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	<title>saschalobo.com &#187; Persönlich</title>
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		<title>Wohnen in Berlin</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 18:53:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Die guten Wohnungen werden in Berlin offenbar P2P vergeben, in den üblichen Börsen stehen jedenfalls eher Angebote aus der Rubrik Entertainment. Deshalb schreibe ich hier versuchsweise eine Anzeige für eine Mietwohnung ins Internet. Die Wohnung muss nur drei Vorbedingungen erfüllen: • Berlin, bevorzugt in den Bezirken Prenzlauer Berg oder Mitte • 5 oder mehr Zimmer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Die guten Wohnungen werden in Berlin offenbar P2P vergeben, in den üblichen Börsen stehen jedenfalls eher Angebote aus der Rubrik Entertainment. Deshalb schreibe ich hier versuchsweise eine Anzeige für eine Mietwohnung ins Internet. Die Wohnung muss nur drei Vorbedingungen erfüllen:</p>
<p>• Berlin, bevorzugt in den Bezirken Prenzlauer Berg oder Mitte<br />
• 5 oder mehr Zimmer (beide Bewohner brauchen ein Home Office)<br />
• Balkon oder Terrasse</p>
<p>Es geht mir um private Hinweise – alle Plattformen mit &#8220;immo&#8221; im Namen durchforste ich natürlich im Minutentakt selbst. Über eine Mail an mail{ät}saschalobo.com würde ich mich freuen*, Kommentare sind aber aus. Dankeschön.</p>
<p style="font-size:10px;">*Natürlich bin ich gern bereit, an Privatleute eine Monatsmiete Vermittlungsbelohnung zu bezahlen, wenn ein Mietvertrag ohne weiteren Makler dazwischen zustande kommt.</p>

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		<title>Erdmöbel, Herrndorf &#8211; Label Mates</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 10:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[erdmöbel]]></category>
		<category><![CDATA[herrndorf]]></category>
		<category><![CDATA[label mates]]></category>
		<category><![CDATA[rowohlt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab und an stört mich die Angst einiger Leute, für &#8220;anbiedernd&#8221; gehalten zu werden, wenn man etwas ungebrochen für fantastisch hält. Coolness ist morsches Holz, Begeisterung ist Gold, deshalb begeistere ich mich an dieser Stelle für Erdmöbel und Wolfgang Herrndorf. Erdmöbel ist heute mit einer Mischung aus Lesung und Konzert in Berlin im Babylon Mitte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ab und an stört mich die Angst einiger Leute, für &#8220;anbiedernd&#8221; gehalten zu werden, wenn man etwas ungebrochen für fantastisch hält. Coolness ist morsches Holz, Begeisterung ist Gold, deshalb begeistere ich mich an dieser Stelle für Erdmöbel und Wolfgang Herrndorf. <strong>Erdmöbel ist heute mit einer Mischung aus <a href="http://www.fritz.de/tipps/veranstaltungen/2010/30081003.html">Lesung und Konzert in Berlin im Babylon Mitte</a>, um 20.00 Uhr</strong>.<br />
Starke Hinkommempfehlung.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2154" title="erdmoebel" src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/10/erdmoebel.jpg" alt="" width="608" height="155" /><br />
Zur Frankfurter Buchmesse bei einem Essen traf ich Markus Berges, der ebenfalls bei Rowohlt Berlin einen Roman mit dem Namen &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Ein-langer-Brief-September-Nowak/dp/387134656X">Langer Brief an September Nowak</a>&#8221; geschrieben hat. Markus erzählte von seinem Musikerdasein und erwähnte in diesem Zusammenhang, dass wir bei Rowohlt Berlin &#8220;Label Mates&#8221; seien, ein wunderschöner Begriff, den ich nicht kannte. Weil ich auch glaubte, ihn nicht zu kennen, unternahm ich das einzig Natürliche und googelte ihn unter dem Tisch, während ich so tat, als würde ich in die Speisekarte schauen. Und dann war Markus Berges auf einmal der Sänger von Erdmöbel, einer Band, die ich nicht schätze, sondern bis ins Lächerliche hinein kultisch verehre. &#8220;Strohfeuer&#8221; habe ich zu einem guten Teil zu den Liedern von Erdmöbel geschrieben, auf repeat gestellt, natürlich, von &#8220;Lang schon tot&#8221; bis zu &#8220;Wurzelseliger&#8221;, einem etwas hemdsärmligerem Stück. Und auf einmal bin ich Label Mate vom Erdmöbel-Sänger; Tage tanzte ich. Und auch ihr sollt tanzen und hören, und zwar heute Abend im Babylon Mitte, wie oben steht. Auf der Rückfahrt mit dem Auto von Frankfurt nach Berlin habe ich vom neuen Album <a href="http://www.amazon.de/Krokus-Erdm%C3%B6bel/dp/B003SPLQBQ">Krokus</a> &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Krokus/dp/B003YOZ1LM/ref=dm_cd_album_lnk">Das Leben ist schön</a>&#8221; fast einhundertmal auf repeat gehört, das Lied hat mich in diese Stimmung des melancholischen Pathos versetzt, wo man je nach Tageslaune vor Freude Schluckauf bekommt oder Tränen in den Augen hat und nur noch Riesling hilft.<br />
[<a href="http://www.youtube.com/user/erdmoebeltv">Link zum Erdmöbel Youtube-Channel</a>]</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2158" title="hamsum_herrndorf" src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/10/hamsum_herrndorf.jpg" alt="" width="608" height="189" /><br />
Wolfgang Herrndorf habe ich 2003 im Internet kennengelernt, da hatte er gerade den furios verzweifelten Roman &#8220;In Plüschgewittern&#8221; geschrieben. Jetzt hat er den Roman &#8220;Tschick&#8221; veröffentlicht, auch bei Rowohlt Berlin natürlich, der <a href="http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~EA422B7EEE1A8416193A58ABAFB3589B2~ATpl~Ecommon~Scontent.html">hervorragend</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/wolfgang-herrndorf-tschick-zauberisch-und-superporno-1.1011229">besprochen</a> <a href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2010-10/tschick-roman">wird</a>, natürlich zu Recht. Ich bin gerade mitten dabei, den Roman zu lesen, aber es nimmt mich mit, denn ich kenne die Geschichte der Entstehung. Wolfgang Herrndorf hatte Anfang des Jahres mit Kopfschmerzen und motorischen Störungen zu kämpfen. Der Grund dafür war der schlimmstmögliche Grund, den man auf die Schnelle in Wikipedia finden kann außer vielleicht einem