Interaktion

Twitter like it’s 1989

birdonwallsmall_by_erixVor einigen Stunden habe ich auf Twitter das Mem #twitterlikeits1989 gestartet:
“Die DDR verliert gerade massiv Follower!” #twitterlikeits1989
“Krass – http://mauer.ddr ist down!” #twitterlikeits1989
Für Nichttwitterer und Auffassungsunbegabte das Hashtag-Mem rasch erklärt: So tun, als würde man im Jahr 1989 am Tag des Mauerfalls twittern. Hier ein unsortiertes Best Of, das ich im Laufe des Tages wohl erweitern werde:

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Twittermedienpartnerschaft für die Next 09

next09_bannerNachdem man vielerorts hört, Twitter sei “endgültig im Mainstream angekommen”, habe ich mir nicht nur überlegt, die Definition von Mainstream feinzujustieren, denn Twitter hat laut Twitterumfrage etwa 40.000 aktive deutschsprachige Nutzer. Ich habe auch überlegt, wozu Twitter eigentlich genau taugen würde, wenn es irgendwann in der breiten Masse ankommt. Um anderthalb Stunden vor allen anderen zu wissen, wo gerade ein Erdbeben stattfindet? Irgendwie nicht. Zur sozialen Vernetzung mit den 1.000 engsten Netzfreunden? Schon eher. Um unmittelbar und unablässig sehen zu können, was andere für interessant halten? Mit Sicherheit auch. Für mich entpuppt sich Twitter aber immer stärker als Aufmerksamkeitskanone. Man kann viele tausend Augen in wenigen Minuten auf etwas lenken, zum Beispiel auf einen Text, ein Foto, ein Video. Oder auf eine Konferenz.

Klassische Medienpartnerschaften dienen der Erhöhung der Aufmerksamkeit der richtigen Menschen – und an dieser Stelle stellte ich mir kurz vor der re:publica die Frage, ob nicht eigentlich ein Twitteraccount die perfekte Medienpartnerschaft wäre, viel besser als eine Vierfarbanzeige und ein kurzer redaktioneller Text auf Seite 137 irgendeines Printmagazins. Ich habe – intime Kenner meines dramaturgischen Textaufbaus ahnen es bereits – diese Frage mit “ja” beantwortet. Und ich freue mich sehr, dass Martin Recke und sein Team, die die Next 09 Conference organisieren, das ebenso sehen.

Deshalb ist mein Twitteraccount @saschalobo mit zur Stunde 7829 Followern jetzt Medienpartner der Next 09, die am 5. und 6. Mai 2009 in Hamburg auf Kampnagel stattfindet.

medienpartner_next

Natürlich ist eine Twittermedienpartnerschaft vor allem auch ein Experiment, um herauszufinden, ob das überhaupt etwas bringt und wie es funktioniert. Ich werde nicht nur von der Next berichten, sondern bis dahin auch von Zeit zu Zeit Tweets absetzen, die mit den Tags #next09 und #medienpartner gekennzeichnet sein werden. Dafür fliesst übrigens kein Geld, vielmehr interessiert mich wie gesagt, ob meine These, Twitter tauge für Medienpartnerschaften, überhaupt stimmt. Abgesehen davon habe ich zur Next eine gewisse emotionale Verbindung, denn ich habe die allererste Next im Jahr 2006 (visuell) mitkonzeptioniert.

Und wieder ein kleiner Twitterschritt in Richtung Mainstream, bald wird man cholesterinfreie Familientweets bei Tchibo kaufen können.

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Mensch vs. Maschine und die Unfollower-Party

Tweetment Summary:
Erst wenn der Letzte @Spiegel_EIL followt und die letzte Newsseite autotwittert, werdet Ihr merken, dass man RSS-Feeds nicht faven kann.

kanonenvogel2Ich strecke meine Twaffen.

In den nächsten Stunden wird der automatische Twitter-Account “Spiegel_EIL” mich überholen, was die Anzahl der Follower betrifft und mich damit von der Spitze der deutschsprachigen Twittercharts verdrängen. Um gegen die Dauerwerbung auf der Startseite von Spiegel Online anzukommen, müsste ich wohl alle fünf Tage eine Followerverlosung machen und das will ja noch nicht einmal ich.
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Die hässliche Fratze des DFB

fratze_dfb

Der Deutsche Fussballbund und sein Präsident Theo Zwanziger kämpfen mit schmutzigen Tricks gegen die Meinungsfreiheit. Sie versuchen, über die Prozesskosten einen einzelnen Journalisten und Blogger in den finanziellen Ruin zu treiben – obwohl die juristische Position des DFB aussichtslos erscheint. So möchte der DFB einen Kritiker mundtot machen und droht implizit allen anderen. Ich möchte deshalb zu spenden für Jens Weinreich aufrufen. Mehr Informationen hier.

