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	<title>saschalobo.com &#187; Blogs</title>
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		<title>Quoten sind immer die Quoten der anderen &#8211; eine Frauenquote für die Blogroll</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 17:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist Weltfrauentag, und ich bin als Freund der Kommunikation nicht nur symbolfixiert, sondern empfinde mich auch als feministisch orientiert. Jawohl. Gockelfrisur, Halbargentinier, Feminist, für mich völlig selbstverständlich und logisch. Ehrlich gesagt verstehe ich kaum, wie man gleichzeitig das Grundgesetz für das Maß aller rechtsstaatlichen und gesellschaftlichen Dinge halten kann und nicht wenigstens ansatzweise feministisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.flickr.com/photos/wwarby/4782861914/in/photostream/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2011/03/sprinterinnen_by_wwarby.jpg" alt="" title="sprinterinnen_by_wwarby" width="608" height="114" class="aligncenter size-full wp-image-2336" /></a>Heute ist Weltfrauentag, und ich bin als Freund der Kommunikation nicht nur symbolfixiert, sondern empfinde mich auch als feministisch orientiert. Jawohl. Gockelfrisur, Halbargentinier, Feminist, für mich völlig selbstverständlich und logisch. Ehrlich gesagt verstehe ich kaum, wie man gleichzeitig das Grundgesetz für das Maß aller rechtsstaatlichen und gesellschaftlichen Dinge halten kann und nicht wenigstens ansatzweise feministisch orientiert sein kann. Natürlich auch als Mann, gerade als Mann. Antirassismus ist ja auch nichts, was nur <del>Farbige</del> Schwarze angeht. An dieser Stelle vielleicht nochmal die Definition des Feminismus: es handelt sich um den Glauben an die soziale, ökonomische und politische Gleichheit der Geschlechter (<a href="http://www.britannica.com/EBchecked/topic/724633/feminism">Encyclopedia Britannica</a> via <a href="http://maedchenmannschaft.net/das-feministische-lexikon/">Mädchenmannschaft</a>). </p>
<p>Bezeichnenderweise kommen die heftigsten antifeministischen Argumente in meinem weiteren Umfeld von Männern, die mit Frauen wenig bis nichts am Hut und anderen Körperteilen haben, sogar Extremfälle misogyner Jungfräulichkeit sind vorhanden. Das ist natürlich nur eine anekdotische Beobachtung, die wenig beweist. Aber dafür interessant ist. Sex scheint mir bei antifeministischer Verwirrung ein hochwirksames Mittel gegen Frauenfeindlichkeit, vielleicht finden sich ja hier wie dort Freiwillige für Feldstudien, &#8220;Fuck for Feminism&#8221; oder so.</p>
<p>Dass unter der Flagge des Feminismus auch viel Quatsch passiert ist, ist vollkommen klar, die meisten -ismen hatten und haben problematische Fans, die die Sache veralbern bis pervertieren. Dass ich mit den durchaus vorhandenen antimännlichen Tendenzen wenig anfangen kann, sollte auch nachvollziehbar sein – aber das ändert nichts an der Substanz des gesellschaftlichen Ziels der Gleichheit. Und Gleichheit heisst nicht Gleichbehandlung, um nach langem Rechtfertigungsgelaber endlich zum Thema der Überschrift zu kommen. Deshalb halte ich auch etwa eine Frauenquote für gut und richtig (in den meisten Fällen), nicht, weil sie kurzfristig immer zu tolleren Ergebnissen führt, sondern weil sie gesellschaftlich notwendig ist. Und damit mittel- und langfristig zu einer für alle tolleren Gesellschaft führt. Mit der Frauenquote ist es meiner Meinung nach ein bisschen wie mit der Demokratie, um ein bekanntes Zitat von Churchill abgewandelt zu paraphrasieren: Die Frauenquote mag eine schlechte Methode der Gleichberechtigung sein, aber die beste, die wir haben. </p>
