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	<title>saschalobo.com &#187; Web 2.0</title>
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	<description>Das private Blog von Sascha Lobo</description>
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		<title>Warum ich nicht flattre</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 10:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das hier ist kein Rant. Denn Flattr erscheint mir als eine Möglichkeit, wie Blogs und blogähnliche Medien etwas Geld verdienen können, das ist zunächst nichts Schlechtes, sondern vom Effekt her etwas Gutes. Trotzdem möchte ich aufzeigen, weshalb ich mich gegen Flattr entschieden habe. Es folgen deshalb persönliche Gründe und nur eingeschränkt allgemeingültige Argumente. 1. Geldquellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/16339684@N00/2771876697/in/photostream/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/07/hahn_flattrt_nicht.jpg" alt="" title="rooster_by_internets_dairy_flickr" width="536" height="179" class="aligncenter size-full wp-image-1758" /></a>Das hier ist kein <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=rant">Rant</a>. Denn Flattr erscheint mir als eine Möglichkeit, wie Blogs und blogähnliche Medien etwas Geld verdienen können, das ist zunächst nichts Schlechtes, sondern vom Effekt her etwas Gutes. Trotzdem möchte ich aufzeigen, weshalb ich mich gegen Flattr entschieden habe. Es folgen deshalb persönliche Gründe und nur eingeschränkt allgemeingültige Argumente.</p>
<p><span id="more-1757"></span></p>
<p>1. Geldquellen<br />
Nennt mich inkonsequent, aber anders als von meinen <a href="http://saschalobo.com/buecher/">Buchlesern</a> möchte ich kein Geld von meinen Bloglesern, weil ich ihnen nichts verkaufen will. Ein Buch ist ein Produkt, ein Blog ist ein Prozess. Gegen Geldverdienen mit dem Blog habe ich gar nichts einzuwenden, aber es soll aus anderen Quellen stammen, zum Beispiel von der Werbeindustrie. Das klappt in Deutschland (noch immer) nicht so gut, wie es sein sollte, zugegeben. Und Paid Content etwa finde ich nicht grundsätzlich schlecht, im Gegenteil. Aber ich glaube, dass die Blogkultur in Deutschland &#8211; zu der in meinen Augen eine Refinanzierungsmöglichkeit gehören sollte – nur dann profitiert, wenn Geld von aussen zufliesst und nicht im Innern umverteilt wird.</p>
<p>2. Umverteilung<br />
Es gibt nach meiner Einschätzung im deutschsprachigen Raum etwa 250.000 mehr oder weniger aktive Blogger. Und ich rechne mit ungefähr einer Million Menschen, die Blogs absichtlich und regelmässig lesen (und nicht etwa über Google dorthingespült werden). Beides sind Schätzwerte, weil exakte Zahlen kaum herauszufinden sind. Diese Grössenordnungen und die zu erwartende Marktdurchdringung lassen mich vermuten, dass bei Flattr ein mittelgrosser Haufen Blogger das Geld im Kreis herumreicht. Natürlich, und das ist an den <a href="http://carta.info/29987/deutschen-flattr-charts-im-juni/">aktuellen, interessanten Zahlen</a> zu erkennen, profitieren davon eine Handvoll großer Blogs oder die <a href="http://taz.de">taz</a>*. Aber schon das flattr-Prinzip &#8211; man kann nur geflattrt werden, wenn man selbst flattrt – deutet stark darauf hin, dass die Vielzahl der kleineren Blogs die wenigen, größeren bezahlen werden. Als Fan der Umverteilung von oben nach unten ist mir das nur mäßig sympathisch. </p>
<p>3. Summenspiele<br />
Nehmen wir an, dass sich ein Flattr-Klick bei 10 Cent einpendelt. Nehmen wir weiter an, dass ein Blog wie <a href="http://carta.info">Carta</a> 5.000 Euro im Monat bräuchte, um sich professionell angemessen zu refinanzieren (bei über 50 komplexen und fundierten Artikeln im Monat ist das sogar eher wenig). Dann müsste jeder Artikel ungefähr eintausend Flattr-Klicks bekommen. Ist das realistisch, vor allem angesichts der psychologischen Wirkung? Ist der deutschsprachige Durchschnittsblogleser bereit, nach dem neunhundertneunundneuzigsten den eintausendsten Klick unter einen Artikel zu setzen? Vor allem angesichts der Tatsache, dass auf kleineren Blogs erwartbar die offen dargestellten Zahlen im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich bleiben werden? Ich glaube, dass gerade im Finanziellen die von Flattr vorgegebene Transparenz nicht nur positive Seiten hat.</p>
<p>4. Spendenschwierigkeiten<br />
Werbung finde ich deshalb gut, weil diese Art der Refinanzierung nicht zwischen Schreiber und Leser stattfindet &#8211; und damit den Lesegenuss nicht durch ein fortlaufendes Kundenverhältnis belastet. Mit der freiwilligen Spende des Lesers bekäme dieses Verhältnis einen anderen Drall: den Unterton des Bittstellers gegenüber den Lesern. Die Dankbarkeit, die ich fairerweise gegenüber meinen Lesern empfinden müsste, würde mich sehr stören. Bei anderen mag das anders sein, aber ich empfinde mich nicht als Dienstleister meiner Leser. Generell sehe ich auch die Gefahr des Flattr-Populismus. Es gibt sicher schlimmere Gefahren, aber wenn man sich Blogs ansieht, die auf Google Ads hingeschrieben werden, dann scheint es Texten nicht unbedingt gut zu tun, sich nach anderen Kriterien auszurichten als dem ureigenen Interesse des Autors (das in meinen Augen der Antriebsmotor jedes Blogs ist).</p>
<p>5. Gründer<br />
Ja, die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahren grauenvoll dumm verhalten. Ja, das Urheberrecht hatte schon im 20. Jahrhundert seine Schwächen und für das 21. Jahrhundert ist es stark reformbedürftig. Ja, P2P ist nicht die Wurzel alles Bösen. Aber die <a href="http://thepiratebay.org/legal">arrogante, pubertäre, selbstgerechte Art</a>, wie The Pirate Bay und damit auch Flattr-Gründer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sunde">Peter Sunde</a> sich einen Dreck um alle anderen inklusive der Musiker und Filmschaffenden geschert hat und damit mutmaßlich auch noch selbst Geld verdient hat, die stösst mir übel auf (selbst, wenn sie ein bisschen lustig ist). Flattr erscheint mir unter anderem als Feigenblättchen eines Menschen, dem seine Rolle der Contentdiebstahlbeihilfe etwas unangenehm geworden ist. Dazu noch ist das intransparente, von einer gewissen Schmierigkeit durchzogene Handeln von The Pirate Bay – zum Beispiel, was die Verkaufsabsichten anging – nicht geeignet, um größeres Vertrauen zu Herrn Sunde und seinen Geschäftspartnern aufzubauen.</p>
<p>Fazit<br />
Das Experiment Flattr beobachte ich trotz der genannten Gründe wohlwollend, weil Blogs Geld verdient haben und deshalb verdienen sollen. Allein, um herauszufinden, ob Flattr und damit die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schenk%C3%B6konomie">Geschenkökonomie</a> funktioniert, ist es sinnvoll, es zu tun; nach meiner Überzeugung ist &#8220;Machen&#8221; dafür die einzige Möglichkeit. Aber meine &#8211; von den bisherigen, veröffentlichten Zahlen eher unabhängige &#8211; Einschätzung ist, dass mit Flattr drei Dutzend Blogs eine aus professioneller Sicht geringe Summe erwirtschaften werden, für den gesamten Rest der Blogs wird es sich kaum lohnen. Das wäre nicht allzu schlimm, wenn von der Beteiligung dieser kleineren Blogs nicht auch die Refinanzierung der großen abhinge. Ich stelle mir vor, wie der Betreiber eines mittelgrossen Blogs hoffnungsvoll startet und mitflattert, dann drei Mal in Folge deutlich unter 20 Euro erlöst (also weniger als er selbst ausgegeben hat) und ernüchtert die Lust am Flattrn verliert. Dass Flattr dann noch als &#8220;Zubrot&#8221; für große Blogs funktioniert (allein damit relevante Summen zu verdienen, das glaubt wohl kaum jemand), halte ich für unwahrscheinlich. Und würde ich mich trotzdem ernsthaft freuen, wenn es anders käme.</p>
<p>Nachtrag: Zum Thema ist ein <a href="http://www.newsecho.de/digital/netz_und_technik/ec2MTyC9SuA/computer-«flattr»_werden_nutzer_freiwillig_im_netz_zahlen">dpa-Text</a> erschienen, für den Michael Kieffer auch mit mir gesprochen hatte.</p>
<p>Zweitnachtrag: Unterdessen hat <a href="http://blog.ronniegrob.com/2010/07/07/mein-hut-der-hat-drei-cents/">Ronnie Grob geantwortet und beschrieben</a>, warum er doch flattrt.</p>
<p style="font-size:11px;">* Die taz ist auf so vielen Ebenen ein publizistisch-ökonomischer Sonderfall, dass ich mir dort einen mittel- und langfristigen Erfolg mit Flattr tatsächlich vorstellen kann. Wenn kein besser geeignetes Micropayment-System aufkommt. Was ich wiederum sehr hoffe.</p>