Asteroideneinschlag in Kopfnähe, nämlich ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Glioblastom">Glioblastom</a>. Es handelt sich um den aggressivsten, gefährlichsten, arschlochartigsten Hirntumor im an Gefährlichkeiten nicht eben armen Krebsreigen. Während das Buch &#8220;Tschick&#8221; entstanden ist, den Tumor im Nacken und gleichzeitig ein wenig darüber, hat Wolfgang Herrndorf Tagebuch geführt. Inzwischen ist das Tagebuch in Blogform öffentlich, zu finden unter <a href="http://wolfgang-herrndorf.de">http://wolfgang-herrndorf.de</a> &#8211; ich empfehle eine andere Reihenfolge als die chronologische, nämlich zuerst &#8220;<a href="http://www.wolfgang-herrndorf.de/2010/04/daemmerung/">Dämmerung</a>&#8221; zu lesen, dann die <a href="http://www.wolfgang-herrndorf.de/2010/09/rt1/">Rückblenden eins</a> und <a href="http://www.wolfgang-herrndorf.de/2010/10/rt2/">zwei</a> und dann <a href="http://www.wolfgang-herrndorf.de/2010/04/eins/">hier beginnend</a> den Rest dieses ärgerlich großartigen Blogs. Und dann <a href="http://www.amazon.de/Tschick-Wolfgang-Herrndorf/dp/3871347108">selbstredend &#8220;Tschick&#8221;</a>. Schliessen möchte ich mit einem Zitat aus dem Blog, das den Startschuss zu diesem Roman darstellt:</p>
<blockquote><p>Ich fange an, mich vorsichtshalber auf drei Monate runterzurechnen. Könnte man leben, wenn man nur noch drei Monate hat? Nur noch einen Monat?</p>
<p>Ich werde noch ein Buch schreiben, sage ich mir, egal wie lange ich noch habe, wenn ich noch einen Monat habe, schreibe ich eben jeden Tag ein Kapitel. Wenn ich drei Monate habe, wird es ordentlich durchgearbeitet, ein Jahr ist purer Luxus.</p>
<p>Was könnte man noch machen? Der Gedanke, den Diktator einer Bananenrepublik zu erschießen, drängt sich als sinnvollste Möglichkeit in den Vordergrund, viel besser läßt sich das Leben nicht nutzen. Mit der Winchester meines Vaters. Aber die Diktatorendichte vor meiner Haustür ist gering, und für einen ausgeklügelten Miles-and-more-Terrorismus reicht es vermutlich nicht mehr.</p>
<p>Liste von Dingen, die besser geworden sind: Nie wieder Steuererklärung, nie wieder Rentenversicherung, nie wieder Zahnarzt. Ich werde meine Eltern nicht zu Grabe tragen. Größte Horrorvorstellung meiner letzten Jahre: Ich stehe in ihrem Reihenhaus, umgeben von Erinnerungen und einem riesigen Hausstand, den ich weder entsorgen noch bewahren kann.</p>
<p>Schlimme Konzentrationsstörungen. Wenn ich lese, ergänzt mein Gehirn jeden Satz: Lee Harvey Oswald ging die Straße entlang, und du wirst sterben. Er sah die Autos, und du wirst sterben. An allen Gegenständen und Menschen haften jetzt kleine Zettel mit der Aufschrift Tod, wie mit Reißzwecken dahingepinnt. C. legt ihren Arm um meine Schulter: Tod. Sie lächelt: Tod.</p></blockquote>
<p>Nachtrag: Twitternutzer &#8220;<a href="http://twitter.com/#!/kotzend_einhorn">Kotzend Einhorn</a>&#8221; hat für den <a href="http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/kultur/tschick-mein-sprecherdebut-bei-wdr-scala/">WDR einige Passagen von Tschick eingelesen</a>.</p>

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		<title>Einen Roman also, aha.</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 13:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Strohfeuer]]></category>
		<category><![CDATA[hamburg]]></category>
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		<description><![CDATA[Obwohl ich selbstredend zur grundsätzlichen Überhöhung meiner eigenen Kreativleistungen neige, schätze ich auch in euphorischen Momenten die Zahl derjenigen, die seit Jahren mit Tränen in den Augen beten, Sascha Lobo möge endlich einen Roman schreiben, als maximal mittelgroß ein. Mein normaler Job als Inhaber einer gutgehenden Frisur ist ja eine Mischung aus Interneterklärung, Kommunikationsgetöse und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Obwohl ich selbstredend zur grundsätzlichen Überhöhung meiner eigenen Kreativleistungen neige, schätze ich auch in euphorischen Momenten die Zahl derjenigen, die seit Jahren mit Tränen in den Augen beten, Sascha Lobo möge endlich einen Roman schreiben, als maximal mittelgroß ein. Mein normaler Job als Inhaber einer gutgehenden Frisur ist ja eine Mischung aus Interneterklärung, Kommunikationsgetöse und einer flächig aufgespannten Autorenschaft, die von <a href="http://twitter.com/saschalobo">Kurzbotschaft</a> bis <a href="http://www.amazon.de/Dinge-geregelt-kriegen-Funken-Selbstdisziplin/dp/3871346195?&#038;camp=2474&#038;creative=10642&#038;linkCode=wss&#038;tag=saschalobocom-21">Sachbuch</a> reicht. Literarische Einlassungen waren bis jetzt nicht dabei, auch wenn schlecht gelaunte Kritiker mir vorwerfen mögen, dass die bisherigen Sachbücher ebenfalls ausgedachte Elemente enthielten. Jetzt aber präsentiere ich meinen ersten Roman, er heisst &#8220;Strohfeuer&#8221;, wie feinstofflich begabte Leser dieses Blogs bereits erahnt haben könnten, und erscheint bei Rowohlt Berlin. </p>
<p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/09/strohfrisur.jpg" alt="" title="strohfrisur" width="608" height="155" class="aligncenter size-full wp-image-1995" /></p>
<p>&#8220;Warum haben Sie überhaupt einen Roman geschrieben&#8221;, wird der eine oder andere fragen, &#8221; &#8211; wohnen Sie nicht in Berlin Prenzlauer Berg, wo die MacBook-Festplatten der PR-Beraterinnen, Werbetexter und vorübergehend anderweitig Tätigen voll sind mit Romanfragmenten, Kurzgeschichtenbänden und angefangenen Theaterstücken über das ungeheuere Leid des kreativen Prekariats? Wieso bilden also genau Sie sich ein, einen Roman&#8211;&#8221; und an dieser Stelle werde ich den bösartigen Fragesteller unterbrechen und ihn zurechtweisen. Weil ich nämlich nicht vorhabe zu erklären, warum ich einen Roman geschrieben habe. Natürlich soll das Buch unterhaltsam sein, Erbauung mit Fun-Intarsien bieten, dem Leser Erkenntisreichtum andienen und all&#8217; die anderen Standardautorenziele erfüllen, aber ob das alles auch gelungen ist, muss der Leser entscheiden. </p>