<p>Nur sind die Quoten immer die Quoten der anderen, oft wohlfeile Handlungsaufforderungen, ohne dass man selbst dahinterstünde. Deshalb habe ich beschlossen, eine Frauenquote für meine Blogroll einzuführen, und zwar eine 50%-Quote. Im Moment stehen dort 54 verlinkte Blogs, davon sind beschämende 15 (also 27,7%) weiblich dominierte Blogs. Daraus folgt, dass ich weitere 24 Blogs von Frauen zur Blogroll hinzufügen werde, um mit 39 zu 39 Blogs einen Gleichstand zu erreichen. An dieser Stelle kommt Ihr ins Spiel, die Leserinnen und Leser dieses Blogs. Ich bitte recht herzlich um Vorschläge für die Ergänzung meiner Blogroll, wenn möglich auch mit kurzer Erklärung. Der famose Nebeneffekt ist vielleicht, dass auch Dritte neue, gute, interessante Blogs von Frauen entdecken. Angesichts der ebenfalls beschämenden grob überschlagen <a href="http://deutscheblogcharts.de/current.php">5% Blogs von Frauen in den Top 100 der Deutschen Blogcharts</a> kann das definitiv nicht schaden – genausowenig, wie das flächendeckende Aufgreifen der Frauenquote für die Blogroll.</p>
<p><strong>Update</strong><br />
Vielen Dank für die vielen Anregungen, nach und nach werde ich in den nächsten Tagen meine Blogroll entsprechend auffüllen und zur re:publica aller Voraussicht nach nochmal etwas dazu schreiben.</p>
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		<title>Vortrag zur Re:publica</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 17:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
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		<category><![CDATA[vortrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Bloggerkonferenz re:publica XI (13. bis zum 15. April) habe ich eine schöne, jährliche Tradition (seit 2010) entwickelt: die Einreichung eines Vortragsthemas, über das die Leser dieses Blogs abstimmen dürfen. Beim letzten Mal entschieden sich die Umfragenteilnehmer für &#8220;How to survive a shitstorm&#8221;. Das fast einstündige Youtube-Video wurde inzwischen über 19.000 Mal angesehen, vermutlich weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Zur Bloggerkonferenz <a href="http://re-publica.de/11/">re:publica XI</a> (13. bis zum 15. April) habe ich eine schöne, jährliche Tradition (seit 2010) entwickelt: die Einreichung eines Vortragsthemas, über das die Leser dieses Blogs abstimmen dürfen. Beim <a href="http://saschalobo.com/2010/01/06/abstimmung-mein-vortrag-auf-cebit-webciety-und-republica-2010/">letzten Mal entschieden</a> sich die Umfragenteilnehmer für &#8220;How to survive a shitstorm&#8221;. Das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=-OzJdA-JY84">fast einstündige Youtube-Video</a> wurde inzwischen über 19.000 Mal angesehen, vermutlich weil das Publikum vorher votet, was es nachher auch sehen möchte.</p>
<p>Dieses Jahr möchte ich weitergehen und nicht nur das Thema des Vortrags, sondern auch den Vortragsstil zur Abstimmung bringen. Zwischen polemischer Publikumsbeschimpfung und seriöser Analyse mit beinahe wissenschaftlichem Hintergrund ist eine Menge denkbar und weiter unten deshalb auch auswählbar. Das Ergebnis soll in wenigen Tagen am 31. Januar um 13 Uhr feststehen, denn die Einreichungsfrist für Vortragsvorschläge zur re:publica endet Ende Januar.</p>
<p><strong>Vortragsthema</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Trollforschung – jüngste Erkenntnisse</span><br />
Im Dezember 2009 habe ich erstmals <a href="http://saschalobo.com/2009/12/04/trollforschung-aktuell/">Erkenntnisse über die Trolllandschaft</a> aufgeschrieben, die ich teilweise in &#8220;How to survive a shitstorm&#8221; habe einfliessen lassen. Die Trollforschung selbst ist ein noch junges Feld, das in diesem Vortrag vertieft werden soll. Insbesondere Anti-Troll-Strategien anhand von konkreten Beispielen werden benannt und vorgeführt. Darüberhinaus soll auch in die Kunst des Trollens selbst eingeführt werden und die durchaus vorhandenen postiven Funktionen des Trolltums herausgestellt werden. Mit interaktiver, kollektiver Livetroll-Übung!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das deutschsprachige Internet &#8211; eine Bestandsaufnahme</span><br />
