleblog.blogspot.com/2009/09/help-and-learn-from-others-as-you.html">Google SideWiki</a>. Mit diesem Tool können auf beliebigen Websites Kommentare von Nutzern hinterlassen werden (rein technisch sind sie nämlich nicht auf der Website, sondern werden zusätzlich vom Browser abgerufen). Sichtbar sind diese Kommentare für alle, die Google SideWiki, zum Beispiel als Teil der Google Toolbar installiert haben. Und so sieht die offizielle Seite der Bundesbank, auf der Thilo Sarrazin vorgestellt wird, aus, wenn man Google SideWiki aktiviert hat.<br />
<img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/06/Bildschirmfoto-2010-06-10-um-20.55.21-e1276196201861.png" alt="" title="sarrazin_sidewiki" width="536" height="560" class="aligncenter size-full wp-image-1713" /></p>
<p>Nachtrag: Ich habe eine <a href="http://mailbox.posterous.com/anfrage-fur-eine-statement-bzgl-thilo-sarrazi">Anfrage an die Pressestelle der Bundesbank</a> geschrieben.</p>
<p>Kleine, unvollständige Linkschau:<br />
<a href="http://medienelite.de/2010/06/10/sarrazin-rassist/">Nadine Lantzsch</a> über den Sarrassisten<br />
Auf <a href="http://www.unpolitik.de/2010/06/11/der-thilosoph/">Unpolitik</a> sieht Stefan Graunke den &#8220;Tilosoph&#8221; als Volksverhetzer am Ende seiner Laufbahn.<br />
Auf Spiegel Online ein <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700146,00.html">analysierender Kommentar</a> von Yassin Musharbash, der zum Schluss hin ganz sachte Sarrazins Rauswurf fordert.<br />
Internationale Aufmerksamkeit findet auch statt, hier <a href="http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1285815/Bundesbanks-Thilo-Sarrazin-Immigrants-making-Germany-dumber.html?ITO=socialnet-twitter-mailonline">die Daily Mail</a>, die davon raunt, dass geraunt wird, dass Sarrazin rausfliegen könnte.</p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F06%2F10%2Fthilo-sarrazin-entlassen-protest-per-google-sidewiki%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2010%252F06%252F10%252Fthilo-sarrazin-entlassen-protest-per-google-sidewiki%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Thilo%20Sarrazin%20entlassen%20-%20Protest%20per%20Google%20SideWiki%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F06%2F10%2Fthilo-sarrazin-entlassen-protest-per-google-sidewiki%2F", "style": "small", "title": "Thilo Sarrazin entlassen - Protest per Google SideWiki" });</script></div>
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		<title>Jürgen Rüttgers</title>
		<link>http://saschalobo.com/2010/05/11/juergen-ruettgers/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 19:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F05%2F11%2Fjuergen-ruettgers%2F", "shorturl": "http://bit.ly/a0ddVp", "style": "small", "title": "Jürgen Rüttgers" });]]></description>
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<p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/05/ruettgers_klebt.jpg" alt="" title="ruettgers_spezialkleber_sessel" width="536" height="869" class="aligncenter size-full wp-image-1647" /></p>
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		<title>Was Oettinger jetzt tun könnte</title>
		<link>http://saschalobo.com/2010/01/27/was-oettinger-jetzt-tun-konnte/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 12:05:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere]]></category>
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		<description><![CDATA[Darf man sich so sehr über Günther Oettinger lustig machen, wie das gerade geschieht? Ich glaube: ja. Ich halte es sogar für die Pflicht des aufgeklärten Bürgers, sich unbedingt über alles lustig zu machen, was an entsprechenden Steilvorlagen von den Autoritäten abgesondert wird. Und nicht nur von Autoritäten, eigentlich muss man sich über alles lustig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/gap089/1800752953/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/01/oettinger_by_GAP089.jpg" alt="" title="oettinger_by_GAP089" width="536" height="189" class="aligncenter size-full wp-image-1432" /></a>Darf man sich so sehr über <a href="http://saschalobo.com/2010/01/26/sensation-scan-von-oettingers-redemanuskript-aufgetaucht/">Günther Oettinger lustig machen</a>, wie das gerade geschieht? Ich glaube: ja. Ich halte es sogar für die Pflicht des aufgeklärten Bürgers, sich unbedingt über alles lustig zu machen, was an entsprechenden Steilvorlagen von den Autoritäten abgesondert wird. Und nicht nur von Autoritäten, eigentlich muss man sich über alles lustig machen, was lustigmachenswert ist, die Definition muss jeder in Eigenverantwortung erarbeiten. </p>