<p>Bevor er es aber entscheiden kann, muss der Leser das Buch erstmal kaufen. Das geht ab dem 17. September in allen Buchhandlungen und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3871346780?ie=UTF8&#038;tag=saschalobocom-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3871346780">im Internet</a>. Gründe für den Kauf möchte ich in den nächsten Wochen auf diesem Blog aufzeigen, verbunden mit einem leicht bis mittelschwer übertriebenen Marketingfeuerwerk, das ich bis zur Buchmesse Anfang Oktober abzubrennen gedenke. Marketingfeuerwerke für Bücher kann man natürlich doof finden oder unterstellen, dass nur schlechte Bücher Marketing bräuchten, aber ich hatte den Eindruck, dass vornehme, intelligente Zurückhaltung in der Kommunikation, Bescheidenheit im Auftritt und allgemeines Understatement charakterlich nicht so recht zu mir passen. Man möchte sich ja auch nicht verbiegen. </p>
<p>Weitere Informationen zu &#8220;Strohfeuer&#8221; finden sich unter http://saschalobo.com/strohfeuer &#8211; mit dem Trick, meine gesamt Seite zur Buchseite umzubauen, habe ich en passant ein altes Autorenproblem für mich gelöst, nämlich die vielen Social Media-Ruinen im Netz, wenn man Blogs, Facebook-Pages, Twitteraccounts und so fort für jedes Buch einzeln aufsetzt, wie ich das bisher getan habe. Einen ersten Eindruck vom Buch, das natürlich selbst das beste Argument zum Kauf sein sollte, kann man sich mit einer Leseprobe verschaffen, die <a href="http://www.etracker.de/lnkcnt.php?et=99xuYV&#038;url=http://www.rowohlt.de/fm/131/Lobo_Strohfeuer.pdf&#038;lnkname=PDF_Lobo_Strohfeuer.pdf">hier zum PDF-Download</a> bereitsteht. Viel Spaß.</p>

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		<title>Zur Loveparade in Duisburg</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 16:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[duisburg]]></category>
		<category><![CDATA[loveparade]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe nicht die geringste Ahnung, was im Detail wo und wie passiert ist. Ich sitze 500 Kilometer entfernt auf einem sehr weichen Stuhl und kann im Moment exakt nichts zu irgendetwas beitragen. Ich bin weder Augenzeuge noch Angehöriger noch potenziell Angehöriger oder irgendwie sonst persönlich involviert. Ich bin kein Experte oder auch nur ansatzweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ich habe nicht die geringste Ahnung, was im Detail wo und wie passiert ist. Ich sitze 500 Kilometer entfernt auf einem sehr weichen Stuhl und kann im Moment exakt nichts zu irgendetwas beitragen. Ich bin weder Augenzeuge noch Angehöriger noch potenziell Angehöriger oder irgendwie sonst persönlich involviert. Ich bin kein Experte oder auch nur ansatzweise Fachmann in irgendeinem Fachgebiet, das für die Katastrophe, ihr Zustandekommen oder die emotionale, technische oder juristische Aufarbeitung relevant ist. Ich verfüge über keinerlei Spezialwissen in Desasterforschung, Massenpanik, Katastrophenschutz, Katastrophenberichterstattung, Tunnelarchitektur, Großveranstaltungssicherung oder in ähnlichen oder angrenzenden Bereichen. Ich habe unendlich viele Fotos und Filme gesehen, Statements und Berichte gelesen und Kommentare von allen möglichen Beteiligten und Unbeteiligten und habe trotzdem weder eine Erklärung noch eine Deutung der Gesamtsituation. Ich weiss kein bisschen, wer Schuld trägt und wer nicht, oder ob überhaupt jemand besondere Schuld trägt. Ich kenne weder die Sicherheitsplanungen noch kann ich trotz des Unglücks fundiert einschätzen, ob sie wirklich versagt haben. Ich könnte niemanden für irgendetwas verurteilen, selbst wenn ich das wollte, was zumindest im Moment nicht der Fall ist.</p>
<p>Deshalb tue ich nichts weiter, als mein Mitgefühl auszudrücken und bin ansonsten zu diesem Thema still.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Warum ich nicht flattre</title>
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		<comments>http://saschalobo.com/2010/07/05/warum-ich-nicht-flattre/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 10:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Industries]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[flattr]]></category>

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		<description><![CDATA[Das hier ist kein Rant. Denn Flattr erscheint mir als eine Möglichkeit, wie Blogs und blogähnliche Medien etwas Geld verdienen können, das ist zunächst nichts Schlechtes, sondern vom Effekt her etwas Gutes. Trotzdem möchte ich aufzeigen, weshalb ich mich gegen Flattr entschieden habe. Es folgen deshalb persönliche Gründe und nur eingeschränkt allgemeingültige Argumente. 1. Geldquellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.flickr.com/photos/16339684@N00/2771876697/in/photostream/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/07/hahn_flattrt_nicht.jpg" alt="" title="rooster_by_internets_dairy_flickr" width="536" height="179" class="aligncenter size-full wp-image-1758" /></a>Das hier ist kein <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=rant">Rant</a>. Denn Flattr erscheint mir als eine Möglichkeit, wie Blogs und blogähnliche Medien etwas Geld verdienen können, das ist zunächst nichts Schlechtes, sondern vom Effekt her etwas Gutes. Trotzdem möchte ich aufzeigen, weshalb ich mich gegen Flattr entschieden habe. Es folgen deshalb persönliche Gründe und nur eingeschränkt allgemeingültige Argumente.</p>
<p><span id="more-1757"></span></p>
<p>1. Geldquellen<br />
Nennt mich inkonsequent, aber anders als von meinen <a href="http://saschalobo.com/buecher/">Buchlesern</a> möchte ich kein Geld von meinen Bloglesern, weil ich ihnen nichts verkaufen will. Ein Buch ist ein Produkt, ein Blog ist ein Prozess. Gegen Geldverdienen mit dem Blog habe ich gar nichts einzuwenden, aber es soll aus anderen Quellen stammen, zum Beispiel von der Werbeindustrie. Das klappt in Deutschland (noch immer) nicht so gut, wie es sein sollte, zugegeben. Und Paid Content etwa finde ich nicht grundsätzlich schlecht, im Gegenteil. Aber ich glaube, dass die Blogkultur in Deutschland &#8211; zu der in meinen Augen eine Refinanzierungsmöglichkeit gehören sollte – nur dann profitiert, wenn Geld von aussen zufliesst und nicht im Innern umverteilt wird.</p>