Das deutschprachige Internet, seine Akteure und Aktionen, seine Modi und Mechanismen, seine Riten und Rätsel, seine Plattformen und Prozesse sind der Inhalt dieses Vortrags, und zwar im vollen Bewusstsein der Unmöglichkeit der Vollständigkeit dieses Unterfangens. Dabei sollen die länderspezifischen Eigenarten auf eine Weise herausgestellt werden, die die Abstraktion des für normal Gehalteten ermöglicht. Insbesondere soll hier auf die prototypischen Elemente des deutschsprachigen Internet eingegangen werden, inklusive völlig ungerechter, aber zutreffender Typisierungen und Vorurteilsvertiefungen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Die Welt 2026</span><br />
In fünfzehn Jahren sieht die Welt zweifellos anders aus, aber wie? Atombetriebene MacBooks? Digitale Demokratur? Alles augmented? Das Internet eine Facebook-App? Oder der Börsengang des Internet? Apple führt die Todesstrafe ein? In diesem Vortrag soll über diese zugegeben plumpen Fragen hinaus in Szenarien erforscht werden, wie die Digitale Welt sich entwickeln könnte und in ihrem Fahrwasser die Kohlenstoffwelt. Zusätzlich zu den Szenarien werden drei bis fünf Geschäftsmodelle der Zukunft vorgestellt (mit 97% Erfolgsgarantie ab 2026).</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Seid Ihr eigentlich bescheuert?</span><br />
Vorwürfe satt.</p>
<p><strong>Vortragsstil</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Sachlich &amp; unterhaltsam</span><br />
Sauber faktenrecherchiert, aber vollgepumpt mit anekdotischer Evidenz, populärwissenschaftlich präsentiert im beliebten Plauderstyle des Funfeuilleton mit Sachbuchneigung. Eigenbeispiel: &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=YAlGk6NKZHI">Dinge geregelt kriegen</a>&#8220;.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Pöbelnd &amp; unterhaltsam</span><br />
Kraftvoll durchge<a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=rant">rant</a>et, die Kunst der Rundumbeleidigung auf geschmacklose Weise verbunden mit verletzenden Unterstellungen, zart erkenntnisdurchwirkte Beschimpfungen mit und ohne Hand und Fuß. Eigenbeispiel: <a href="http://wirres.net/article/articleview/5667/1/6/">Antwortantwortantwort auf wirres.net</a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Vermutig &amp; unterhaltsam</span><br />
Nassforsch reinbehauptet, stark anprognostiziert, mutig vermutend, steil aufgestellt, gehalten im Stil der gesellschaftlichen Großvermutung mit medialer Wirkungsmaximierung dank höchster Punchline-Sättigung. Eigenbeispiel: &#8220;<a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20080709223500">Wir nennen es Arbeit</a>&#8220;.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Unterhaltsam &amp; unterhaltsam</span><br />
Auf Pointe gebürstet und nur auf Pointe gebürstet, realitätsbezogene Daten und Zahlen allenfalls stichwortgebend benutzend oder erfindend oder alternativ ignorierend, jeden Winkel des Themas auf Gagpotenzial abklopfend. Eigenbeispiel: &#8220;<a href="http://www.n24.de/news/newsitem_5430655.html">Links Rechts</a>&#8221; auf N24.</p>
<p><script type="text/javascript" charset="utf-8" src="http://static.polldaddy.com/p/4451615.js"></script><br />
<noscript><br />
	<a href="http://polldaddy.com/poll/4451615/">Welchen Vortrag soll Sascha Lobo auf der re:publica 2011 halten?</a><span style="font-size:9px;"><a href="http://polldaddy.com/features-surveys/">survey software</a></span><br />
</noscript></p>
<p><script type="text/javascript" charset="utf-8" src="http://static.polldaddy.com/p/4451630.js"></script><br />
<noscript><br />
	<a href="http://polldaddy.com/poll/4451630/">Welchen Stil soll Sascha Lobos Vortrag auf der re:publica 2011 haben?</a><span style="font-size:9px;"><a href="http://polldaddy.com/features-surveys/">online surveys</a></span><br />
</noscript></p>