<p>Verspotten ist eine Art der Kritik, die notwendig ist und eines der wenigen politischen Korrektive darstellt, die so simpel wie wirksam sind. Einfaches Beispiel: die schiere Angst vor der medialen Superblamage dürfte derzeit viele Dutzend Politiker in die Arme von professionellen Englischlehrern treiben. Unsere Entscheidungsträger werden so (hoffentlich) besser – etwas naiv argumentiert, zugegeben, aber die Mechanik halte ich für richtig. </p>
<p>Was aber könnte Günther Oettinger tun? Genau jetzt, da er im &#8220;Shitstorm&#8221; steht? Zumal es sich nicht um einen inhaltlichen Sturm handelt, wie etwa der Hartz-IV-Shitstorm von Roland Koch in der letzten Woche. Zum Vergleich: bei inhaltlichen Fragen kann man grundsätzlich auf unterschiedlichen Seiten stehen, bei Blamagen wie dieser eher nicht. </p>
<p>Für die Antwort auf diese Frage möchte ich zwei Dinge vorab bemerken: ich bin nicht unbedingt Experte für politische Krisenkommunikation und gerade in der Politik gelten oft völlig andere Regeln als für Marken, Produkte und Ähnliches. Und ich möchte beim besten Willen Günther Oettinger nicht unterstützen. Aber weil ich über &#8220;Shitstorms&#8221; und die Vorgehensweise damit <a href="http://saschalobo.com/2010/01/06/abstimmung-mein-vortrag-auf-cebit-webciety-und-republica-2010/">einen Vortrag halten werde</a> (auf der <a href="http://webciety.de">CeBIT Webciety</a> und/oder auf der <a href="http://re-publica.de">re:publica</a>), möchte ich einen Ausblick geben, wie man in dieser verfahrenen Situation verfahren könnte.</p>
<p>Oettinger könnte eine kurze Videoerklärung veröffentlichen und darin lächelnd Folgendes sagen:</p>
<p>• zugeben, dass seine Englischkenntnisse eine mittlere Katastrophe sind &#8211; erst recht für einen EU-Politiker</p>
<p>• sich darüber selbst lustig machen &#8211; zum Beispiel mit einem augenzwinkernden Eigenzitat aus dem bekannten Video oder der scherzhaften Ankündigung, Schwäbisch neben Englisch, Französisch und Deutsch als vierte EU-Arbeitssprache durchdrücken zu wollen</p>
<p>• bekanntgeben, dass er in drei oder vier Wochen seinen geplanten Urlaub für einen Englisch-Crashkurs verwenden wird</p>
<p>• abschliessend einladen zu einer Pressekonferenz in ca. 6 Wochen, die er auf Englisch halten wird, vielleicht verbunden mit einem Aufruf an seine Kollegen, ebenfalls besser Englisch zu lernen &#8211; bezugnehmend auf seinen eigenen Fehler</p>
<p>In guten sechs Wochen sollte ein deutlich sicherer Umgang mit der englischen Sprache erlernbar sein. Die Motivation dürfte inzwischen vorhanden sein. Und erfahrungsgemäß wird der offene und offensive Umgang mit den eigenen Schwächen, verbunden damit, sich selbst nicht allzu Ernst zu nehmen, sympathisch aufgenommen. Zwar mögen wie erwähnt im politischen Alltag oft andere Regeln gelten, aber nach meiner Meinung ist im Fall Oettinger bereits ein ganzer Kindergarten in den Brunnen gefallen und ertrunken. </p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: Ich glaube nicht, dass die im 20. Jahrhundert mit Erfolg angewandte Helmut-Kohl-Methode des Aussitzens, also nicht zu reagieren und abzuwarten, in Zeiten des allgegenwärtigen digitalen Gedächtnisses namens Internet noch funktioniert, jedenfalls nicht bei größeren Shitstorms. Bei kleineren schon.<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/moochida/178854811/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/01/klinsmann_collage.jpg" alt="" title="klinsmann_collage_by_moochida" width="536" height="117" class="aligncenter size-full wp-image-1440" /></a>Es gibt übrigens ein sehr schönes (wenn auch nur bedingt paralleles) Beispiel dafür, wie jemand mit einem einzigen Satz die Stimmung eines ganzen Landes gedreht hat. Es handelt sich um Jürgen Klinsmann. Als er 1994 nach England zu den Tottenham Hotspurs wechselte, war er in ganz Großbritannien verhasst. Als deutscher Fussballer ist das sowieso nicht besonders schwer, aber Klinsmann hatte sich mit einer Reihe vermutlicher Schwalben (so sahen es die englischen Fans) den Ruf eines &#8220;Divers&#8221;, eines Schwalbenkönigs, erspielt. </p>