<p>2. Umverteilung<br />
Es gibt nach meiner Einschätzung im deutschsprachigen Raum etwa 250.000 mehr oder weniger aktive Blogger. Und ich rechne mit ungefähr einer Million Menschen, die Blogs absichtlich und regelmässig lesen (und nicht etwa über Google dorthingespült werden). Beides sind Schätzwerte, weil exakte Zahlen kaum herauszufinden sind. Diese Grössenordnungen und die zu erwartende Marktdurchdringung lassen mich vermuten, dass bei Flattr ein mittelgrosser Haufen Blogger das Geld im Kreis herumreicht. Natürlich, und das ist an den <a href="http://carta.info/29987/deutschen-flattr-charts-im-juni/">aktuellen, interessanten Zahlen</a> zu erkennen, profitieren davon eine Handvoll großer Blogs oder die <a href="http://taz.de">taz</a>*. Aber schon das flattr-Prinzip &#8211; man kann nur geflattrt werden, wenn man selbst flattrt – deutet stark darauf hin, dass die Vielzahl der kleineren Blogs die wenigen, größeren bezahlen werden. Als Fan der Umverteilung von oben nach unten ist mir das nur mäßig sympathisch. </p>
<p>3. Summenspiele<br />
Nehmen wir an, dass sich ein Flattr-Klick bei 10 Cent einpendelt. Nehmen wir weiter an, dass ein Blog wie <a href="http://carta.info">Carta</a> 5.000 Euro im Monat bräuchte, um sich professionell angemessen zu refinanzieren (bei über 50 komplexen und fundierten Artikeln im Monat ist das sogar eher wenig). Dann müsste jeder Artikel ungefähr eintausend Flattr-Klicks bekommen. Ist das realistisch, vor allem angesichts der psychologischen Wirkung? Ist der deutschsprachige Durchschnittsblogleser bereit, nach dem neunhundertneunundneuzigsten den eintausendsten Klick unter einen Artikel zu setzen? Vor allem angesichts der Tatsache, dass auf kleineren Blogs erwartbar die offen dargestellten Zahlen im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich bleiben werden? Ich glaube, dass gerade im Finanziellen die von Flattr vorgegebene Transparenz nicht nur positive Seiten hat.</p>
<p>4. Spendenschwierigkeiten<br />
Werbung finde ich deshalb gut, weil diese Art der Refinanzierung nicht zwischen Schreiber und Leser stattfindet &#8211; und damit den Lesegenuss nicht durch ein fortlaufendes Kundenverhältnis belastet. Mit der freiwilligen Spende des Lesers bekäme dieses Verhältnis einen anderen Drall: den Unterton des Bittstellers gegenüber den Lesern. Die Dankbarkeit, die ich fairerweise gegenüber meinen Lesern empfinden müsste, würde mich sehr stören. Bei anderen mag das anders sein, aber ich empfinde mich nicht als Dienstleister meiner Leser. Generell sehe ich auch die Gefahr des Flattr-Populismus. Es gibt sicher schlimmere Gefahren, aber wenn man sich Blogs ansieht, die auf Google Ads hingeschrieben werden, dann scheint es Texten nicht unbedingt gut zu tun, sich nach anderen Kriterien auszurichten als dem ureigenen Interesse des Autors (das in meinen Augen der Antriebsmotor jedes Blogs ist).</p>
<p>5. Gründer<br />
Ja, die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahren grauenvoll dumm verhalten. Ja, das Urheberrecht hatte schon im 20. Jahrhundert seine Schwächen und für das 21. Jahrhundert ist es stark reformbedürftig. Ja, P2P ist nicht die Wurzel alles Bösen. Aber die <a href="http://thepiratebay.org/legal">arrogante, pubertäre, selbstgerechte Art</a>, wie The Pirate Bay und damit auch Flattr-Gründer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sunde">Peter Sunde</a> sich einen Dreck um alle anderen inklusive der Musiker und Filmschaffenden geschert hat und damit mutmaßlich auch noch selbst Geld verdient hat, die stösst mir übel auf (selbst, wenn sie ein bisschen lustig ist). Flattr erscheint mir unter anderem als Feigenblättchen eines Menschen, dem seine Rolle der Contentdiebstahlbeihilfe etwas unangenehm geworden ist. Dazu noch ist das intransparente, von einer gewissen Schmierigkeit durchzogene Handeln von The Pirate Bay – zum Beispiel, was die Verkaufsabsichten anging – nicht geeignet, um größeres Vertrauen zu Herrn Sunde und seinen Geschäftspartnern aufzubauen.</p>
<p>Fazit<br />
Das Experiment Flattr beobachte ich trotz der genannten Gründe wohlwollend, weil Blogs Geld verdient haben und deshalb verdienen sollen. Allein, um herauszufinden, ob Flattr und damit die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schenk%C3%B6konomie">Geschenkökonomie</a> funktioniert, ist es sinnvoll, es zu tun; nach meiner Überzeugung ist &#8220;Machen&#8221; dafür die einzige Möglichkeit. Aber meine &#8211; von den bisherigen, veröffentlichten Zahlen eher unabhängige &#8211; Einschätzung ist, dass mit Flattr drei Dutzend Blogs eine aus professioneller Sicht geringe Summe erwirtschaften werden, für den gesamten Rest der Blogs wird es sich kaum lohnen. Das wäre nicht allzu schlimm, wenn von der Beteiligung dieser kleineren Blogs nicht auch die Refinanzierung der großen abhinge. Ich stelle mir vor, wie der Betreiber eines mittelgrossen Blogs hoffnungsvoll startet und mitflattert, dann drei Mal in Folge deutlich unter 20 Euro erlöst (also weniger als er selbst ausgegeben hat) und ernüchtert die Lust am Flattrn verliert. Dass Flattr dann noch als &#8220;Zubrot&#8221; für große Blogs funktioniert (allein damit relevante Summen zu verdienen, das glaubt wohl kaum jemand), halte ich für unwahrscheinlich. Und würde ich mich trotzdem ernsthaft freuen, wenn es anders käme.</p>
<p>Nachtrag: Zum Thema ist ein <a href="http://www.newsecho.de/digital/netz_und_technik/ec2MTyC9SuA/computer-«flattr»_werden_nutzer_freiwillig_im_netz_zahlen">dpa-Text</a> erschienen, für den Michael Kieffer auch mit mir gesprochen hatte.</p>
<p>Zweitnachtrag: Unterdessen hat <a href="http://blog.ronniegrob.com/2010/07/07/mein-hut-der-hat-drei-cents/">Ronnie Grob geantwortet und beschrieben</a>, warum er doch flattrt.</p>
<p style="font-size:11px;">* Die taz ist auf so vielen Ebenen ein publizistisch-ökonomischer Sonderfall, dass ich mir dort einen mittel- und langfristigen Erfolg mit Flattr tatsächlich vorstellen kann. Wenn kein besser geeignetes Micropayment-System aufkommt. Was ich wiederum sehr hoffe.</p>