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		<title>Warum ich nicht flattre</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 10:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das hier ist kein Rant. Denn Flattr erscheint mir als eine Möglichkeit, wie Blogs und blogähnliche Medien etwas Geld verdienen können, das ist zunächst nichts Schlechtes, sondern vom Effekt her etwas Gutes. Trotzdem möchte ich aufzeigen, weshalb ich mich gegen Flattr entschieden habe. Es folgen deshalb persönliche Gründe und nur eingeschränkt allgemeingültige Argumente. 1. Geldquellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.flickr.com/photos/16339684@N00/2771876697/in/photostream/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2010/07/hahn_flattrt_nicht.jpg" alt="" title="rooster_by_internets_dairy_flickr" width="536" height="179" class="aligncenter size-full wp-image-1758" /></a>Das hier ist kein <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=rant">Rant</a>. Denn Flattr erscheint mir als eine Möglichkeit, wie Blogs und blogähnliche Medien etwas Geld verdienen können, das ist zunächst nichts Schlechtes, sondern vom Effekt her etwas Gutes. Trotzdem möchte ich aufzeigen, weshalb ich mich gegen Flattr entschieden habe. Es folgen deshalb persönliche Gründe und nur eingeschränkt allgemeingültige Argumente.</p>
<p><span id="more-1757"></span></p>
<p>1. Geldquellen<br />
Nennt mich inkonsequent, aber anders als von meinen <a href="http://saschalobo.com/buecher/">Buchlesern</a> möchte ich kein Geld von meinen Bloglesern, weil ich ihnen nichts verkaufen will. Ein Buch ist ein Produkt, ein Blog ist ein Prozess. Gegen Geldverdienen mit dem Blog habe ich gar nichts einzuwenden, aber es soll aus anderen Quellen stammen, zum Beispiel von der Werbeindustrie. Das klappt in Deutschland (noch immer) nicht so gut, wie es sein sollte, zugegeben. Und Paid Content etwa finde ich nicht grundsätzlich schlecht, im Gegenteil. Aber ich glaube, dass die Blogkultur in Deutschland &#8211; zu der in meinen Augen eine Refinanzierungsmöglichkeit gehören sollte – nur dann profitiert, wenn Geld von aussen zufliesst und nicht im Innern umverteilt wird.</p>
<p>2. Umverteilung<br />
Es gibt nach meiner Einschätzung im deutschsprachigen Raum etwa 250.000 mehr oder weniger aktive Blogger. Und ich rechne mit ungefähr einer Million Menschen, die Blogs absichtlich und regelmässig lesen (und nicht etwa über Google dorthingespült werden). Beides sind Schätzwerte, weil exakte Zahlen kaum herauszufinden sind. Diese Grössenordnungen und die zu erwartende Marktdurchdringung lassen mich vermuten, dass bei Flattr ein mittelgrosser Haufen Blogger das Geld im Kreis herumreicht. Natürlich, und das ist an den <a href="http://carta.info/29987/deutschen-flattr-charts-im-juni/">aktuellen, interessanten Zahlen</a> zu erkennen, profitieren davon eine Handvoll großer Blogs oder die <a href="http://taz.de">taz</a>*. Aber schon das flattr-Prinzip &#8211; man kann nur geflattrt werden, wenn man selbst flattrt – deutet stark darauf hin, dass die Vielzahl der kleineren Blogs die wenigen, größeren bezahlen werden. Als Fan der Umverteilung von oben nach unten ist mir das nur mäßig sympathisch. </p>
<p>3. Summenspiele<br />
Nehmen wir an, dass sich ein Flattr-Klick bei 10 Cent einpendelt. Nehmen wir weiter an, dass ein Blog wie <a href="http://carta.info">Carta</a> 5.000 Euro im Monat bräuchte, um sich professionell angemessen zu refinanzieren (bei über 50 komplexen und fundierten Artikeln im Monat ist das sogar eher wenig). Dann müsste jeder Artikel ungefähr eintausend Flattr-Klicks bekommen. Ist das realistisch, vor allem angesichts der psychologischen Wirkung? Ist der deutschsprachige Durchschnittsblogleser bereit, nach dem neunhundertneunundneuzigsten den eintausendsten Klick unter einen Artikel zu setzen? Vor allem angesichts der Tatsache, dass auf kleineren Blogs erwartbar die offen dargestellten Zahlen im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich bleiben werden? Ich glaube, dass gerade im Finanziellen die von Flattr vorgegebene Transparenz nicht nur positive Seiten hat.</p>