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		<title>Facebook Privacy Settings</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 13:59:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gekl Inspiriert von einem amerikanischen Blog, das ich leider nicht mehr finde. Anyone? topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F05%2F14%2Ffacebook-privacy-settings%2F", "shorturl": "http://bit.ly/aGwbRG", "style": "small", "title": "Facebook Privacy Settings" });]]></description>
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<p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/05/facebook_settings.jpg" alt="" title="facebook_settings" width="536" height="580" class="aligncenter size-full wp-image-1653" /></p>
<p style="font-size:11px;"><strike>Gekl</strike> Inspiriert von einem amerikanischen Blog, das ich leider nicht mehr finde. Anyone?</p>
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		<item>
		<title>Der unaufhaltsame Aufstieg des Social Networks FORMsquare</title>
		<link>http://saschalobo.com/2010/05/07/der-unaufhaltsame-aufstieg-des-social-networks-formsquare/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 11:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie wird ein Social Network eigentlich groß im deutschen Sprachraum? Hier sind die Eckpunkte eines solchen Siegeszuges anhand des bekannten Beispiels FORMsquare.pro aufgezeichnet. 0 Kosmar findet einen Hinweis auf FORMsquare in einem amerikanischen Blog, das ausser ihm und dem Autor niemand liest. Er twittert den Link, allerdings mit seinem geheimen Drittaccount, dem er nicht einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Wie wird ein Social Network eigentlich groß im deutschen Sprachraum? Hier sind die Eckpunkte eines solchen Siegeszuges anhand des bekannten Beispiels FORMsquare.pro aufgezeichnet.<br />
<img class="aligncenter size-full wp-image-1598" title="formsquare_logo" src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/05/formsquare_logo.jpg" alt="" width="536" height="207" /></p>
<p style="text-align: center;"><strong>0</strong></p>
<p><a href="http://kosmar.de">Kosmar</a> findet einen Hinweis auf FORMsquare in einem amerikanischen Blog, das ausser ihm und dem Autor niemand liest. Er twittert den Link, allerdings mit seinem geheimen Drittaccount, dem er nicht einmal selbst folgt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>1</strong></p>
<p><a href="http://wirres.net">Felix Schwenzel</a> greift FORMsquare auf, versteht die Plattform aber völlig falsch und distanziert sich deshalb halbironisch davon. &#8220;Das funktioniert auf dem neuen PaInTheS© nur unter Flingo 4.7&#8243;, so sein vernichtendes Urteil. Als Symbolbild wählt er einen Uhu, niemand weiss warum, er selbst auch nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>2</strong></p>
<p>Kosmar legt seinen FORMsquare-Account still, die Plattform habe ihre besten Zeiten hinter sich.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>3</strong></p>
<p>Als dritter Mensch in Deutschland erfährt <a href="http://spreeblick.com">Johnny Haeusler</a> von FORMsquare durch eine SMS von Felix Schwenzel. Am nächsten Tag schreibt er einen langen Artikel darüber, weshalb das Social Network zwar gut ist, aber nicht den Kern trifft. Trotzdem glaubt er, dass mit FORMsquare der endgültige Durchbruch der Blogs in Deutschland erreicht wird. Im Schlussabsatz entschuldigt er sich dafür, dass er sich aus Zeitgründen erst als einer der letzten über FORMsquare Gedanken machen konnte und für den Vulkanausbruch in Island. In den Kommentaren wird ihm der endgültige Ausverkauf der FORMsquarosphäre vorgeworfen, elf verbitterte Leser schicken ihre Spreeblick-Mützen zurück.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>4</strong></p>
<p>Die Seite FORMsquare.de wird von einem FORMsquare-Coach registriert. Auf der Seite spricht der Coach von mehrjähriger Erfahrung und Personalverantwortung bei einem Großkonzern in der FORMsquare–Abteilung.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>5</strong></p>
<p><a href="http://indiskretionehrensache.de">Thomas Knüwer</a> schreibt, weshalb FORMsquare nichts taugt. Eine Woche später trägt er den Artikel live auf <a href="http://mspr0.de">Michael Seemann</a>s mittlerweile zweiter FORMsquare-Lesung vor.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>6</strong></p>
<p>Auf Peter Hogenkamps <a href="http://netzwertig.com">Netzwertig.com</a> erscheint der Beitrag &#8220;Verändert FORMsquare das Antlitz des Internet für immer?&#8221; Zehn Goldmitgliedschaften sollen verlost werden, es finden sich allerdings nur sieben Teilnehmer. Einer davon ist <a href="http://robertbasic.de">Robert Basic</a>, der seinen Account im Anschluss gegen einen iTunes-Gutschein (15€) eintauscht. Vom Erlös will er die Entwicklung einer hypersozialen Suchmaschine finanzieren, die &#8220;Google und Facebook vom Thron stossen wird&#8221; und eine &#8220;Monatsmarke für die Frankfurter U-Bahn&#8221; kaufen, so Basic.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>7</strong></p>
<p>Die <a href="http://piratenpartei.de">Piratenpartei</a> kündigt eine eigene Plattform an, &#8220;wie FORMsquare, aber Open Source&#8221;. Sie soll im dritten Quartal 2017 online gehen, rechtzeitig zum Bundestagswahlkampf. Ob der Plan für die Umsetzung der Plattform in einem Wiki erarbeitet werden soll, soll zunächst in einem Wiki erarbeitet werden.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>8</strong></p>
<p>Auf <a href="http://carta.info">Carta</a> erscheint zweitverwertet ein Artikel aus einem sorbischen Medienmagazin, in dem die gesellschaftlichen Auswirkungen von FORMsquare anhand der Systemtheorie besprochen werden. In einer aufwändigen Umfrage findet Robin Meyer-Lucht heraus, dass von 622 Bundestagsabgeordneten keiner bei FORMsquare ist – und stellt betroffen die Frage: &#8220;Ist Deutschland noch zu retten oder muss die GEZ abgeschafft werden?&#8221; <a href="http://sixtus.cc">Mario Sixtus</a> fordert daraufhin aus Protest seinen Flattr-Anteil in Höhe von 7 Eurocent von Carta zurück.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>9</strong></p>
<p>Thomas Knüwer schreibt, weshalb FORMsquare auch nach dem Relaunch nichts taugt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>10</strong></p>
<p><a href="http://klauseck.typepad.com">Klaus Eck</a> kündigt das Buch &#8220;FORMsquare zur Unternehmenskommunikation – was meinen Sie so?&#8221; an. Dort beschreibt er, wie in Kanada ein Praktikant in einer Eisdiele seinen Job wegen eines FORMsqueets (so die Bezeichnung für die Beiträge auf FORMsquare) bekam.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>11</strong></p>
<p>&#8220;Karriere &#8211; Die FORMsquare-Bibel!&#8221; von <a href="http://karrierebibel.de">Jochen Mai</a> erscheint als Hörbuch auf Rätoromanisch im praktischen Pappschuber.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>12</strong></p>
<p><a href="http://netzpolitik.org">Netzpolitik</a> wird ein Datenleck von FORMsquare zugespielt. Markus Beckedahl überlegt deshalb, für das Europaparlament zu kandidieren und teilt diese Entscheidung in einem vierzigseitigen Interview mit der zweitgrößten hessischen Schülerzeitung der Öffentlichkeit mit.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>13</strong></p>
<p>Thomas Knüwer schreibt, warum FORMsquare nichts taugt, obwohl er zugeben müsse, dass ein gewisser Charme vorhanden sei und er im Übrigen zu Testzwecken von Beginn an FORMsquaren würde, aber taugen würde FORMsquare eben nichts und Charme zahle schließlich keine Miete. Zudem sei die Rechtslage in Deutschland völlig unklar, wie ein von <a href="http://www.miriammeckel.de/">Miriam Meckel</a> retweeteter Tweet von <a href="http://lawblog.de">Udo Vetter</a> eindeutig beweise.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>14</strong></p>
<p><a href="http://turi2.de">Turi2</a> und <a href="http://meedia.de">Meedia</a> interviewen sich gegenseitig auf FORMsquare über den nicht vorhandenen Sinn von FORMsquare; und auch wie es sich jemals refinanzieren solle – unklar. Die beiden erscheinenden Interviews unterscheiden sich vollständig, sind aber so oft gegenseitig miteinander verlinkt, dass Google Deutschland vier Stunden down ist.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>15</strong></p>