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		<title>Der Druck des Druckens</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 08:38:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit großen Maschinen wird dieses Papier bedruckt, und ich mag große Maschinen. Da schwingt eine metallene Gewalt mit, die unerbittlich das tut, was sie soll, egal ob ein Stöckchen dazwischen gerät oder ein Finger. Diese Unerbittlichkeit der Maschine kann man in der Redaktion immer noch spüren, und das nimmt dem Prozess des Schreibens und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/05/cover_RZ_.jpg" alt="" title="cover_RZ_" width="535" height="246" class="aligncenter size-full wp-image-1669" />Mit großen Maschinen wird dieses Papier bedruckt, und ich mag große Maschinen. Da schwingt eine metallene Gewalt mit, die unerbittlich das tut, was sie soll, egal ob ein Stöckchen dazwischen gerät oder ein Finger. Diese Unerbittlichkeit der Maschine kann man in der Redaktion immer noch spüren, und das nimmt dem Prozess des Schreibens und der Gestaltung von Informationen – den ich sehr gut kenne – die Feinheiten. Das ist der Hauptgrund, weshalb mich der <a href="http://www.rhein-zeitung.de/regionales/lobo.html">Tag als Chefredakteur</a> mehr erschöpft hat als vermutet und weshalb ich meine eigenen Texte okay fand, aber nicht besser als okay. Leider.</p>
<p>In einem <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/tageszeitung-ist-viel-fabrikarbeit-_100028066.html?tx_ttnews[backPid]=23&#038;cHash=cd19079f43">Interview</a> habe ich eine Zeitung als Fabrik bezeichnet, nach nochmaligem Überlegen würde ich eher Maschinerie sagen. Auch das größte Zahnrad in einer Maschinerie hat keine Chance, wenn zwei kleine nicht funktionieren. Das mag alles für viele Menschen in vielen Redaktionen selbstverständlich sein, aber es hat eine andere Intensität, wenn die Druckerei im selben Haus ist, man zum Andruck zu den großen Maschinen geht und zwanzig Tonnen Papier rasen durch hundert Tonnen Stahl &#8211; im Zweifel mit dem ärgerlichen Grammatikfehler, den man vorhin übersehen hat.</p>
<p>Einen interessanten Mechanismus im Sozialgefüge der Redaktion habe ich beobachten können: wo immer ich eine Lücke gelassen habe, eine Entscheidungslücke oder eine Aufmerksamkeitslücke &#8211; die Redaktion hat sie sofort von selbst geschlossen. Anders geht es vermutlich mit dem Druck des Druckens im Nacken nicht, ich glaube, dass dieses Prinzip bei Regionalzeitungen noch einmal besonders wichtig ist. Denn ich hatte nicht den Hauch einer Chance, auch nur die Hälfte der Inhalte der Zeitung und ihrer 16 verschiedenen Lokalausgaben vor dem Druck anzusehen. Daraus folgt, dass das Konzept, die großen Leitlinien viel wichtiger sind als die situative Kontrolle – keine Überraschung, natürlich, aber interessant und für einen 78%-Kontrollfreak (mein Konzept der Laisser-Faire-Kontrolle) wie mich schwierig zu ertragen. </p>
<p>Ein Teil des Konzepts war, die subjektive Bewertung und das eigene Interesse vor die Aktualität zu stellen, weil in diesem Bereich das Internet nicht zu schlagen ist. Wo das Netz von der Papierzeitung geschlagen wird, ist in der konzentrierten Wirk-Macht, die eine Regionalzeitung entfaltet. Tatsächlich wurde ich auf dem Weg zum Bahnhof – als die Zeitung ein paar Stunden alt war – angesprochen: von einem Menschen im Fahrstuhl, von der Kellnerin beim Frühstück, von dem Mann an der Rezeption, vom Taxifahrer, drei anderen Taxifahrern am Bahnhof, wo ich ausstieg, von dem Mann, bei dem ich einen Kaffee bestellt habe, von zwei Teenagern in dem Café, von jemandem auf dem Bahnsteig, von einer Rentnergruppe und einer Gruppe Jugendlicher im Regionalexpress. Nach eingehenden Frisurstudien in den letzten Jahren schätze ich das Verhältnis von Menschen, die einen erkennen, zu Menschen, die einen ansprechen, auf etwa 1:10. Legt man diesen Maßstab an, kann man davon ausgehen, dass eine gut funktionierende Regionalzeitung ihre Inhalte in circa 105% aller Köpfe in der Region hineinpresst. Das ist gleichermaßen wirtschaftlich sensationell wie es mediengesellschaftlich problematisch sein kann; und von einer einzelnen Internetseite wird ein solcher Wert ziemlich sicher niemals erreicht werden können – aber das ist eine andere Diskussion.</p>
<p>Abschließend möchte ich allen Mitarbeitern, besonders im Lokalen, danken, dass sie die Ideen und Anregungen, die ich naiv-netzhaft mitgebracht habe, so famos umgesetzt haben. Das kann ich inzwischen sagen, weil es nicht nur nach meinem eigenen Empfinden stimmt, sondern die Zeitung auch vom Publikum begeistert angenommen worden ist. Das Echo sowohl beim größten Teil der Social-Media-Crowd wie auch von fast allen Lesern der Papierzeitung war positiv bis euphorisch. Danke dafür, auch an Christian Lindner, dessen Idee diese Aktion war. In Absprache und mit Erlaubnis der Chefredaktion habe ich beschlossen, allen Mitarbeitern der Redaktion – auch der Lokalredaktionen, natürlich &#8211; jeweils ein persönlich signiertes Expemlar von &#8220;Wir nennen es Arbeit&#8221; zu schenken. Obwohl ich natürlich hoffe, dass die Erkenntnisse, die darin stehen, nicht dazu führen, dass sich zu viele Mitarbeiter der Rhein-Zeitung selbständig machen.</p>

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		<title>Die Zeitung, das unbekannte Lesen</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 11:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern war ich Chefredakteur für einen Tag bei der Rhein-Zeitung. Bevor ich heute Abend das gesamte Projekt aus meiner Sicht bewerte, möchte ich den Anspruch dieser Unternehmung beschreiben und das Konzept dahinter. Kern des Konzepts war die Fragestellung, ob sich die Erkenntnisse der Informationsvermittlung im Netz zurück auf das Papier übertragen lassen. Dafür habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="aligncenter size-full wp-image-1660" title="titelfoto_auswahl" src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/05/titelfoto_auswahl.jpg" alt="" width="536" height="93" />Gestern war ich Chefredakteur für einen Tag bei der Rhein-Zeitung. Bevor ich heute Abend das gesamte Projekt aus meiner Sicht bewerte, möchte ich den Anspruch dieser Unternehmung beschreiben und das Konzept dahinter. Kern des Konzepts war die Fragestellung, ob sich die Erkenntnisse der Informationsvermittlung im Netz zurück auf das Papier übertragen lassen. Dafür habe ich drei wesentliche (und medienneutrale) Kriterien des Publizierens im Internet identifiziert:</p>