<p>4. Spendenschwierigkeiten<br />
Werbung finde ich deshalb gut, weil diese Art der Refinanzierung nicht zwischen Schreiber und Leser stattfindet &#8211; und damit den Lesegenuss nicht durch ein fortlaufendes Kundenverhältnis belastet. Mit der freiwilligen Spende des Lesers bekäme dieses Verhältnis einen anderen Drall: den Unterton des Bittstellers gegenüber den Lesern. Die Dankbarkeit, die ich fairerweise gegenüber meinen Lesern empfinden müsste, würde mich sehr stören. Bei anderen mag das anders sein, aber ich empfinde mich nicht als Dienstleister meiner Leser. Generell sehe ich auch die Gefahr des Flattr-Populismus. Es gibt sicher schlimmere Gefahren, aber wenn man sich Blogs ansieht, die auf Google Ads hingeschrieben werden, dann scheint es Texten nicht unbedingt gut zu tun, sich nach anderen Kriterien auszurichten als dem ureigenen Interesse des Autors (das in meinen Augen der Antriebsmotor jedes Blogs ist).</p>
<p>5. Gründer<br />
Ja, die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahren grauenvoll dumm verhalten. Ja, das Urheberrecht hatte schon im 20. Jahrhundert seine Schwächen und für das 21. Jahrhundert ist es stark reformbedürftig. Ja, P2P ist nicht die Wurzel alles Bösen. Aber die <a href="http://thepiratebay.org/legal">arrogante, pubertäre, selbstgerechte Art</a>, wie The Pirate Bay und damit auch Flattr-Gründer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sunde">Peter Sunde</a> sich einen Dreck um alle anderen inklusive der Musiker und Filmschaffenden geschert hat und damit mutmaßlich auch noch selbst Geld verdient hat, die stösst mir übel auf (selbst, wenn sie ein bisschen lustig ist). Flattr erscheint mir unter anderem als Feigenblättchen eines Menschen, dem seine Rolle der Contentdiebstahlbeihilfe etwas unangenehm geworden ist. Dazu noch ist das intransparente, von einer gewissen Schmierigkeit durchzogene Handeln von The Pirate Bay – zum Beispiel, was die Verkaufsabsichten anging – nicht geeignet, um größeres Vertrauen zu Herrn Sunde und seinen Geschäftspartnern aufzubauen.</p>
<p>Fazit<br />
Das Experiment Flattr beobachte ich trotz der genannten Gründe wohlwollend, weil Blogs Geld verdient haben und deshalb verdienen sollen. Allein, um herauszufinden, ob Flattr und damit die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schenk%C3%B6konomie">Geschenkökonomie</a> funktioniert, ist es sinnvoll, es zu tun; nach meiner Überzeugung ist &#8220;Machen&#8221; dafür die einzige Möglichkeit. Aber meine &#8211; von den bisherigen, veröffentlichten Zahlen eher unabhängige &#8211; Einschätzung ist, dass mit Flattr drei Dutzend Blogs eine aus professioneller Sicht geringe Summe erwirtschaften werden, für den gesamten Rest der Blogs wird es sich kaum lohnen. Das wäre nicht allzu schlimm, wenn von der Beteiligung dieser kleineren Blogs nicht auch die Refinanzierung der großen abhinge. Ich stelle mir vor, wie der Betreiber eines mittelgrossen Blogs hoffnungsvoll startet und mitflattert, dann drei Mal in Folge deutlich unter 20 Euro erlöst (also weniger als er selbst ausgegeben hat) und ernüchtert die Lust am Flattrn verliert. Dass Flattr dann noch als &#8220;Zubrot&#8221; für große Blogs funktioniert (allein damit relevante Summen zu verdienen, das glaubt wohl kaum jemand), halte ich für unwahrscheinlich. Und würde ich mich trotzdem ernsthaft freuen, wenn es anders käme.</p>
<p>Nachtrag: Zum Thema ist ein <a href="http://www.newsecho.de/digital/netz_und_technik/ec2MTyC9SuA/computer-«flattr»_werden_nutzer_freiwillig_im_netz_zahlen">dpa-Text</a> erschienen, für den Michael Kieffer auch mit mir gesprochen hatte.</p>
<p>Zweitnachtrag: Unterdessen hat <a href="http://blog.ronniegrob.com/2010/07/07/mein-hut-der-hat-drei-cents/">Ronnie Grob geantwortet und beschrieben</a>, warum er doch flattrt.</p>