<p>In einer der berüchtigten britischen Fussball-Pressekonferenzen überraschte er die anwesende Presse und so über Bande das gesamte Land, indem er gleich zu Beginn selbstironisch nach einer &#8220;<a href="http://www.independent.co.uk/sport/what-the-papers-said-about----klinsmann-1374765.html">diving school</a>&#8221; fragte. Mit der Doppeldeutigkeit von &#8220;Tauch-Schule&#8221; und &#8220;Schwalben-Schule&#8221; zeigt er exakt den Humor, der den Hass auf ihn in Begeisterung verwandelte. In der Folge wurden über 150.000 Klinsmann-Trikots verkauft, eigentlich undenkbar für einen deutschen Fussballer in Großbritannien. Als er dann auch noch passabel spielte und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Klinsmann#1994_bis_1995:_Tottenham_Hotspur">seine Tore mit dem &#8220;Diver&#8221;, einem der Schwalbe nachempfundenen Sprung feierte</a>, wurde er sogar zum Fussballer des Jahres 1995 gewählt. Letztlich hatte er mit dem in einem Satz formulierten Beweis, sich nicht allzu Ernst zu nehmen, die Stimmung des Landes gedreht.</p>
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		<title>Sensation: Scan von Oettingers Redemanuskript aufgetaucht</title>
		<link>http://saschalobo.com/2010/01/26/sensation-scan-von-oettingers-redemanuskript-aufgetaucht/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 21:37:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interessante Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Videoclips]]></category>
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		<category><![CDATA[englisch]]></category>
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		<category><![CDATA[günther oettinger]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Video ist dooferweise aus doofen Gründen von Youtube verschwunden, hier der Ausweichlink (Clipfish). Günther Oettinger ist für seine scheinbar mangelnden Englischkenntnisse (siehe Video) viel verspottet worden in den letzten Tagen. Eventuell jedoch zu Unrecht, wie erst kürzlich klar geworden ist. Denn jetzt ist im Internet ein Scan aufgetaucht von Oettingers Redemanuskript. Und plötzlich erkennt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="542" height="428" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/OXPPu418C78&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="542" height="428" src="http://www.youtube.com/v/OXPPu418C78&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h5>Das Video ist dooferweise aus doofen Gründen von Youtube verschwunden, <a href="http://www.clipfish.de/video/3236359/oettinger-spricht-englisch/">hier der Ausweichlink</a> (Clipfish).</h5>
<p>Günther Oettinger ist für seine scheinbar mangelnden Englischkenntnisse (siehe Video) <a href="http://blogsearch.google.com/blogsearch?hl=de&amp;scoring=d&amp;ie=UTF-8&amp;q=g%C3%BCnther+oettinger&amp;btnG=Blogs+durchsuchen&amp;lr=">viel</a> <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wir-koennen-alles-ausser-englisch/">verspottet</a> <a href="http://www.spiegel.de/video/video-1043067.html">worden</a> in den letzten Tagen. Eventuell jedoch zu Unrecht, wie erst kürzlich klar geworden ist. Denn jetzt ist <a href="http://saschalobo.com/?p=1407">im Internet</a> ein Scan aufgetaucht von Oettingers Redemanuskript.</p>
<p>Und plötzlich erkennt man: Günther Oettinger hat nur das gesagt, was ihm durch sein Büro aufgeschrieben worden ist, wahrscheinlich, ohne es persönlich vom Inhalt und Stil her vollumfänglich auch so zu meinen &#8211; ein kulturkreisbasiertes Missverständnis also und damit <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,477250,00.html">ein bekanntes baden-württembergisches Phänomen</a>. Kein Grund zur Aufregung.<br />