<p>Interessantheit<br />
Die Aufmerksamkeitsströme des Netzes richten sich danach, was als interessant empfunden und deshalb weiterempfohlen wird. Die Empfehlung ist der Informationsfilter der Zukunft und funktioniert nur, wenn der Empfehlende selbst interessiert ist. Mit der Annahme, dass sich Interessantheit vom Autor auf den Leser übertragen kann, ergibt sich: Jeder Artikelautor schreibt über ein Thema, was ihm wirklich am Herzen liegt, im Positiven oder im Negativen, Begeisterung zählt soviel wie Empörung.</p>
<p>Subjektivität<br />
Vor allem Blogs, aber auch die meisten anderen publizistischen Formen im Netz sind offen subjektiv. Die Grenze zum seriösen Journalismus muss deutlich bleiben – aber der persönliche Standpunkt und auch das Pronomen &#8220;ich&#8221; sind erlaubt und erwünscht.</p>
<p>Visualisierung<br />
Das Internet ist ein sehr bildintensives Medium, Fotos, Grafiken, Visualisierungen unterstützen nicht nur die Texte wie in der Zeitung, sondern erzählen ihre eigenen Geschichten. Meine Lieblings-Zeitungsrubrik – von der ich mich immer noch frage, weshalb sie in Deutschland nicht angeboten wird – ist <a href="http://www.boston.com/bigpicture/">The Big Picture vom Boston Globe</a>. Deshalb soll die Stimmung im RZ-Land in allen Regionen in Fotos von Profis und von Lesern festgehalten werden.</p>
<p>Hier kann man das Ergebnis als PDF-ePaper  <a href="http://epaper.rhein-zeitung.de/eweb/rz/2010/05/19/B0/1/">downloaden</a>. Und hier finden sich die Dokumentationsbeiträge rund um die Aktion:<br />
<a href="http://www.rhein-zeitung.de/regionales/lobo.html">Sonderseite</a>.</p>
<p>Mein persönliches Fazit &#8211; erscheint wie gesagt erst heute Abend, an dieser Stelle. Ich möchte nämlich unter anderem abwarten, wie das Produkt der Bemühungen von den Lesern angenommen wird.</p>

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		<title>How to survive a shitstorm</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 07:53:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Vortrag auf der re:publica 2010 ist nun auf Youtube verfügbar. Viel Freude; wenn es Bedarf geben sollte, überarbeite ich die Folien ein wenig und reiche sie auf Slideshare nach (frühestens jedoch im Mai). Tweet]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mein Vortrag auf der re:publica 2010 ist nun auf Youtube verfügbar. Viel Freude; wenn es Bedarf geben sollte, überarbeite ich die Folien ein wenig und reiche sie auf Slideshare nach (frühestens jedoch im Mai).<br />
<object width="542" height="435"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/-OzJdA-JY84&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/-OzJdA-JY84&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="542" height="435"></embed></object></p>

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		<title>Die Facebook-Fan-Falle</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 10:59:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jetzt ist es passiert und ich habe ein Problem, bei deren Lösung nur Ihr mir helfen könnt. Mit &#8220;Ihr&#8221;, das ich des briefartigen Ansprachecharakters halber im Internet immer groß schreibe, meine ich diejenigen Menschen, die mit mir auf Facebook befriendet sind. Kein Verschreiber, ich unterscheide &#8220;Freunde&#8221; und &#8220;Friends&#8221;. Ich habe grundsätzlich wenig Probleme mit Anglizismen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/02/crowd_of_individuals.jpg" alt="" title="crowd_of_individuals" width="536" height="279" class="aligncenter size-full wp-image-1476" />Jetzt ist es passiert und ich habe ein Problem, bei deren Lösung nur Ihr mir helfen könnt. Mit &#8220;Ihr&#8221;, das ich des briefartigen Ansprachecharakters halber im Internet immer groß schreibe, meine ich diejenigen Menschen, die mit mir auf Facebook befriendet sind. Kein Verschreiber, ich unterscheide &#8220;Freunde&#8221; und &#8220;Friends&#8221;. Ich habe grundsätzlich wenig Probleme mit Anglizismen, die &#8220;Sprache reinhalten&#8221; zu wollen, ist in meinen Augen Unsinn mit der Tendenz zur kulturellen Möchtegernhegemonie, aber das nur am Rande. </p>
<p>Jedenfalls habe ich seit einiger Zeit <a href="http://facebook.com/saschalobo">5000 Friends auf Facebook</a>, das ist die von Facebook willkürlich eingezogene Obergrenze. Natürlich kenne ich von diesen 5000 allenfalls 1000 persönlich, wenn man &#8220;kennen&#8221; weitestmöglich fasst im Sinne von &#8220;schon mal persönlich gesehen oder online miteinander kommuniziert&#8221;. Das macht mir nichts aus, im Gegenteil. Bisher habe ich Friends übersetzt als &#8220;Interessierte Personen&#8221;. Als ich an der Friend-Grenze anlangte, habe ich facebookinterne Kreise kontaktiert und nachgefragt, was zu tun sei. Die Antwort hat mich indirekt vor das eingangs erwähnte, gemeinsam zu lösende Problem gestellt. Da die 5000-Friends-Grenze keinesfalls aufgehoben wird, bleibt als einzige Möglichkeit die Umstellung meines Profils auf eine so genannte Page. Damit kann man die meisten Funktionen normaler Profile auch nutzen und noch einige mehr. Gut und schön. Aber! Die eben noch Friends genannten Kontakte auf Facebook wandeln sich &#8211; in Fans. <img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/02/5000friends_grenze.jpg" alt="" title="5000friends_grenze" width="536" height="57" class="aligncenter size-full wp-image-1483" />Uff. Fans. Eben waren wir noch Friends, jetzt schon muss ich den interessierten Personen zumuten, zu ver-fan-nen. Ich weiss um die Bedeutung von Namen und Bezeichnungen, und habe mir deshalb etwas ausgedacht, um meine Friends nicht zu Zwangsfans zu machen. Nicht, dass ich etwas gegen Fans oder Fantum habe &#8211; aber der unfreiwillige Bezeichnungswandel macht mir Sorgen. Mein Teil der erwähnten Problemlösung ist oben zu sehen. Mit der Macht der selbsterklärten Deutungshoheit ist bei mir auf der Facebook-Seite &#8220;Fan&#8221; ab sofort (bzw. ab der Umschaltung in ein paar Tagen) ein Akronym für &#8220;Friend Auf Netzwerk&#8221;. Da mag in Euren Profilen Fan stehen &#8211; und hier kommt Euer Teil der Problemlösung – aber wir alle wissen, dass es Friend auf Netzwerk heisst. Wir bleiben trotzdem ganz normal befriendet, es heisst nur umständehalber anders. Okay mit Euch?