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Warum Eure Schuhgröße im Netz stehen wird – Halbautomatische Kommunikation und was das mit einem eigenen Facebook-Browser zu haben könnte

schuheimnetzFür den Tagesspiegel habe ich auf Anfrage von Joachim Huber, der dort das Medienressort leitet, einen Text darüber geschrieben, der einer interessanten Frage nachzugehen versucht: Warum stellen Menschen alle möglichen persönlichen Informationen offen ins Internet? Der Artikel trägt die Überschrift “Warum meine Schuhgröße im Netz steht” und ist am letzten Sonntag auf Papier gedruckt erschienen und hier auch auf tagesspiegel.de zu finden. Hier möchte ich ihn ein wenig weiterentwickeln in Richtung Zukunft des Internet.

Im Artikel steht zusammengefasst, dass mit der Entwicklung der digitalen Gesellschaft viele soziale Funktionen inzwischen im Netz stattfinden – und dort mehr zusätzliche Informationen benötigen als das bloße Kommunikat selbst. In der Kohlenstoffwelt hat man von Kleidung über Frisur bishin zu Gestik und Mimik viele Instrumente der nonverbalen oder begleitenden Kommunikation, die überhaupt erst einen geeigneten Kontext für die direkte Kommunikation herstellen.

Der für mich derzeit interessanteste Punkt dieser Begleitbotschaften ist die halbautomatische Kommunikation im Netz. Bei verschiedenen Interviews habe ich schon das Stichwort “halbautomatische Kommunikation” ins Feld geworfen; gemeint ist damit eine Weiterentwicklung der automatisierten Statusmeldung. Wenn etwa mein Handy alle zehn Minuten die Position an den Server funkt, der dann eine Karte mit meinem Aufenthaltsort veröffentlicht. Wenn ich ein Konzert in meinen Online-Kalender eintrage und der von allein eine Mitteilung an diejenigen Freunde verschickt, die die Band in ihrer last.fm-Playlist haben. Wenn mein Browser merkt, dass zehn meiner Kontakte gerade ebenfalls auf einer bestimmten Website sind und deshalb einen Spontanchat eröffnet. Wenn mein XING-Account erkennt, dass ein passender Job irgendwo im Netz ausgeschrieben ist und eine automatisierte Vorabbewerbung mit Kurzlebenslauf schickt. Kurz: wenn eine intelligente, justierbare Automatik soziale Kommunikationsfunktionen übernimmt.

Viele dieser Funktionen sind technisch längst vorhanden, wie etwa der InstaMapper GPS Tracker, eine Applikation für Mobiltelefone, die noch deutlich zu sperrig für die tägliche Benutzung ist. Oder die automatisierte Meldung auf Twitter, wenn ein neuer Blogbeitrag veröffentlicht wurde. An dieser Stelle spätestens bemerkt man eine Sollbruchstelle der halbautomatischen Kommunikation: sie muss ziemlich geschmeidig daherkommen, um nicht zu anstrengend zu werden, sondern ihre Stärken ausspielen zu können – als “Intelligent RSS”.

Denn die halbautomatische Kommunikation ist zwar die Weiterentwicklung der Statusmeldung – damit sie aber für alle Beteiligten und mit so vielen Websites wie möglich funktioniert, erfordert sie nach meiner Einschätzung eine Art Internet-Betriebssystem mit einer leicht verständlichen, grafischen Oberfläche, damit die Nutzer selbst präzise einstellen können, wo was wann wie und an wen halbautomatisch kommuniziert werden soll.

Am nächsten an ein solches Webbetriebssystem heran kommt derzeit Facebook (wie schon häufiger diskutiert worden ist). Erst vor einigen Monaten wurde mit Facebook Connect ein großer Schritt in diese Richtung getan – nämlich die Verknüpfung von Facebook mit anderen Seiten, die bewirkt, dass die Aktivitäten auf eben diesen Drittseiten halbautomatisch auf Facebook kommuniziert werden. Der logische nächste Schritt für Facebook wäre hier die Entwicklung eines echten eigenen Browsers, der ganz nebenbei dazu führen würde, dass man die Community überhaupt nicht mehr verliesse.

Teile des Redesigns deuten auch darauf hin: viele Navigationspunkte wurden in die nicht bewegliche Fussleiste verlagert. Die Redundanz mit der Navigation auf der Fläche ist nicht zufällig – sondern soll den Nutzer daran gewöhnen, Facebook auch dann zu benutzen, wenn auf der Fläche des Screens eine andere Seite dargestellt wird. Dazu kommt, dass mit Cloud Computing Betriebssystem und Browser sowieso miteinander verwachsen – zu einem Betriebsbrowser, wie ich den technischen und sprachlichen Bastard taufen möchte. Die Office-Anwendungen von Google Docs in Googles Chrome Browser stehen hier für die exemplarischen Anfänge.