<img class="aligncenter size-full wp-image-1417" title="oettinger_redemanuskript" src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/01/oettinger_redemanuskript.jpg" alt="" width="536" height="795" /></p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F01%2F26%2Fsensation-scan-von-oettingers-redemanuskript-aufgetaucht%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2010%252F01%252F26%252Fsensation-scan-von-oettingers-redemanuskript-aufgetaucht%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2Fd28ZJg%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Sensation%3A%20Scan%20von%20Oettingers%20Redemanuskript%20aufgetaucht%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F01%2F26%2Fsensation-scan-von-oettingers-redemanuskript-aufgetaucht%2F", "shorturl": "http://bit.ly/d28ZJg", "style": "small", "title": "Sensation: Scan von Oettingers Redemanuskript aufgetaucht" });</script></div>
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		<title>Warum das Internet ein neues Copyright braucht</title>
		<link>http://saschalobo.com/2009/12/31/warum-das-internet-ein-neues-copyright-braucht/</link>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 17:06:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
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		<description><![CDATA[topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F31%2Fwarum-das-internet-ein-neues-copyright-braucht%2F", "style": "small", "title": "Warum das Internet ein neues Copyright braucht" });]]></description>
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<p><a href="http://saschalobo.com/2009/12/31/warum-das-internet-ein-neues-copyright-braucht/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/12/a-pdIOa-VI.png" alt="youtube.com/watch?v=a--pdIOa-VI" title="youtube.com/watch?v=a--pdIOa-VI" width="536" height="424" class="aligncenter size-full wp-image-1246" /></a></p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F31%2Fwarum-das-internet-ein-neues-copyright-braucht%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2009%252F12%252F31%252Fwarum-das-internet-ein-neues-copyright-braucht%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Warum%20das%20Internet%20ein%20neues%20Copyright%20braucht%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F31%2Fwarum-das-internet-ein-neues-copyright-braucht%2F", "style": "small", "title": "Warum das Internet ein neues Copyright braucht" });</script></div>
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		<title>Ushahidi &#8211; Collective Intelligence Agency</title>
		<link>http://saschalobo.com/2009/12/29/ushahidi-collective-intelligence-agency/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 20:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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		<category><![CDATA[krisengebiete]]></category>
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		<description><![CDATA[Ushahidi ist eine Art Social WikiLeaks (auch ein Projekt, dem man mehr Aufmerksamkeit widmen sollte) und hat den schönen, etwas sperrigen Claim &#8220;Crowdsourcing Crisis Information&#8221;. Ushahidi &#8211; das Wort bedeutet &#8220;Zeugenaussage&#8221; auf Suaheli – sammelt, sortiert und veranschaulicht Augenzeugenberichte. Es handelt sich um eine internetbasierte Plattform mit einer Software unter CC-Lizenz, die schnell auf einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><a href="http://www.ushahidi.com/">Ushahidi</a> ist eine Art Social <a href="http://wikileaks.org">WikiLeaks</a> (auch ein Projekt, dem man mehr Aufmerksamkeit widmen sollte) und hat den schönen, etwas sperrigen Claim &#8220;Crowdsourcing Crisis Information&#8221;. Ushahidi &#8211; das Wort bedeutet &#8220;Zeugenaussage&#8221; auf Suaheli – sammelt, sortiert und veranschaulicht Augenzeugenberichte. Es handelt sich um eine internetbasierte Plattform mit einer Software unter CC-Lizenz, die schnell auf einem Server aufgesetzt ist und sowohl vom Mobiltelefon wie auch vom Computer aus angesteuert werden kann. Man lädt Kommentare, Fotos, Filme, Tondokumente unter Angabe des Ortes und der Art des Zwischenfalls hoch und beantwortet so die Frage &#8220;Was ist hier gerade passiert?&#8221; </p>