<img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/02/friend_auf_netzwerk.jpg" alt="" title="friend_auf_netzwerk" width="536" height="90" class="aligncenter size-full wp-image-1468" />Damit erspart Ihr mir einige kleinere Problemchen, zum Beispiel auf Parties sagen zu müssen, &#8220;sorry, ich kann Dich nicht hinzufügen auf Facebook, sonst müsste ich jemand anderen entfrienden&#8221;. Oder Ausreden zu erfinden für die 500 freundlichen, interessierten Personen, die sozusagen auf der Warteliste der Befriendung stehen. Danke für Euer Verständnis.</p>
<p>Und bei der Gelegenheit kann ich gleich auch mal ein paar Dinge aufschreiben zu Friendschaft, Freundschaft und sozialen Netzwerken. </p>
<p>• Wer Friendschaften grundsätzlich ablehnt, hat ein in Zukunft größer werdendes Problem. Denn die so genannten &#8220;schwachen Bindungen&#8221; (vgl. Mark Granovetter, &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mark_Granovetter#The_strength_of_weak_ties">The Strength of Weak Ties</a>&#8220;) machen den persönlichen Wert (hier keinesfalls monetär gemeint) eines sozialen Netzwerkes aus. Das gilt nicht nur beruflich, wo über die &#8220;schwachen Bindungen&#8221; die wichtigsten Kontakte zustande kommen &#8211; sondern auch privat. Die meisten Lebenspartnerschaften ergeben sich per Vermittlung über schwache Bindungen.</p>
<p>• Wer auf der anderen Seite aber Friends mit Freunden verwechselt, wird vermutlich böse enttäuscht. Friends helfen eher nicht beim Umzug, Friends sind nur selten alarmiert, wenn man zwei Wochen verstummt, Friends können wesentlich schlechter zwischen den Zeilen lesen als Freunde. Friends sind eher digitale Nachbarn. Das macht weder Friends noch Nachbarn zu schlechten Menschen, es sind eben nur keine Freunde im klassischen Definitionssinn.</p>
<p>• Allgemein bitte ich darum, die penetrante Frage nach dem &#8220;Warum?&#8221; zu allen möglichen Sozialen Netzwerken und Plattformen nicht mehr zu stellen. Die einzige mir sinnvoll erscheinende Antwort darauf lautet &#8220;Weil Menschen es wollen&#8221;, was aber meistens nicht die Art von Antwort ist, die eine wertvolle Diskussion eröffnet.</p>
<p>• Und wo wir gerade dabei sind, bei der allgemeinen Diskussion um Daten in der Öffentlichkeit, kann ich ja auch mal am Rande erwähnen, dass ich eine der jüngsten Entwicklungen im Social-Network-Bereich gut finde und benutze: <a href="http://blippy.com/saschalobo">Blippy</a>. Man veröffentlicht dort, was man gekauft hat, und zwar automatisiert mit Schnittstellen zu Services wie iTunes oder auch der Kreditkarte (was in Deutschland leider noch nicht geht). An anderer Stelle schreibe ich mal auf, weshalb das im Moment aussieht wie das schlimmste, was man überhaupt etc. usw. &#8211; warum es aber mittelfristig den Konsumenten Macht zurückgibt. Hint: es hat auch damit zu tun, dass ein bisher verborgener Mechanismus (siehe zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Payback_%28Bonusprogramm%29#Kritik:_Datenschutz">Payback-Karte</a>) ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird, und zwar bewusst und vom Nutzer kontrolliert.</p>

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		<title>Mailbeschwerden</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 19:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[mails]]></category>
		<category><![CDATA[seltsame menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast jeden Tag bekomme ich Mails von mir unbekannten Menschen, die reagieren auf irgendetwas, was ich irgendwo gesagt oder geschrieben habe. Das ist schön. Die meisten sind tatsächlich sehr freundlich formuliert, sogar, wenn sie Kritik enthalten und wenn ich es irgendwie einrichten kann, antworte ich freundlich zurück. Ab und zu kommen Beschimpfungsmails, auch das ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.flickr.com/photos/cesarastudillo/3981364314/"><img class="aligncenter size-full wp-image-1458" title="facepalm_stone_by_cesarastudillo" src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/02/facepalm_stone.jpg" alt="" width="536" height="150" /></a>Fast jeden Tag bekomme ich Mails von mir unbekannten Menschen, die reagieren auf irgendetwas, was ich irgendwo gesagt oder geschrieben habe. Das ist schön. Die meisten sind tatsächlich sehr freundlich formuliert, sogar, wenn sie Kritik enthalten und wenn ich es irgendwie einrichten kann, antworte ich freundlich zurück. Ab und zu kommen Beschimpfungsmails, auch das ist normal, da antworte ich seltener. Und dann bekomme ich Facepalm-Mails. Wenn ich gerade Lust habe, antworte ich darauf. So ist der folgende Maildialog entstanden, den ich hier anonymisiert veröffentliche, weil ich das will. Schwere Kost, aber durchaus von innerer Komik. Finde ich.<br />
<span id="more-1457"></span></p>
<blockquote><p>hallo Sascha Lobo, frustriert war ich, nachdem ich Dein Essay im Spiegel gelesen habe (&#8230;); frustriert auch, weil ich befürchten muss, dass auch Dir der Mut fehlt, dich einmal frei von bloßer Rhetorik mit mir auseinanderszusetzen, persönlich, unausweichlich, mitmenschlich und sinnlich erfahrbar, anstatt Dich hinter deinem Bildschirm zu verstecken oder hinter deiner Rolle als Medienstar auf Vorträgen.<br />
Mehr als das aber hoffe ich, dass Du bereit bist zu einem physisch erlebten Austausch über so existentielle Themen, die Du in deinem Essay leider nur scharf anschneidest&#8230;., dass also nicht auch Du dich schon bequem eingerichtet hast auf den oberen Etagen einer zumeist nur Polemik und Selbstbeglaubigung (bzw. Rechtfertigungsideologie) betreibenden Intelligenzia und somit zu einem medial aufgeblasenen Geist wirst, dass anders Denkende, aber vor allem Verantwortung aufzeigende Menschen prominent ignoriert, um so einsam über den Dingen zu schweben.<br />