<p><a href="http://saschalobo.com">Sascha Lobo</a> meldet sich bei FORMsquare an und gibt fünfundzwanzig Minuten später RTL und der Süddeutschen Zeitung als FORMsquare-Experte ein Doppelinterview, in dem erklärt, weshalb gerade Journalisten, Politiker, Werber und Europäer zwischen fünf und neunzig Jahren um jeden Preis FORMsquaren müssen, unbedingt notwendig sei das aber nicht. Das Interview schließt mit den Worten &#8220;Formsquare ist völlig irrelevant, aber die wichtigste Plattform weltweit.&#8221; Meedia wirft Sascha Lobo daraufhin den mangelnden Ausverkauf der FORMsquarosphäre vor.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>16</strong></p>
<p><a href="http://stefan-niggemeier.de/blog">Stefan Niggemeier</a> schreibt einen langen Artikel über die Zukunft des Journalismus auf FORMsquare und wird dafür wegen eines missverständlichen und ehrabschneidenden Kommafehlers von sechzehn verschiedenen Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen abgemahnt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>17</strong></p>
<p>Alle bisher erwähnten Personen veröffentlichen zusammen auf dem <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/default.aspx">FAZ-Blog Netzökonom</a> das FORMsquare-Manifest. Daraufhin wird <a href="http://mercedes-bunz.de">Mercedes Bunz</a> die weltweit erste Formsquare-Redakteurin für die New York Times.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>18</strong></p>
<p>In der <a href="http://zeit.de">ZEIT</a> schreiben Susanne Gaschke und Wolf Schneider einen Artikel darüber, wie FORMsquare das Gehirn verkleinere, das Erbgut verändere und die Kultur von innen heraus zersetze. FORMsquare wird als &#8220;für die deutsche Sprache wie Bhopal und Tschernobyl an einem Tag&#8221; bezeichnet. Im Text wird Bazon Brock zitiert mit der Aussage, &#8220;FORMsquare hat mehr Tote auf dem Gewissen als die Inquisition&#8221;. Die ZEIT fügt in das Zitat später das Wort &#8220;indirekt&#8221; ein.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>19</strong></p>
<p>Thomas Knüwer verkündet, dass er fortan als FORMsquare-Consultant arbeiten werde, FORMsquare sei die großartigste Errungenschaft der westlichen Zivilisation. Das würde nur noch kein Unternehmen verstehen (ausser den Unternehmen, die ihn beauftragten). Knüwer zufolge würden von 30 DAX-Unternehmen nur zwölf FORMsquaren, die anderen wären spätestens binnen einen halben Jahres insolvent (ausser sie beauftragen ihn).</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>20</strong></p>
<p>Frank Schirrmacher veröffentlicht ein Buch namens &#8220;Der FORMsquare-Komplex&#8221;, das nur leere Seiten enthält. Die deutsche Bloglandschaft fühlt sich und das Internet ungerecht dargestellt und verreisst das Buch empört. Der fehlende Inhalt fällt erst bei der von Anne Will moderierten Buchvorstellung im Bundestag auf (live übertragen von <a href="http://spiegel.de">Spiegel Online</a>).</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>21</strong></p>
<p>&#8220;<a href="http://www.wir-in-nrw-blog.de/">Wir in NRW</a>&#8221; deckt auf, dass Jürgen Rüttgers Geld für positive FORMsquare-Beiträge bezahlt hat – und zwar weit unter Tarif. Rüttgers lässt seinen Sprecher verkünden, es habe sich um einen ganz anderen Jürgen Rüttgers gehandelt, allein in Düsseldorf gäbe es fünf Jürgen Rüttgerse und in Bochum noch zwei sowie eine Jürgine Rüttgers in Bottrop. Trotzdem handelt Rüttgers entschlossen, um sein gutes Krisenmanagement zu beweisen: seine Büroleiterin und der Chef des Katasteramts müssen zurücktreten.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>22</strong></p>
<p>Burda kauft ein Prozent an FORMsquare; das Unternehmen würde &#8220;perfekt in die Portfolio-Strategie der Burda-Group&#8221; passen, weil es sich um &#8220;ein Geschäftsmodell im Internet&#8221; handele. Der tatsächliche Grund für den Kauf: in einem Interview hatte der neunjährige Bruder von Mark Zuckerberg betrunken erwähnt, dass er nur zwei ernsthafte Konkurrenten im Kampf um die Eroberung des Universums sehen würde, nämlich Google und FORMsquare.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>➼</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>23</strong></p>
<p>Bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Formsquare">Wikipedia</a> wird der Artikel zu FORMsquare wegen fehlender Relevanz gelöscht. Nachdem Bill Gates ankündigt, die Geschäftsberichte von Microsoft nur noch auf Formsquare zu veröffentlichen, soll über die Löschung 2011 erneut abgestimmt werden.</p>
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		<title>Ändert Facebook die Bezeichnung &#8220;Fan&#8221;?</title>
		<link>http://saschalobo.com/2010/03/30/andert-facebook-die-bezeichnung-fan/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:24:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interessante Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[fans]]></category>
		<category><![CDATA[naming]]></category>
		<category><![CDATA[social media]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit habe ich hier einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel &#8220;Die Facebook Fan Falle&#8220;. Hintergrund war, dass ich mein Profil umstellen muss (das kommt auch bald, endlich) auf eine so genannte Page, der begrenzten Anzahl von Friends wegen. Menschen aber haben Friends auf Facebook, Pages haben Fans. Das zeigt nicht nur, auf welche [...]]]></description>
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<p>Vor einiger Zeit habe ich hier einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel &#8220;<a href="http://saschalobo.com/2010/02/06/die-facebook-fan-falle/">Die Facebook Fan Falle</a>&#8220;. Hintergrund war, dass ich mein Profil umstellen muss (das kommt auch bald, endlich) auf eine so genannte Page, der begrenzten Anzahl von Friends wegen. Menschen aber haben Friends auf Facebook, Pages haben Fans. Das zeigt nicht nur, auf welche lustig-verwirrende Weise sich im Internet die Sprachen vermischen, sondern hat mir auch Probleme bereitet, weil ich mit der Umwandlung über Nacht Friends in Fans verwandeln hätte müssen. Das möchte ja nicht jeder, der Begriff Fan geht zumindest im Deutschen mit einem etwas zu bedingungslos verehrenden Unterton einher. Ich hatte deshalb den Begriff Fan umdefiniert in &#8220;Friend auf Netzwerk&#8221;. </p>
<p>Scheinbar gab es bei Facebook ähnliche Gedanken, denn nun ist auf slideshare eine Kurzpräsentation aufgetaucht, die nahelegt, dass Facebook eine Umbenennung zumindest auf Wunsch möglich macht. Statt &#8220;Fans&#8221; wird dort &#8220;Connections on Facebook&#8221; vorgeschlagen, statt &#8220;become a fan&#8221; wird der entsprechende Button wohl einfach &#8220;like&#8221; heissen. Obwohl die Präsentation sehr überzeugend (inklusive des schönen Stempels &#8220;CONFIDENTIAL&#8221;) daherkommt, möchte ich betonen, dass es sich um eine anonym aufgetauchte Präsentation im Netz handelt. Ob sie echt sein könnte, soll jeder selbst beurteilen.</p>
<div style="width:542px" id="__ss_3589089"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a href="http://www.slideshare.net/biznickman/fb-language-change-pdf" title="Fb Language Change PDF">Fb Language Change PDF</a></strong><object width="542" height="510"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayerd.swf?doc=fblanguagechange-100329165728-phpapp02&#038;rel=0&#038;stripped_title=fb-language-change-pdf" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayerd.swf?doc=fblanguagechange-100329165728-phpapp02&#038;rel=0&#038;stripped_title=fb-language-change-pdf" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="542" height="510"></embed></object></div>
<p>via <a href="http://twitter.com/chrmar">@chrmar</a> via <a href="http://twitter.com/guenterexel">@guenterexel</a></p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F03%2F30%2Fandert-facebook-die-bezeichnung-fan%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2010%252F03%252F30%252Fandert-facebook-die-bezeichnung-fan%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2FaJwgSI%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22%C3%84ndert%20Facebook%20die%20Bezeichnung%20%5C%22Fan%5C%22%3F%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F03%2F30%2Fandert-facebook-die-bezeichnung-fan%2F", "shorturl": "http://bit.ly/aJwgSI", "style": "small", "title": "Ändert Facebook die Bezeichnung \\\"Fan\\\"?" });</script></div>