<p>&#8220;Twitter für Krisengebiete&#8221; könnte man es nennen, aber würde damit nicht ganz der politischen Dimension gerecht. Eher schon handelt es sich um die Umsetzung des Gedankens, der im zivilgesellschaftlichen Sinn schön bei <a href="http://fixmystreet.co.uk">FixMyStreet.co.uk</a> abgebildet ist – nämlich um die Nutzung der wahren Kollektiven Intelligenz, nicht um die oft mißverstandene, handelsübliche Verbrämung dieses Begriffs. Diese Eigenschaft des Netzes kommt überall dort zum Tragen, wo die Masse eine Qualität abbildet, die der Einzelne nicht oder nur mit allergrößter Energieaufwendung erreichen kann. In diesem Fall sind es foto- und filmgestützte Augenzeugenberichte, hier <a href="http://shafaf.org/ushahidi/">das aktuellste Beispiel aus dem Iran</a>.<br />
<a href="http://shafaf.org/ushahidi/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/12/ushahidi_iran.jpg" alt="ushahidi_iran" title="ushahidi_iran" width="536" height="292" class="aligncenter size-full wp-image-1225" /></a>Funktioniert die mit Ushahidi betriebene Internetplattform gut und wird intensiv genutzt (was bei der iranischen Plattform noch nicht der Fall ist), dann ergibt sich etwa in einer Bürgerkriegssituation eine solche Vielzahl verschiedener Berichte von Zeugen, dass eine flächendeckende Fälschung erschwert oder je nach Material fast unmöglich wird. Die mediale Inszenierung einer Krise, wie sie etwa die <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,600567,00.html">Hamas in Gaza veranstaltet hat</a> (die aber heute zum Handwerkszeug aller Kriegsparteien in sämtlichen Konflikten gehören dürfte), wird so ein kleines bißchen schwieriger – und das wiederum könnte durchaus (lindernde) Folgen haben für das Vorgehen bewaffneter Kräfte. </p>
<p>Denn diktatorische Herrscher wie Saddam Hussein, denen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13488540.html">Fotos vergifteter Kurden</a> völlig egal waren, weil sie kaum in der eigenen Bevölkerung ankamen, sind selten geworden. Nicht, weil es keine Unmenschen mehr in der Politik gäbe, sondern weil die meisten von ihnen verinnerlicht haben, dass auch in autoritären Staaten Information und öffentliche Meinung durchaus eine Rolle spielen. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass etwa die <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/basidsch100.html">Milizen im Iran in ihren Gewaltexzessen</a> ganz unmittelbar weniger grausam würden durch ein paar Handyfotos im Internet. Aber ihre Führung wird früher oder später den Befehl geben müssen, zumindest nicht mehr allzu offensichtlich Gewalt anzuwenden, um eine Flut ungünstiger Aufnahmen zu vermeiden. Denn ein einzelnes Foto kann man zur Lüge erklären, einen Film als Inszenierung abtun. Bei tausenden Schnappschüssen sieht das anders aus &#8211; die <a href="http://www.songtexte.com/songtext/depeche-mode/everything-counts-2bd5a45e.html">schiere Masse</a> ergibt eine Wirkung, gerade auch im eigenen Lager. </p>
<p>Immer wieder begegnet mir die Frage, wie denn bitteschön das Internet die Welt besser machen könne. Hier ist ein Beispiel, das plakativer kaum sein könnte. Es sei denn, man bezweifelt allgemein den Wert von offen zugänglicher Information und politischer Transparenz. Aber dann hat man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lutz_Heilmann">ganz andere Probleme</a>.</p>
<p><object width="542" height="305"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7838030&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7838030&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="542" height="305"></embed></object></p>