Denn gegenwärtig geht es um weitaus mehr als um Diskurse, Anklage und andere kluge Worte, die in ihrer bloßen Begrifflichkeit der &#8220;Überforderung&#8221; dem Leben gegenüber, die ja aufs Engste mit der expansion des internets zu tun hat, nicht gewachsen sind. In Anbetracht des Zustandes unsere Planeten ist es sowas von zweitrangig, ob manche eher kulturpessimistisch sind oder aber optimistisch. Und wenn Du schon Sokrates und Platon interpretierst, so solltest Du &#8211; insofern Du mit deinem essay das wirkliche Leben meinst &#8211; einmal versuchen, die in diesen Schriften leider noch feststeckende Dialektik in ihrem lebendigen Sinn auch zu erkennen&#8230;.<br />
Denn hier, dort und jetzt geht es nicht ums Entweder-Oder, nicht ums Rechthaben oder um die sprachgewandte Flucht in die realen und virtuellen Türme des Wissens, sondern alleine um die Kraft und die Kreativität der gelebten Gemeinschaft, um die gemeinsamen lebensweltlichen Erfahrungen also, die in ihrer Vielfalt unsere Kultur wieder zu jenem Souverän machen, das eintritt in die offene Geschichte der Gestaltung unserer Wirklichkeit&#8230;<br />
Unserer Kultur hingegen, weiterhin gefangen in bloß oberflächlich anregenden Polarisierungen und vielem mehr dergleichen (die Beschreibungen der Kulturindustrie sind die sicherlich geläufig), wird blutarm, seelenlos und muss endlich das Gemeinsame unserer Natur, ihre Einheit und evolutionäre Entwicklung unserer Spiritualität in der Einfachheit kulturellen Handelns (das unter anderem auch in einem ehrlichen, persönlichen Austausch zwischen uns gewährleistet wäre) entdecken.</p>
<p>Mit Grüßen eines [gestrichen] jährigen Schwulen, der in seinem Heimatdorf aufs mieseste denunziert wird, da sein Austausch mit Gleichgesinnten in die falschen Kanäle des Internets gelangte und der mit fünfzehn seine Fantasien im Wald hinter dem Dorf mit seinem damaligen Freund in aller Ruhe, ungestört und nicht aufgedeckt ausleben konnte&#8230; und mit dem Bewusstsein, dass ich Dir diese und gerne auch weitere Direktheiten über dein hohlen Worte nur deswegen mitteile, weil ich bereit bin, Dich in aller menschenfreundschaft auch persönlich zu treffen, um ausführlich zu diskutieren&#8230;.vielleicht könnte ein so &#8220;zu ende&#8221; geführter Dialog, eine solche Dialektik ja auch für andere insofern bedeutsam sein, dass sich wirkliche &#8220;Synthesen&#8221; entwickeln.</p></blockquote>
<p>lieber [gestrichen],<br />
ich weiss nicht, wie du auf die idee kommst, mich mit beleidigendem unterton und einem mittelgrossen haufen von unterstellungen per mail anzugehen und zu glauben, dass ich deshalb mich mit dir treffen wollen würde. du möchtest mir erzählen, was alles falsch läuft auf der welt, falsch läuft mit mir, was ich alles für &#8220;hohle worte&#8221; sage, dass mir &#8220;der mut fehlt&#8221; usw.?<br />
das möchte ich alles nicht hören. nicht, weil ich keine kritik hören will. sondern weil ich mir einen kennenlernprozess grundsätzlich anders vorstelle. jedenfalls nicht vorwurfsgetrieben.<br />
mit lieben grüssen und viel glück,<br />
sascha lobo</p>
<blockquote><p>
Hallo Sascha Lobo, ich bin sehr überrascht und es tur mir leid, dass Du vor aller Hoffnung, vor aller Ehrlichkeit und vor allen Inhalten, die aus meiner E-Mail sprechen einzig und alleine Negatives, Unterstellungen und Beleidigungen heraus liest. Wie schade, dass Du eine solche (und wenn ich jetzt sage von Eitelkeit getriebene Lesart bevorzugst, so meine ich das nicht etwa als Beleidigung, was es ja wirklich nur wäre, wenn dies zuträfe, sondern einzig und alleine um die Notwendigkeit für unsere Kultur zu einem ehrlichen, in die tiefe gehenden Dialog deutlich zu machen, der jedoch ohne sprachliche Instrumentalisierungen nur im direkten Kontakt wirklich fruchtbar sein kann (&#8230;)) Lesart als Grund für deinen Unwillen die Inhalte aufzunehmen und für deinen Unwillen, mich persönlich zu treffen vorschiebst. Ich sprach alleine nur über Meinungen, die du von dir gegeben hast und nicht über deine Person, und wenn ich von Mutlosigkeit sprach, dann war dies alleine eine auf Erfahrung basierende Befürchtung, mit der ich nur allzu gerne falsch liege. Es sprach hier kein Unterton zu Dir, und falls es vielleicht doch ein wenig zu direkt war, so tut es mir leid; Du als Person warst damit nicht gemeint; und hätte ich nicht -auch weiterhin- den Wunsch, mit Dir persönlich zu sprechen, so hätte die E- Mail bestimmt auch freundlicher (geheuchelter?) verpackt&#8230;. Bitte gebe Dir einen kleinen Ruck, Du hast nichts zu verlieren aber wir haben gemeinsam so viel zu gewinnen. Mit Grüßen </p></blockquote>
<p>lieber [gestrichen],<br />
ich will so deutlich wie möglich sein, ohne dich zu verletzen:<br />
ich möchte mich nicht mit dir treffen.<br />
mit lieben grüssen,<br />
sascha lobo</p>
<blockquote><p>Hallo Sascha, Schade, sehr schade: wie gerne würde ich einmal erfahren, dass Erfolg im Kulturbetrieb nicht bloß von Eitelkeit und Ignoranz begleitet wird und von der Angst, das eigene Weltbild zu überdenken. Vor allem für unsere und meine beiden Kinder tut es mir leid, die Hoffnung schwinden zu sehen, dass eine emphatische, offene und solidarische Kultur dem bestehenden Betrieb und dieser eitlen, verlogenen, zerstörerischen und von dem Streben nach Erfolg und Macht getriebenen Welt etwas Gemeinsames und Schöpferisches als wirkliche Alternative bietet&#8230;Und noch ein Tip für dein Karma: die pseudo-aggressive Heuchelei deiner zweiten Mail wird deinen schönen Hahnenkamm auf Dauer zur Seite legen und das meine ich jetzt ehrlich angepisst von einem so hohlen Typen, der nicht mal den Mut aufbringt, auch nur auf einen Inhalt meiner Mails einzugehen, sich aber gleichzeitig Diskurse liefert mit so von Macht, Luxus und Eitelkeit verblendeten Menschen wie einem Schirrmacher. Schäm dich was. und falls diese mails auf deinem öffentlichen Lobo Blog landen, vergiss nicht sie schnell zu löschen, und falls Du doch den Mut hast, um mit mir wenigstens via mail zu kommunizieren, ich lasse mich immer wieder gerne eines besseren belehren&#8230; Grüsse</p></blockquote>

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