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		<title>Der Debattenartikel für die Wirtschaftswoche: Nebensache Geld</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 13:04:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja, es handelt sich hier explizit nur um eine Randdiskussion, die aber trotzdem nötig ist. Ich habe bereits im Startartikel geschrieben, dass ich einen größeren Teil des Geldes &#8211; nämlich 1.000 Euro – für den Debattenartikel 2.0 (man verzeihe mir nocheinmal die augenzwinkernde Reminiszenz auf die Versionsnummernära) unter denjenigen aufteilen möchte, die sich am Artikel [...]]]></description>
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<p>Ja, es handelt sich hier explizit nur um eine Randdiskussion, die aber trotzdem nötig ist. Ich habe bereits im Startartikel geschrieben, dass ich einen größeren Teil des Geldes &#8211; nämlich 1.000 Euro – für den Debattenartikel 2.0 (man verzeihe mir nocheinmal die augenzwinkernde Reminiszenz auf die Versionsnummernära) unter denjenigen aufteilen möchte, die sich am Artikel beteiligen. Ich werde ihn zwar zur Gänze selbst schreiben, um das auch nochmal ausdrücklich zu erwähnen – aber die Anregungen, Zitate und Gedankengänge der Crowd werden dabei sehr wertvoll sein. Nun, da die Diskussion in den Kommentaren bereits erfreulich substanziell ist, könnte der richtige Zeitpunkt sein, um herauszufinden, wie die Aufteilung des Geldes vor sich gehen soll. Was wäre dazu besser geeignet, als die Meinung der Community selbst herauszufinden? </p>
<p>Ich weiss zwar (und bin sehr froh drüber), dass die primäre Motivation sich zu beteiligen, der Wunsch ist, ein besseres Ergebnis zu bekommen. Aber in einem Artikel über die Wirtschaft darf das Geld keine allzukleine Rolle spielen, finde ich. Deshalb habe ich diese Abstimmung kreiert, die zwei Tage lang läuft und deren Ausgang darüber entscheiden wird, was mit den 1.000 Euro passiert, die sich &#8220;die Crowd erarbeitet&#8221;. </p>
<p><script type="text/javascript" charset="utf-8" src="http://static.polldaddy.com/p/2689977.js"></script><noscript><br />
<a href="http://answers.polldaddy.com/poll/2689977/">Wie sollen die 1.000 Euro für die Leistung der &#8220;Crowd&#8221; beim Debattenartikel ausgeschüttet werden?</a><span style="font-size:9px;">(<a href="http://answers.polldaddy.com">opinion</a>)</span><br />
</noscript></p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F02%2F12%2Fder-debattenartikel-fur-die-wirtschaftswoche-nebensache-geld%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2010%252F02%252F12%252Fder-debattenartikel-fur-die-wirtschaftswoche-nebensache-geld%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2Fb02RjS%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Der%20Debattenartikel%20f%C3%BCr%20die%20Wirtschaftswoche%3A%20Nebensache%20Geld%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2010%2F02%2F12%2Fder-debattenartikel-fur-die-wirtschaftswoche-nebensache-geld%2F", "shorturl": "http://bit.ly/b02RjS", "style": "small", "title": "Der Debattenartikel für die Wirtschaftswoche: Nebensache Geld" });</script></div>
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		</item>
		<item>
		<title>Debattenbeitrag 2.0: Die Wirtschaft und das Netz – Digitale Strategien der Zukunft (AT)</title>
		<link>http://saschalobo.com/2010/02/11/debattenbeitrag-2-0-die-wirtschaft-und-das-netz-%e2%80%93-digitale-strategien-der-zukunft-at/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 13:06:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[debattenbeitrag 2.0]]></category>
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		<category><![CDATA[wirtschaftswoche]]></category>
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		<description><![CDATA[Die seit einigen Monaten etwas diffus geführte Debatte um die Wirkung des Internets auf die Gesellschaft vernachlässigt nach meiner Überzeugung einen wichtigen Bereich: die Wirtschaft. Die wichtigsten Taktgeber für die zukünftige Entwicklung des Netzes sind Unternehmen – aber unterschätzt wird in der Öffentlichkeit, wie sehr die digitale Vernetzung auf sämtliche Industrien und Branchen Einfluss nimmt. [...]]]></description>
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<p>Die seit einigen Monaten etwas diffus geführte Debatte um die Wirkung des Internets auf die Gesellschaft vernachlässigt nach meiner Überzeugung einen wichtigen Bereich: die Wirtschaft. </p>
<p>Die wichtigsten Taktgeber für die zukünftige Entwicklung des Netzes sind Unternehmen – aber unterschätzt wird in der Öffentlichkeit, wie sehr die digitale Vernetzung auf sämtliche Industrien und Branchen Einfluss nimmt. Das betrifft nicht nur das Marketing; von Forschung und Entwicklung über Personal und Logistik bis zur täglichen Arbeitsorganisation stehen Konzerne wie Kleinunternehmen vor einer existenziellen Entscheidung: Wie gestaltet man seine Geschäftsprozesse so, dass man weder morgen vor Investitionsruinen steht, noch übermorgen von der Entwicklung des Netzes überrollt wird?</p>
<p>Entscheidend wird die richtige digitale Strategie sein, die das Netz und die Kohlenstoffwelt miteinander verbindet – aber welchen Regeln folgt diese? Unternehmen dürfen sich einerseits nicht von &#8220;Social Media Consultants&#8221; verrückt machen lassen, die behaupten, dass DAX-Konzerne ohne Twitter-Account bereits unmittelbar vor der Insolvenz stehen würden. Auf der anderen Seite kann man die ungeheuren Implikationen des Internet für die weltweite industrielle Infrastruktur zum Beispiel daran erkennen, dass die Firma Google mit ihren geschätzt 1 Million Hochleistungsservern zu den größten Stromabnehmern der Welt zählt – und deshalb in den USA unter die Stromerzeuger und Energiehändler geht.</p>
<p>Im Kleinen habe ich selbst praktische Erfahrungen – positive wie negative – sammeln können, wie eine Vermählung von Online und Offline aussehen kann, zum Beispiel mit der CeBIT, wo das sehr &#8220;offlinige&#8221; Geschäftsmodell einer Messe auf Internetunternehmen wie Amazon trifft. Herausgekommen ist der Messebereich<a href="http://webciety.de"> Webciety</a>, der versucht, Erkenntnisse aus der Funktionsweise des Internet mit den nach wie vor wirtschaftsrelevanteren Offline-Welt zu verbinden. Natürlich gibt es eine Vielzahl von gelungenen Beispielen, aber was verbindet sie und welche Strategien stehen dahinter? </p>
<p>Ich möchte einen Debattenbeitrag schreiben, der für die Wirtschaft beleuchtet, welche Entwicklungen unternehmensrelevant sein werden – und welche nicht. Wie die weiteren Innovationsschritte des Internet aussehen und weshalb sie so ungeheuer selten aus Deutschland kommen. Worauf man sich einstellen muss, wenn man ein Unternehmen gleich welcher Größe in die digitale Zukunft führen möchte. </p>
<p>Gemeinsam mit der Wirtschaftswoche habe ich mich aber entschlossen, diesen Artikel nicht so zu schreiben, wie man ihn auch im 20. Jahrhundert hätte verfassen können, im stillen Kämmerlein, ohne Einfluss des Publikums. Wir möchten stattdessen einen Debattenbeitrag 2.0 – wenn diese etwas abgegriffene Nummernmetapher noch einmal erlaubt ist – erarbeiten. Dieser Text ist der Auftakt für den Beitrag, den ich unter redaktioneller Betreuung von <a href="http://twitter.com/karrierebibel">Jochen Mai</a> im Auftrag von <a href="http://twitter.com/rolandtichy">Roland Tichy</a> produzieren möchte. Dabei will ich einige sinnvolle und auch einige eher experimentelle Mittel nutzen, die dem Journalismus im Netz zur Verfügung stehen. </p>
<p>Konkret heisst das, dass das Publikum bereits bei der Entstehung des Debattenbeitrags 2.0 dabei ist, von der Recherche über die Entstehung der Struktur des Artikels bis zur Rohversion des fertigen Textes. Während dieser knapp zwei Wochen dauernden Phase, die ab sofort beginnt, darf und soll das Publikum teilhaben am Artikel (und dafür von mir auch die Hälfte der Entlohnung erhalten, auf einem noch abzustimmenden Weg). </p>
<p>Diese Einbindung ist kein Selbstzweck &#8211; ich glaube tatsächlich daran, dass der Debattenbeitrag auf diese Weise besser werden wird. Auf folgenden öffentlich zugänglichen Plattformen im Netz werden sich die Entwicklungen abspielen:</p>