Mit einem echten eigenen Facebook-Browser (über dessen Ankündigung im Netz einiges zu finden ist, herausgekommen ist dann aber “nur” Connect) würde die halbautomatische Kommunikation in Form eines umfassenden Lifestreams über Nacht Realität, weil alles, was wir im Browser erledigen – bei mir wäre das ungefähr alles -, dann Teil unseres Kommunikationsstromes werden könnte. Ohne große Mühe lässt sich schließlich ein Szenario vorstellen, das die Veröffentlichungsmodalität unserer Daten umkehrt: nur, wenn ich das explizit auswähle, wird eine Information wie eine besuchte Website NICHT veröffentlicht. Das mag für viele Menschen im Moment unerhört klingen – aber der Schritt von der jetztigen Situation dorthin ist kleiner als von den Protesten über die 1987er Volkszählung zum durchschnittlichen XING-Profil von heute.

[Anm.: der Artikel war hier ursprünglich nur angeteast, die vollständige Version fand sich auf dem 01blog; ich habe hier jetzt auch aus Dokumentationsgründen den Text unverändert eingestellt]

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Followerverlosung

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Gestern abend habe ich Holger Schmidt, FAZ-Redakteur für Netzökonomie, auf Twitter empfohlen, weil ich nach einer Unterhaltung mit ihm dachte, dass er wohl Interessantes microbloggen wird; er hat ja auch gerade erst angefangen. Über Nacht hat er gut 200 Follower dazubekommen.

Deshalb kam mir der Gedanke der Followerverlosung, die ich im Zusammenspiel zwischen meinem Blog und meinem Twitteraccount veranstalte. Die Regeln sind einfach:


1) Jeder, der mir folgt und bis morgen, Freitag, den 30. Januar um 15.00 Uhr MEZ das Wort #Followerverlosung twittert, nimmt an der Followerverlosung teil.

2) Alle Teilnehmer geben mit der Teilnahme ihr Versprechen, dem Gewinner der Followerverlosung auf Twitter zu folgen.

3) Ich lose morgen um kurz nach 15.00 Uhr aus allen Teilnehmern den Gewinner aus, der dann hier und auf meinem Twitteraccount bekannt gegeben wird – und entsprechend alle anderen Teilnehmer als neue Follower dazugewinnen dürfte.

Natürlich ist die Zahl der Follower nur bedingt ein Maßstab für irgendetwas Anderes außer eben der Zahl der Follower. Ich glaube aber, dass man an dieser Aktion ablesen können wird, welche Mobilisierungskraft Twitter im deutschsprachigen Raum innewohnt. Viel Spass bei der Followerverlosung; die Auswertung bzw. Dokumentation der Aktion werde ich auf dem offiziellen CeBIT-Blog 01blog.de veröffentlichen.

Update, 30.01., 15.20 Uhr : Den Gewinn der Followerverlosung hat davongetragen: @abotis (Tobias Glawe). Unmittelbar vor Bekanntgabe hatte er 737 Follower – der Zufall hat also einen ohnehin schon Vielverfolgten getroffen. Apropos Zufall – die Auswahl erfolgte im Twitter-Searchstream zum Begriff “Followerverlosung“, der um 15.00 Uhr 16 Seiten mit jeweils 50 Einträgen umfasste. Zunächst wurde eine Zufallszahl zwischen 1 und 16 (für die Suchergebnis-Seite) ermittelt, dann eine Zufallszahl zwischen 1 und 50 (für das konkrete Suchergebnis). Anschliessend habe ich nur nachgesehen, ob die Personen tatsächlich die Bedingungen erfüllt hat. Das war der Fall; der entsprechende Gewinnertweet ist dieser hier. Danke für die Teilnahme und das Interesse an diesem Experiment; Anfang nächster übernächster Woche irgendwann erscheint eine kleine Zusammenfassung und Dokumentation wie angekündigt auf dem 01blog.

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saschalobo.com und die geschrieben werden wollenden Bücher

Vielleicht ist der Tag, an dem Barack Obama vereidigt wird, ein besonders guter Tag, ein persönliches Blog zu beginnen. Eventuell fällt ein bisschen vom Glanz dieses Tages auf mich ab – ganz bestimmt wird aber bei der Inauguration das Weltpathosvorkommen auf Monate hinaus verbraucht werden, so meine lästige Neigung zu pathetischen Texten in der Startphase kaum auffallen wird.

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