<p style="font-size:11px;">via <a href="http://twitter.com/Elquee">@Elquee</a></p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F29%2Fushahidi-collective-intelligence-agency%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2009%252F12%252F29%252Fushahidi-collective-intelligence-agency%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Ushahidi%20-%20Collective%20Intelligence%20Agency%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F29%2Fushahidi-collective-intelligence-agency%2F", "style": "small", "title": "Ushahidi - Collective Intelligence Agency" });</script></div>
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		<title>Kurt Kisters gloriose Intestinade</title>
		<link>http://saschalobo.com/2009/11/14/kurt-kisters-gloriose-intestinade/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 19:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Faltmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Top Ten: Die zehn schmierigsten Originalzitate aus dem Artikel &#8220;Guttenberg, selbstleuchtend&#8221; (einer &#8220;Stilkritik&#8221; des Verteidigungsministers) vom stellvertrenden Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Kurt Kister: Platz 10 &#8211; Noch ist Hoffnung, auf eine Art Die Bundeswehr muss im November 2009 eigentlich eine glückliche Armee sein. Sie hat jetzt einen Minister, der früher selbst Unteroffizier war, und heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><a href="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/11/zaepfchen.jpg"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/11/zaepfchen.jpg" alt="zaepfchen" title="zaepfchen" width="536" height="95" class="aligncenter size-full wp-image-1008" /></a>Top Ten: Die zehn schmierigsten Originalzitate aus dem Artikel &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/73/494410/text/">Guttenberg, selbstleuchtend</a>&#8221; (einer &#8220;Stilkritik&#8221; des Verteidigungsministers) vom stellvertrenden Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Kurt Kister:</p>
<p><strong>Platz 10 &#8211; Noch ist Hoffnung, auf eine Art</strong></p>
<blockquote><p>Die Bundeswehr muss im November 2009 eigentlich eine glückliche Armee sein. Sie hat jetzt einen Minister, der früher selbst Unteroffizier war, und heute ganz eindeutig auch ein Dressman ist.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 9 &#8211; Augenzwinkerndes Anbiedern</strong></p>
<blockquote><p>Er trug eine sehr schöne dunkle Jacke von Loro Piana, natürlich 100 Prozent Kaschmir, mit elfenbeinfarbenem Innenfutter.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 8 &#8211; Mördermodenschau</strong></p>
<blockquote><p>Sein grauer Turtleneck, mutmaßlich ebenfalls Kaschmir, harmonierte farblich und sogar stilistisch mit der schwarzen Splitterschutzweste.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 7 &#8211; Distanzlos ehrfurchtsschwanger</strong></p>
<blockquote><p>Die Hände hat er in die Hüften gestützt, das subalterne Offiziersvolk im Tarngewand umgibt ihn in einer distanzwahrenden, ehrfurchtsschwangeren Korona.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 6 &#8211; Zartblaue Poesie am Kriegsgerät</strong></p>
<blockquote><p>Es gab ein sehr schönes Photo, auf dem Guttenberg mit zartblauer Krawatte in der leichten Dämmerung des Laderaums einer Transall steht. </p></blockquote>
<p><strong>Platz 5 &#8211; Tom Cruise für Arme</strong></p>
<blockquote><p>Schon am Donnerstag zeigte Guttenberg, dass man unter all den Flecktarn-Kriegern mit Wrap-around-Sonnenbrillen im einfachen dunkelblauen Anzug eine gute Figur machen kann.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 4 &#8211; Die Seligsprechung</strong></p>
<blockquote><p>Natürlich ist es nur Licht, das von außen auf den Baron fällt, aber er sieht auf dem Foto trotzdem so aus, als leuchte er selbsttätig von innen.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 3 &#8211; Die Heiligsprechung</strong></p>
<blockquote><p>Die Armee hat einen &#8220;cashmere dressed secretary that glows in the dark&#8221;, einen Kaschmir-Minister, der im Dunklen leuchtet.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 2 &#8211; Zynismus ohne Zweifel</strong></p>