<p>Unter <a href="http://delicious.com/saschalobo/wirtschaftswoche">delicious.com/saschalobo/wirtschaftswoche</a> sammele ich relevante Bookmarks in größerer Zahl, jeweils mit zusätzlichen Tags (thematischen Stichworten) versehen.</p>
<p>Interessante Zitate, Fallbeispiele, Videoclips, Diagramme und andere Inhalte speise ich in ein eigens für den Beitrag eingerichtes Mini–Weblog unter <a href="http://wirtschaftswoche.posterous.com">wirtschaftswoche.posterous.com</a> ein. Hier können die Inhalte vom Publikum direkt kommentiert werden. </p>
<p>Beide Quellen fliessen in die Facebook-Seite der Wirtschaftswoche, zu finden unter <a href="http://facebook.com/wirtschaftswoche">facebook.com/wirtschaftswoche</a> – dort können sie ebenfalls kommentiert werden, ich werde mich in einzelne Diskussionen einmischen.</p>
<p>Über meinen Twitter-Account <a href="http://twitter.com/saschalobo">twitter.com/saschalobo</a> stelle ich regelmäßig Fragen und rufe zur Diskussion einzelner Punkte auf – der offizielle Hashtag (das Stichwort) zu diesem Debattenbeitrag lautet schlicht #wirtschaftswoche.</p>
<p>Auf meinem Blog schließlich erstelle ich unter <a href="http://saschalobo.com/wirtschaftswoche">saschalobo.com/wirtschaftswoche</a> einen &#8220;lebendigen Artikel&#8221;, also einen häufig aktualisierten Beitrag, der den jeweiligen Entwicklungsstand des Debattenbeitrags skizziert. Dort wird auch die wichtigste Kommentar- und Diskussionsbasis sein, die am stärksten in die Ausgestaltung des Artikels einfliesst. </p>
<p>Auf <a href="http://www.wiwo.de/technik-wissen/zuschauen-oder-mitmachen-wie-vertwittert-muss-die-wirtschaft-sein-421866/">wiwo.de</a> schließlich werden über Widgets alle Aktivitäten der verschiedenenPlattformen nachverfolgbar sein, gewissermaßen als Beobachtungszentrale und Kommentarbasis für das Projekt allgemein. Dort erscheint am Ende auch der Artikel – natürlich ebenso in der gedruckten Wirtschaftswoche, weil man die Leute im Wartesaal des Friseurs nicht mehr vom Sinn eines Haarschnitts überzeugen muss. Oder anders gesagt: wir wollen mit diesem Debattenbeitrag 2.0 auch und besonders diejenigen Menschen erreichen, die wirtschaftliche Entscheidungen von größerer Tragweite treffen. Und die lesen trotz unserer Begeisterung für das Netz eher die Wirtschaftswoche auf Papier als Blogs, Facebook und Twitter.</p>
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		<title>Die Facebook-Fan-Falle</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 10:59:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[fan]]></category>
		<category><![CDATA[friend]]></category>
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		<description><![CDATA[Jetzt ist es passiert und ich habe ein Problem, bei deren Lösung nur Ihr mir helfen könnt. Mit &#8220;Ihr&#8221;, das ich des briefartigen Ansprachecharakters halber im Internet immer groß schreibe, meine ich diejenigen Menschen, die mit mir auf Facebook befriendet sind. Kein Verschreiber, ich unterscheide &#8220;Freunde&#8221; und &#8220;Friends&#8221;. Ich habe grundsätzlich wenig Probleme mit Anglizismen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/02/crowd_of_individuals.jpg" alt="" title="crowd_of_individuals" width="536" height="279" class="aligncenter size-full wp-image-1476" />Jetzt ist es passiert und ich habe ein Problem, bei deren Lösung nur Ihr mir helfen könnt. Mit &#8220;Ihr&#8221;, das ich des briefartigen Ansprachecharakters halber im Internet immer groß schreibe, meine ich diejenigen Menschen, die mit mir auf Facebook befriendet sind. Kein Verschreiber, ich unterscheide &#8220;Freunde&#8221; und &#8220;Friends&#8221;. Ich habe grundsätzlich wenig Probleme mit Anglizismen, die &#8220;Sprache reinhalten&#8221; zu wollen, ist in meinen Augen Unsinn mit der Tendenz zur kulturellen Möchtegernhegemonie, aber das nur am Rande. </p>
<p>Jedenfalls habe ich seit einiger Zeit <a href="http://facebook.com/saschalobo">5000 Friends auf Facebook</a>, das ist die von Facebook willkürlich eingezogene Obergrenze. Natürlich kenne ich von diesen 5000 allenfalls 1000 persönlich, wenn man &#8220;kennen&#8221; weitestmöglich fasst im Sinne von &#8220;schon mal persönlich gesehen oder online miteinander kommuniziert&#8221;. Das macht mir nichts aus, im Gegenteil. Bisher habe ich Friends übersetzt als &#8220;Interessierte Personen&#8221;. Als ich an der Friend-Grenze anlangte, habe ich facebookinterne Kreise kontaktiert und nachgefragt, was zu tun sei. Die Antwort hat mich indirekt vor das eingangs erwähnte, gemeinsam zu lösende Problem gestellt. Da die 5000-Friends-Grenze keinesfalls aufgehoben wird, bleibt als einzige Möglichkeit die Umstellung meines Profils auf eine so genannte Page. Damit kann man die meisten Funktionen normaler Profile auch nutzen und noch einige mehr. Gut und schön. Aber! Die eben noch Friends genannten Kontakte auf Facebook wandeln sich &#8211; in Fans. <img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/02/5000friends_grenze.jpg" alt="" title="5000friends_grenze" width="536" height="57" class="aligncenter size-full wp-image-1483" />Uff. Fans. Eben waren wir noch Friends, jetzt schon muss ich den interessierten Personen zumuten, zu ver-fan-nen. Ich weiss um die Bedeutung von Namen und Bezeichnungen, und habe mir deshalb etwas ausgedacht, um meine Friends nicht zu Zwangsfans zu machen. Nicht, dass ich etwas gegen Fans oder Fantum habe &#8211; aber der unfreiwillige Bezeichnungswandel macht mir Sorgen. Mein Teil der erwähnten Problemlösung ist oben zu sehen. Mit der Macht der selbsterklärten Deutungshoheit ist bei mir auf der Facebook-Seite &#8220;Fan&#8221; ab sofort (bzw. ab der Umschaltung in ein paar Tagen) ein Akronym für &#8220;Friend Auf Netzwerk&#8221;. Da mag in Euren Profilen Fan stehen &#8211; und hier kommt Euer Teil der Problemlösung – aber wir alle wissen, dass es Friend auf Netzwerk heisst. Wir bleiben trotzdem ganz normal befriendet, es heisst nur umständehalber anders. Okay mit Euch?<img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/02/friend_auf_netzwerk.jpg" alt="" title="friend_auf_netzwerk" width="536" height="90" class="aligncenter size-full wp-image-1468" />Damit erspart Ihr mir einige kleinere Problemchen, zum Beispiel auf Parties sagen zu müssen, &#8220;sorry, ich kann Dich nicht hinzufügen auf Facebook, sonst müsste ich jemand anderen entfrienden&#8221;. Oder Ausreden zu erfinden für die 500 freundlichen, interessierten Personen, die sozusagen auf der Warteliste der Befriendung stehen. Danke für Euer Verständnis.</p>
<p>Und bei der Gelegenheit kann ich gleich auch mal ein paar Dinge aufschreiben zu Friendschaft, Freundschaft und sozialen Netzwerken. </p>
<p>• Wer Friendschaften grundsätzlich ablehnt, hat ein in Zukunft größer werdendes Problem. Denn die so genannten &#8220;schwachen Bindungen&#8221; (vgl. Mark Granovetter, &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mark_Granovetter#The_strength_of_weak_ties">The Strength of Weak Ties</a>&#8220;) machen den persönlichen Wert (hier keinesfalls monetär gemeint) eines sozialen Netzwerkes aus. Das gilt nicht nur beruflich, wo über die &#8220;schwachen Bindungen&#8221; die wichtigsten Kontakte zustande kommen &#8211; sondern auch privat. Die meisten Lebenspartnerschaften ergeben sich per Vermittlung über schwache Bindungen.</p>
<p>• Wer auf der anderen Seite aber Friends mit Freunden verwechselt, wird vermutlich böse enttäuscht. Friends helfen eher nicht beim Umzug, Friends sind nur selten alarmiert, wenn man zwei Wochen verstummt, Friends können wesentlich schlechter zwischen den Zeilen lesen als Freunde. Friends sind eher digitale Nachbarn. Das macht weder Friends noch Nachbarn zu schlechten Menschen, es sind eben nur keine Freunde im klassischen Definitionssinn.</p>
<p>• Allgemein bitte ich darum, die penetrante Frage nach dem &#8220;Warum?&#8221; zu allen möglichen Sozialen Netzwerken und Plattformen nicht mehr zu stellen. Die einzige mir sinnvoll erscheinende Antwort darauf lautet &#8220;Weil Menschen es wollen&#8221;, was aber meistens nicht die Art von Antwort ist, die eine wertvolle Diskussion eröffnet.</p>
<p>• Und wo wir gerade dabei sind, bei der allgemeinen Diskussion um Daten in der Öffentlichkeit, kann ich ja auch mal am Rande erwähnen, dass ich eine der jüngsten Entwicklungen im Social-Network-Bereich gut finde und benutze: <a href="http://blippy.com/saschalobo">Blippy</a>. Man veröffentlicht dort, was man gekauft hat, und zwar automatisiert mit Schnittstellen zu Services wie iTunes oder auch der Kreditkarte (was in Deutschland leider noch nicht geht). An anderer Stelle schreibe ich mal auf, weshalb das im Moment aussieht wie das schlimmste, was man überhaupt etc. usw. &#8211; warum es aber mittelfristig den Konsumenten Macht zurückgibt. Hint: es hat auch damit zu tun, dass ein bisher verborgener Mechanismus (siehe zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Payback_%28Bonusprogramm%29#Kritik:_Datenschutz">Payback-Karte</a>) ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird, und zwar bewusst und vom Nutzer kontrolliert.</p>
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		<title>Ushahidi &#8211; Collective Intelligence Agency</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 20:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ushahidi ist eine Art Social WikiLeaks (auch ein Projekt, dem man mehr Aufmerksamkeit widmen sollte) und hat den schönen, etwas sperrigen Claim &#8220;Crowdsourcing Crisis Information&#8221;. Ushahidi &#8211; das Wort bedeutet &#8220;Zeugenaussage&#8221; auf Suaheli – sammelt, sortiert und veranschaulicht Augenzeugenberichte. Es handelt sich um eine internetbasierte Plattform mit einer Software unter CC-Lizenz, die schnell auf einem [...]]]></description>
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<p><a href="http://www.ushahidi.com/">Ushahidi</a> ist eine Art Social <a href="http://wikileaks.org">WikiLeaks</a> (auch ein Projekt, dem man mehr Aufmerksamkeit widmen sollte) und hat den schönen, etwas sperrigen Claim &#8220;Crowdsourcing Crisis Information&#8221;. Ushahidi &#8211; das Wort bedeutet &#8220;Zeugenaussage&#8221; auf Suaheli – sammelt, sortiert und veranschaulicht Augenzeugenberichte. Es handelt sich um eine internetbasierte Plattform mit einer Software unter CC-Lizenz, die schnell auf einem Server aufgesetzt ist und sowohl vom Mobiltelefon wie auch vom Computer aus angesteuert werden kann. Man lädt Kommentare, Fotos, Filme, Tondokumente unter Angabe des Ortes und der Art des Zwischenfalls hoch und beantwortet so die Frage &#8220;Was ist hier gerade passiert?&#8221; </p>
<p>&#8220;Twitter für Krisengebiete&#8221; könnte man es nennen, aber würde damit nicht ganz der politischen Dimension gerecht. Eher schon handelt es sich um die Umsetzung des Gedankens, der im zivilgesellschaftlichen Sinn schön bei <a href="http://fixmystreet.co.uk">FixMyStreet.co.uk</a> abgebildet ist – nämlich um die Nutzung der wahren Kollektiven Intelligenz, nicht um die oft mißverstandene, handelsübliche Verbrämung dieses Begriffs. Diese Eigenschaft des Netzes kommt überall dort zum Tragen, wo die Masse eine Qualität abbildet, die der Einzelne nicht oder nur mit allergrößter Energieaufwendung erreichen kann. In diesem Fall sind es foto- und filmgestützte Augenzeugenberichte, hier <a href="http://shafaf.org/ushahidi/">das aktuellste Beispiel aus dem Iran</a>.<br />
<a href="http://shafaf.org/ushahidi/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/12/ushahidi_iran.jpg" alt="ushahidi_iran" title="ushahidi_iran" width="536" height="292" class="aligncenter size-full wp-image-1225" /></a>Funktioniert die mit Ushahidi betriebene Internetplattform gut und wird intensiv genutzt (was bei der iranischen Plattform noch nicht der Fall ist), dann ergibt sich etwa in einer Bürgerkriegssituation eine solche Vielzahl verschiedener Berichte von Zeugen, dass eine flächendeckende Fälschung erschwert oder je nach Material fast unmöglich wird. Die mediale Inszenierung einer Krise, wie sie etwa die <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,600567,00.html">Hamas in Gaza veranstaltet hat</a> (die aber heute zum Handwerkszeug aller Kriegsparteien in sämtlichen Konflikten gehören dürfte), wird so ein kleines bißchen schwieriger – und das wiederum könnte durchaus (lindernde) Folgen haben für das Vorgehen bewaffneter Kräfte. </p>
<p>Denn diktatorische Herrscher wie Saddam Hussein, denen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13488540.html">Fotos vergifteter Kurden</a> völlig egal waren, weil sie kaum in der eigenen Bevölkerung ankamen, sind selten geworden. Nicht, weil es keine Unmenschen mehr in der Politik gäbe, sondern weil die meisten von ihnen verinnerlicht haben, dass auch in autoritären Staaten Information und öffentliche Meinung durchaus eine Rolle spielen. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass etwa die <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/basidsch100.html">Milizen im Iran in ihren Gewaltexzessen</a> ganz unmittelbar weniger grausam würden durch ein paar Handyfotos im Internet. Aber ihre Führung wird früher oder später den Befehl geben müssen, zumindest nicht mehr allzu offensichtlich Gewalt anzuwenden, um eine Flut ungünstiger Aufnahmen zu vermeiden. Denn ein einzelnes Foto kann man zur Lüge erklären, einen Film als Inszenierung abtun. Bei tausenden Schnappschüssen sieht das anders aus &#8211; die <a href="http://www.songtexte.com/songtext/depeche-mode/everything-counts-2bd5a45e.html">schiere Masse</a> ergibt eine Wirkung, gerade auch im eigenen Lager. </p>
<p>Immer wieder begegnet mir die Frage, wie denn bitteschön das Internet die Welt besser machen könne. Hier ist ein Beispiel, das plakativer kaum sein könnte. Es sei denn, man bezweifelt allgemein den Wert von offen zugänglicher Information und politischer Transparenz. Aber dann hat man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lutz_Heilmann">ganz andere Probleme</a>.</p>
<p><object width="542" height="305"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7838030&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7838030&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="542" height="305"></embed></object></p>
<p style="font-size:11px;">via <a href="http://twitter.com/Elquee">@Elquee</a></p>
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		<title>Ein etwas langatmiges Interview, indem ich das Gleiche sage wie immer, aber so gebündelt ist es auch mal ganz interessant, glaube ich</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 08:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Philip Banse hat im Rahmen der etwas steil benannten Serie &#8220;Meinungsmacher&#8221; zunächst vier Blogger interviewt, nämlich Stefan Niggemeier, Johnny Haeusler, Markus Beckedahl und mich. Die Interviews sind mit jeweils knapp unter vierzig Minuten nicht unbedingt zu kurz geraten. topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F02%2Fein-etwas-langatmiges-interview-indem-ich-das-gleiche-sage-wie-immer-aber-so-gebuendelt-ist-es-auch-mal-ganz-interessant-glaube-ich%2F", "style": "small", "title": "Ein etwas langatmiges Interview, indem ich das Gleiche sage wie immer, [...]]]></description>
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<p>Philip Banse hat im Rahmen der etwas steil benannten Serie &#8220;<a href="http://philipbanse.de/wp/blogger-interviews-fur-dctp-tv-1/">Meinungsmacher</a>&#8221; zunächst vier Blogger interviewt, nämlich Stefan Niggemeier, Johnny Haeusler, Markus Beckedahl und mich. Die Interviews sind mit jeweils knapp unter vierzig Minuten nicht unbedingt zu kurz geraten.</p>
<p><iframe width="542" height="343" frameborder="0" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" src="http://dctp-front.dctp.tv/embed/lobo-embed/index.html"></iframe></p>