<blockquote><p>Kein Zweifel, dies ist der eleganteste Minister, der jemals Regionen besuchte, in denen es zu kriegsähnlichen Auseinandersetzungen kommt.</p></blockquote>
<p><strong>Platz 1 &#8211; Over the top of the pops</strong></p>
<blockquote><p>Kaschmirjacke, Freizeithose im Farbton desert tan und ein inneres Leuchten: Verteidigungsminister Guttenberg sieht auch am Hindukusch blendend aus.</p></blockquote>
<p>&#8211;</p>
<p>Nach mehrmaligem Lesen bekomme ich den auch von der Hoffnung auf die einst gemochte Süddeutsche Zeitung gespeisten Eindruck, dass Kurt Kister den Text durchaus als medienkritische Satire angelegt haben könnte (und bin inzwischen <del>fast</del> <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/460/462080/text/">sicher</a> – <del>fast</del>). Wenn das so sein sollte, ziehe ich meinen Hut, bzw. mache die entsprechende Geste für Menschen, die aus frisuralen Gründen hutavers aufgestellt sind. Besser könnte man die ekelerregende guttenbergsche Speichelleckerei, die einen Teil des deutschsprachigen Journalismus infiziert hat, nicht blossstellen. Allerdings erscheint mir nach dem Cover des Stern, &#8220;<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-stern-der-seinen-namen-traegt/">Der coole Baron</a>&#8220;, praktisch keine journalistische Eindringtiefe in den Hintern von Guttenberg mehr ausgeschlossen.</p>
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		<title>Twitter like it&#8217;s 1989</title>
		<link>http://saschalobo.com/2009/11/09/twitter-like-its-1989/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 13:22:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[1989]]></category>
		<category><![CDATA[ddr]]></category>
		<category><![CDATA[mauerfall]]></category>
		<category><![CDATA[mem]]></category>
		<category><![CDATA[twitterlikeits1989]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Stunden habe ich auf Twitter das Mem #twitterlikeits1989 gestartet: &#8220;Die DDR verliert gerade massiv Follower!&#8221; #twitterlikeits1989 &#8220;Krass &#8211; http://mauer.ddr ist down!&#8221; #twitterlikeits1989 Für Nichttwitterer und Auffassungsunbegabte das Hashtag-Mem rasch erklärt: So tun, als würde man im Jahr 1989 am Tag des Mauerfalls twittern. Hier ein unsortiertes Best Of, das ich im Laufe des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/erix/2923325471/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/11/birdonwallsmall.jpg" alt="birdonwallsmall_by_erix" title="birdonwallsmall_by_erix" width="536" height="206" class="aligncenter size-full wp-image-978" /></a>Vor einigen Stunden habe ich auf Twitter das Mem <a href="http://twitter.com/#search?q=%23twitterlikeits1989">#twitterlikeits1989</a> gestartet:<br />
<a href="http://twitter.com/saschalobo/status/5556730202">&#8220;Die DDR verliert gerade massiv Follower!&#8221; #twitterlikeits1989</a><br />
<a href="http://twitter.com/saschalobo/status/5557108983">&#8220;Krass &#8211; http://mauer.ddr ist down!&#8221; #twitterlikeits1989</a><br />
Für Nichttwitterer und Auffassungsunbegabte das Hashtag-Mem rasch erklärt: So tun, als würde man im Jahr 1989 am Tag des Mauerfalls twittern. Hier ein unsortiertes Best Of, das ich im Laufe des Tages wohl erweitern werde:</p>
<p><span id="more-976"></span></p>
<p>@zufall<br />
<a href="http://twitter.com/Zufall/status/5557249253">Oh, DDoS-Angriff auf grenzbeamte.ddr #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@stijlroyal<br />
<a href="http://twitter.com/stijlroyal/status/5556764433">&#8220;Wir sind das Folg!&#8221; #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@stijlroyal<br />
<a href="http://twitter.com/stijlroyal/status/5557375615">&#8220;Niemand hat die Absicht einer Twitterwall zu errichten.&#8221; #twitterlikeits1961</a></p>
<p>@the_maki<br />
<a href="http://twitter.com/the_maki/status/5557373266">I&#8217;mma let you finish, DDR, but the West has one of the best bananas of all time! #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@mspro<br />