<div class="facebook_like_button"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F02%2Fein-etwas-langatmiges-interview-indem-ich-das-gleiche-sage-wie-immer-aber-so-gebuendelt-ist-es-auch-mal-ganz-interessant-glaube-ich%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=542&amp;action=like&amp;font=verdana&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="padding: 0px 0px; border:none; overflow:hidden; width:542px; height:70px;"></iframe></div><div class="topsy_widget_data topsy_theme_brick-red" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fsaschalobo.com%252F2009%252F12%252F02%252Fein-etwas-langatmiges-interview-indem-ich-das-gleiche-sage-wie-immer-aber-so-gebuendelt-ist-es-auch-mal-ganz-interessant-glaube-ich%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Ein%20etwas%20langatmiges%20Interview%2C%20indem%20ich%20das%20Gleiche%20sage%20wie%20immer%2C%20aber%20so%20geb%C3%BCndelt%20ist%20es%20auch%20mal%20ganz%20interessant%2C%20glaube%20ich%22%20%7D);"><script type="text/javascript">topsyWidgetPreload({ "url": "http%3A%2F%2Fsaschalobo.com%2F2009%2F12%2F02%2Fein-etwas-langatmiges-interview-indem-ich-das-gleiche-sage-wie-immer-aber-so-gebuendelt-ist-es-auch-mal-ganz-interessant-glaube-ich%2F", "style": "small", "title": "Ein etwas langatmiges Interview, indem ich das Gleiche sage wie immer, aber so gebündelt ist es auch mal ganz interessant, glaube ich" });</script></div>
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		<title>Vodafone</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 07:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Denjenigen Internetcommunitybenutzern, die in den letzten Tagen im Koma lagen, möchte ich mitteilen, dass ich Teil einer Werbekampagne für Vodafone bin. Sie heisst &#8220;Es ist Deine Zeit&#8221; und richtet sich besonders an die Generation Upload. Aus dieser Gesamtthematik ergeben sich viele Fragen. Mit der gewohnten Mischung aus unterhaltsamer Information, halbironischer Distanz und Eitelkeit möchte ich [...]]]></description>
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<p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/07/esistdeinezeit.jpg" alt="esistdeinezeit" title="esistdeinezeit" width="536" height="129" class="aligncenter size-full wp-image-731" /></a>Denjenigen Internetcommunitybenutzern, die in den letzten Tagen im Koma lagen, möchte ich mitteilen, dass ich Teil einer Werbekampagne für Vodafone bin. Sie heisst &#8220;<a href="http://www.esistdeinezeit.de">Es ist Deine Zeit</a>&#8221; und richtet sich besonders an die Generation Upload. Aus dieser Gesamtthematik ergeben sich viele Fragen. Mit der gewohnten Mischung aus unterhaltsamer Information, halbironischer Distanz und Eitelkeit möchte ich hier diese Fragen nicht nur beantworten – sondern sie mir dazu auch noch selbst stellen.<br />
<span id="more-730"></span></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Sascha, Sie sind Teil einer großen Kampagne von Vodafone – wie finden Sie diese und warum?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Insgesamt super (obwohl natürlich nie alles perfekt läuft). Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst halte ich es für richtig, dass eine große Marke in den Social Media-Bereich hineingeht und da über ähnlich viele Kanäle kommuniziert wie Internetmenschen es auch tun, von Twitter über ein Blog, Facebook, Youtube, Flickr und anderen Social Networks. Werbung muss an Orte gehen, die für die Menschen – früher nannte man sie Zielgruppe – wichtig sind. Insofern führt meiner Meinung nach für Markenkommunikation kein Weg daran vorbei, dort mitzuspielen. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kFhNq54jzfM">Im Werbespot</a> wird ausserdem ein Lieblingslied von mir gespielt (ehrlich!), &#8220;Heroes&#8221; von David Bowie. Ich <del datetime="2009-07-14T06:59:05+00:00">singe</del> spreche die Textzeile &#8220;we can beat them&#8221; und schaue dazu, sagen wir, etwas zu ernst in die Kamera. Diese ironische Revoluzzer-Pose gefällt mir natürlich sehr gut. Der wichtigste Gutefindepunkt ist aber ein strategischer, nämlich dass sich die Kampagne auch an die Generation Upload richtet. Dabei ist es weniger zentral, wie man die Leute nennt, die sich ganz selbstverständlich im Netz bewegen – sondern, dass man sie erkannt hat und anspricht. Eins der Ziele der Kampagne ist ein Dialog mit der Generation Upload – die Aufmerksamkeit, die man dafür als allererstes braucht, ist definitiv vorhanden. Und schliesslich ist es schön, auf <a href="http://twitpic.com/a4ikp">Großplakaten rumzuhängen</a>, auch, wenn ich mir wünsche, man hätte mich etwas dünner gephotoshopt. </p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Glauben Sie, dass diese Kampagne funktioniert?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ziemlich sicher. Das sage ich nicht, weil ich sowas immer wüsste &#8211; es ist äusserst schwer, das vorauszusagen, ich lag schon sehr oft falsch, im Guten wie im Schlechten. Ich habe aber gehört, dass die verschiedenen Werbemittel bei den &#8220;normalen&#8221; Menschen ebenso gut ankommen wie bei denen, die die Produkte verkaufen müssen, also dem Vertrieb. Das ist für den Kampagnenerfolg oft ein entscheidender Punkt. Man darf trotz der richtigen Fokussierung auf die Generation Upload nicht vergessen, dass wir im Moment zum Beispiel rund 100.000 aktive, deutschsprachige Twitterer haben. Um die Zahl mal einzuordnen: es gibt in Deutschland etwa 115.000 vereinsorganisierte Kanufahrer. Es ist also weiterhin <em>auch</em> wichtig, wie diejenigen Menschen die Kampagne sehen, die Günther Jauch für den bestvorstellbaren Bundespräsidenten halten und im Büro zwischen 9 und 17 Uhr mit dem Internet Explorer ins Netz gehen.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>In den letzten Tagen gab es viel Aufregung um die Kampagne, die sich oft an Ihrer Person aufgehängt hat.</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ja. Ich war von Anfang an und absichtlich eine kontroverse Figur im Netz. Es gibt immer einen bestimmen Anteil an Leuten, die laut aufschreien, fast egal, was ich mache. Ob ich die Piratenpartei kritisiere, ein Buch veröffentliche, eine Blogvermarktung mitgründe, eine Twitterlesung organisiere oder im Fernsehen auftauche. Ich weiss, es hört sich total unglaubwürdig an, aber einige Menschen sind offensichtlich noch Sascha-Lobo-fixierter als ich selbst! Wahrscheinlich gäbe es auch einen Aufschrei, wenn ich mit bloßen Händen Landminen vor angolanischen Kinderheimen ausgraben würde. Das hängt auch damit zusammen, dass zehn zustimmend nickende Köpfe leiser sind als ein kreischender. Für mich selbst ist das Getöse super, ich ziehe sozusagen Energie aus dem Gegenwind, ungefähr wie ein Windrad. Und nichts ist unangenehmer, als gar keine Aufmerksamkeit für Aktionen zu bekommen, weil sich niemand dafür interessiert. Für die Kampagne ist das unbestreitbar große Interesse an Vodafone ein guter Auftakt, um den (beabsichtigten) Dialog herzustellen. Den müssen Vodafone und die Agentur Scholz &#038; Friends jetzt natürlich auch weiter aufbauen und zeigen, dass nicht spurlos an ihnen vorbeigeht, was die Generation Upload bzw. die Netzgemeinde so sagen. Ich bin da aber optimistisch.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Aber dürfen Blogger überhaupt Werbung machen? Und wieso gerieren Sie sich als Sprecher der Bloglandschaft und des Web 2.0?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Was für zwei dämliche Fragen! Journalisten und Berufsmultiplikatoren wie Sie einer sind haben mir solche Quatschtitel wie &#8220;Klassensprecher des Internet&#8221;, &#8220;Netzpapst&#8221; oder &#8220;Internet-Ikone&#8221; angedichtet, das war doch nicht ich selbst! Das Netz hat keinen legitimen Sprecher oder Präsidenten, das widerspricht schon der Haltung der sehr amorphen Netzgemeinde. Ich habe mich nie selbst so bezeichnet, sondern Netzphänomene beschrieben und erklärt, und zwar auf eine Weise, die ganz offenbar medial gefragt ist. Dazu habe ich die vermutlich schönste, auf jeden Fall aber wiedererkennbarste Frisur von den bekannteren deutschen Bloggern. Schauen Sie sich den zu selten gewaschenen Wuschelkopf von <a href="http://wirres.net">Felix Schwenzel</a> an, die Nichtfrisur von <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/">Stefan Niggemeier</a> oder die etwas zu cool rasierte Glatze von <a href="http://spreeblick.com">Johnny Haeusler</a>. Und: natürlich dürfen Blogger Werbung machen; noch dazu habe ich ja nie verschwiegen, Werber zu sein. Markenkommunikation war schon immer mein Beruf.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Ein anderer Punkt der Kritik sind die Netzsperren und Vodafones Rolle dabei.