<a href="http://twitter.com/mspro/status/5557110900">RT @g_schabowski: @nachfragendenReporter das tritt nach meiner kenntnis&#8230; das ist sofort. unverzüglich. #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@snoopotic<br />
<a href="http://twitter.com/snoopotic/status/5556837104">Wow @grenze is now unprotected. #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@netzfeuilleton<br />
<a href="http://twitter.com/netzfeuilleton/status/5556808518">Followempfehlung: @DerWesten #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@sparta644<br />
<a href="http://twitter.com/sparta644/status/5556961101">Hab gerade von Schabowski einen BRD-Invite bekommen, wer noch? #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@ChPautsch<br />
<a href="http://twitter.com/ChPautsch/status/5557248218">DDR gibt API frei für bundesweites Mashup! #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@zufall<br />
<a href="http://twitter.com/Zufall/status/5557671492">Can I haz bananaz? #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@kalsch<br />
<a href="http://twitter.com/kalsch/statuses/5557768777">_________________________ ________________________ #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@Euphoriefetzen<br />
<a href="http://twitter.com/Euphoriefetzen/status/5557565655">mobile twittering. ich stehe mit meinen akustikkoppler in einer telefonzelle am brandenburger tor. muss geld nachwerfen. #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@schlenzalot<br />
<a href="http://twitter.com/schlenzalot/status/5557939886">Angeblich waren es die Freimaurer #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@Provisorium<br />
<a href="http://twitter.com/Provisorium/status/5557614129">Trabbi-Flashmob an der Bornholmer #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@haraldlink<br />
<a href="http://twitter.com/haraldlink/status/5557553420">Und alle so Diemauermussweg! #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@bigmue<br />
<a href="http://twitter.com/bigmue/status/5557605008">You Got Phudys Rolled http://bit.ly/yougotphudysr&#8230; #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@ghostdog19<br />
<a href="http://twitter.com/ghostdog19/status/5557538476">&#8220;Mutti, Du musst mein Pionierhemd für morgen doch nicht bügeln!&#8221; #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@hansfritz<br />
<a href="http://twitter.com/hansfritz/status/5557927673">&#8220;ddr&#8221; ist mit &#8220;western-germany&#8221; verbunden und hat die IP-Adresse 91.1.8.9. #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@kaipiranha<br />
<a href="http://twitter.com/kaipiranha/status/5557978252">@Helmut @Helmut @Helmut @Helmut @Helmut @Helmut @Helmut @Helmut @Helmut @Helmut @Helmut #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@MarkKnochen<br />
<a href="http://twitter.com/MarkKnochen/status/5558053958">DDR gibt Google Earth im Real Life Modus frei. #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@hansfritz<br />
<a href="http://twitter.com/hansfritz/status/5558071547">your friend request has been send to &#8220;germany&#8221; for approval. #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@slowtiger<br />
<a href="http://twitter.com/slowtiger/status/5558127966">Der Auto-Backbone nach Berlin ist endlich netzneutral! #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@DonDahlmann<br />
<a href="http://twitter.com/DonDahlmann/status/5558172084">Systemwars: BRD has killed DDR and took over the familiy. Join Systemwars at Systemswars, Postfach 2345, Berlin #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@michis0806<br />
<a href="http://twitter.com/michis0806/status/5558461168">RT: #TweetEffect @DerWesten gained 16.675.000 new Followers #twitterlikeits1989</a></p>
<p>@saschalobo<br />
<a href="http://twitter.com/saschalobo/status/5559300624">&#8220;DDR ist ab Version 9.11 Open Source.&#8221; #twitterlikeits1989</a></p>
<p>Nachtrag: Der Westen greift das Mem #twitterlikeits1989 <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/technik/2009/11/9/news-140212936/detail.html">in einem netten Artikel</a> auf.</p>
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