</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ja. Ich glaube, ich selbst habe keine Gelegenheit ausgelassen, meine Position deutlich zu machen, ich halte die Sperren für falsch. Vodafone war hier anderer Auffassung. Das grundsätzliche Thema ist allerdings ein politisches &#8211; das auch politisch angegangen werden muss. Man darf nicht den Fehler machen zu glauben, dass hier mit dem derzeitigen Gesetz auf einmal alles vorbei sei. Vielmehr ist Netzpolitik – Politik generell – ein ständiger, diskussionsintensiver Prozess. Ich werde mich weiter inhaltlich einbringen und freue mich deshalb, dass Vodafone mich nicht nur als Testimonial, sondern auch als strategischen Berater an Bord geholt hat. Abgesehen davon ist seit den ersten Schritten bezogen auf die Netzsperren eine ganze Menge passiert. Unter anderem ist vielen überhaupt erst klargeworden, wie wichtig der gesamten Netzgemeinschaft dieses Thema ist. Ich will mithelfen, dass in einem Dialog zwischen den Beteiligten dabei die richtigen Schlüsse gezogen werden. Verhärtete Fronten ganz ohne Gespräche verschlechtern mit Sicherheit alle Ergebnisse der Zukunft.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Es gab auch höhnische Bemerkungen, weil Sie mehr als einmal von Ihrem iPhone gesprochen haben &#8211; das in Deutschland nur bei der Telekom zu bekommen ist. </em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Niemand zweifelt ernsthaft daran, dass das iPhone ein tolles Gerät ist. Übrigens auch nicht daran, dass es eine Reihe grauenvoller Schwächen hat. Ich habe aber nicht nur ein iPhone – ich habe vier iPhones. Und ein Nokia E71, das erste Googlephone G1 und eins von Sony Ericsson. Jetzt benutze ich das HTC Magic, also das neue Googlephone von Vodafone, das ich im Werbespot auch in der Hand halte. Während das G1 einen Schnappmechanismus hat, der mich spontan an ein Klappbett in der Schrankwand erinnert hat und auch den gleichen modernen Charme entwickelt, ist das Magic ziemlich geschmeidig. Und dass Google Android, also das Betriebssystem des Magic, Apple in vielen Punkten überlegen ist, glauben viele Fachleute. Wer sein iPhone mit zwei Computern, zum Beispiel einem Desktoprechner im Büro und einem MacBook zu Hause synchronisieren möchte, wird wissen, wovon ich rede. Das geht nämlich nicht, bzw. nur sehr kompliziert. </p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Soso, diesen leicht schwafeligen Sermon soll ich Ihnen glauben?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Zu mindestens 90%! Ich werde meine iPhones nicht im Klosett runterspülen &#8211; aber meinen Kommunikationsmittelpunkt auf das Magic verlagern. Schon, weil ich vom Kalender bis zu den Online-Dokumenten viele Google-Produkte benutze. Und zwar viel intensiver, öfter und mehr als Bahntestimonial Dieter Bohlen in der Zweiten Klasse der Deutschen Bahn fährt.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Mal zum Begriff &#8220;Generation Upload&#8221; &#8211; was ist damit gemeint? Ist noch eine weitere Generation überhaupt notwendig? Was hat Florian Illies nur angerichtet?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Kommunikation allgemein und besonders Werbung funktioniert über Symbole und Namen. Für das Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Dinge-geregelt-kriegen-Funken-Selbstdisziplin/dp/3871346195?&#038;camp=2474&#038;linkCode=wey&#038;tag=saschalobocom-21&#038;creative=9002">Wir nennen es Arbeit</a>&#8220;, das ich mit Holm Friebe zusammen geschrieben habe, haben wir vier Monate an Titel und Untertitel gearbeitet, inklusive der Formulierung &#8220;Digitale Bohème&#8221;. Genau wie Generation Upload ist das ein Name, den sich die Gruppe nicht selbst ausgesucht hat und der durchaus kontrovers gesehen werden kann. Aber beide Namen verdeutlichen gut, worum es geht. Bei der Generation Upload ist die aktive Beteiligung an dem, was im Netz passiert, sehr wichtig. Mit dem Wort Upload lässt man daran wenig Zweifel, darin steckt das Internet, die Teilhabe, der technikaffine Hintergrund und &#8220;Up&#8221; ist auch eine schöne Richtung.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Zur Marke Vodafone eine Frage: was soll daran besonders sein? Hätten Sie für jeden Mobilfunkanbieter Werbung gemacht?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ich HABE schon für verschiedene Mobilfunkanbieter Werbung (als Werbetexter) gemacht, das nur nebenbei. Was ich an Vodafone tatsächlich gut finde, ist zum einen die Netzqualität. Ich habe seit Ende 1995 Handyverträge, darunter von E-Plus, O2 bzw. damals Viag Interkom, T-Mobile und jetzt erstmalig auch Vodafone. Die qualitative Reihenfolge von Gesprächsqualität und UMTS-Geschwindigkeit muss ich hier gar nicht ausbreiten, da kann man einfach in die gängigen Testergebnisse schauen. Was mir persönlich aber mindestens genauso wichtig ist: digitale Statussymbole. Schon, weil sie letztlich aus Nichts bestehen, und damit wiederum skizzieren, wie lächerlich nichtig Statussymbole eigentlich sind. Ich mag solche Symbole trotzdem, und im Handybereich führt an diesem Punkt wenig an der Vodafone-Vorwahl 0172 vorbei. Übrigens ist ein anderes digitales Statussymbol, das ich mit großer Freude besitze, die kürzestmögliche Domain der Welt, nämlich <a href="http://1.ly">1.ly</a> – ich überlege momentan, was ich Schönes damit anstelle.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Was kann noch Vodafone verbessern? </em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Vodafone ist ein riesiges Unternehmen, wo nicht immer alles so schnell umsetzbar ist, wie ich das von meinen <a href="http://prokrastination.com">eigenen Projekten</a> kenne. Aber es gibt den Anfang eines Dialogs, zu dem Vodafone bereit ist – der muss weiterverfolgt werden. Dann sollte Teil des Dialogs oder der Diskussion sein, dass daraus in Zukunft Konsequenzen gezogen werden. Vom Produkt- und Tarifangebot bis zu den wichtigen gesellschaftlichen Fragen der Netzwelt. Dass Vodafone das wirklich ernst meint, glaube ich, weil ich starke Anzeichen sehe. Im offiziellen Vodafone-Blog sind <a href="http://blog.vodafone.de/2009/07/09/reaktionen-auf-die-livepk/#comment-116">sehr kritische Kommentare freigeschaltet worden, die sich zum Beispiel mit den Netzsperren beschäftigen</a>. Es gibt nicht allzuviele Unternehmen, die so etwas tun würden. </p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Ein Wort noch zu Ihrer Blogvermarktungsfirma adnation &#8211; auf vielen adnation-Blogs läuft die Vodafone-Kampagne auch. </em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ja, und das finde ich natürlich famos. Denn die Netzgemeinde, die Blogs, die Social Networks, die Plattformen mit Worten anzuerkennen, ist gut und wichtig. Wirklich ernst wird es aber erst, wenn Geld fliesst. Insofern zeigt Vodafone nicht nur inhaltlich, dass ihnen die Bloglandschaft wichtig ist, sondern auch mit der Sprache, die bei jedem Wirtschaftsunternehmen letztlich die entscheidende ist, nämlich Geld. Zusammen mit dem Ansatz, die Generation Upload anzusprechen, halte ich das für die wichtigsten und besten Entscheidungen des Jahres, was die wirtschaftliche Relevanz von Social Media angeht. Man darf sich da nichts vormachen – selbst ein so tolles Instrument wie Twitter muss früher oder später Geld verdienen. Wenn also die großen Unternehmen um Social Media-Plattformen immer nur PR-getrieben im Kreis schleichen und sich nicht auch budgetär engagieren würden, gingen mittelfristig viele schöne Projekte ein. Das gilt ebenso für Blogs, die professionell im Sinne von beruflich schreiben möchten.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Die abschliessende Frage: im Spot und auf dem Plakat fahren Sie Bus. Es gibt aber das Gerücht, Sie würden den öffentlichen Personennahverkehr meiden. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Gotcha. Es stimmt. Ich mag weder U-Bahnen noch Busfahren. Von meinen wirklich allerletzten 20 Euro würde ich ein Taxi zum Amtsgericht nehmen, um dort Privatinsolvenz anzumelden. Zurück würde ich laufen. Und genau hier greift &#8211; oh Wunder! &#8211; die gestalterische Freiheit der Werbung. Eventuell sind jetzt manche Menschen total am Boden zerstört, aber nicht jedes gestalterische Detail in der Werbung entspricht immer zu 100% den Tatsachen. Ich habe sogar mal ein Plakat gesehen, da ist der Regen reingephotoshopt worden. Wichtig war für mich, dass die Frisur perfekt sitzt. Denn ausschliesslich die Frisur des Menschen entscheidet letztlich über Erfolg und Misserfolg.</p>
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