<p style="font-size:11px;">* Die taz ist auf so vielen Ebenen ein publizistisch-ökonomischer Sonderfall, dass ich mir dort einen mittel- und langfristigen Erfolg mit Flattr tatsächlich vorstellen kann. Wenn kein besser geeignetes Micropayment-System aufkommt. Was ich wiederum sehr hoffe.</p>
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		<title>Ein etwas langatmiges Interview, indem ich das Gleiche sage wie immer, aber so gebündelt ist es auch mal ganz interessant, glaube ich</title>
		<link>http://saschalobo.com/2009/12/02/ein-etwas-langatmiges-interview-indem-ich-das-gleiche-sage-wie-immer-aber-so-gebuendelt-ist-es-auch-mal-ganz-interessant-glaube-ich/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=ein-etwas-langatmiges-interview-indem-ich-das-gleiche-sage-wie-immer-aber-so-gebuendelt-ist-es-auch-mal-ganz-interessant-glaube-ich</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 08:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Philip Banse hat im Rahmen der etwas steil benannten Serie &#8220;Meinungsmacher&#8221; zunächst vier Blogger interviewt, nämlich Stefan Niggemeier, Johnny Haeusler, Markus Beckedahl und mich. Die Interviews sind mit jeweils knapp unter vierzig Minuten nicht unbedingt zu kurz geraten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Philip Banse hat im Rahmen der etwas steil benannten Serie &#8220;<a href="http://philipbanse.de/wp/blogger-interviews-fur-dctp-tv-1/">Meinungsmacher</a>&#8221; zunächst vier Blogger interviewt, nämlich Stefan Niggemeier, Johnny Haeusler, Markus Beckedahl und mich. Die Interviews sind mit jeweils knapp unter vierzig Minuten nicht unbedingt zu kurz geraten.</p>
<p><iframe width="542" height="343" frameborder="0" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" src="http://dctp-front.dctp.tv/embed/lobo-embed/index.html"></iframe></p>
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		<title>Standardabmahnartikel</title>
		<link>http://saschalobo.com/2009/10/20/standardabmahnartikel/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=standardabmahnartikel</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 09:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Recht vor Gnade – nach diesem Motto mahnt [Weltmarke] derzeit verstärkt Blogger, Forenbetreiber und Internetcommunitybenutzer ab. Kaum jemand weiss, dass sich [Weltmarke] bereits vor Jahren die Rechte an allen [irgendwas] sicherte, und zwar inklusive sämtlicher Fotos, Darstellungen und Zeichnungen sowie an Abbildungen der von schräg hinten so ähnlich aussehenden [irgendwas ganz anderes]. Das Markenrecht ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Recht vor Gnade – nach diesem Motto mahnt [Weltmarke] derzeit verstärkt Blogger, Forenbetreiber und Internetcommunitybenutzer ab. Kaum jemand weiss, dass sich [Weltmarke] bereits vor Jahren die Rechte an allen [irgendwas] sicherte, und zwar inklusive sämtlicher Fotos, Darstellungen und Zeichnungen sowie an Abbildungen der von schräg hinten so ähnlich aussehenden [irgendwas ganz anderes]. Das Markenrecht ist hier auf der Seite des Konzerns und erlaubt ihm auch, Lizenzgebühren auf [sonstwas] zu erheben. <a href="http://www.flickr.com/photos/deapeajay/2215018386/in/photostream/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/10/markenrechtsverletzung.png" alt="markenrechtsverletzung" title="markenrechtsverletzung" width="538" height="177" class="aligncenter size-full wp-image-884" /></a>In einem vorliegenden aktuellen Fall war auf dem Foto eines Bloggers schemenhaft im Hintergrund der Schatten eines [irgendwas]-förmigen Flaschenöffners zu sehen. Eine schwerstwiegende, akut das gesamte, weltweit agierende Unternehmen in seiner Existenz bedrohende Markenrechtsverletzung, befand [Weltmarke] und schickte umgehend eine Abmahnung mit einem Streitwert von [Rüstungsetat eines mittleren afrikanischen Landes]. Doch damit nicht genug.<br />
<span id="more-883"></span><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/kubina/251947626/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/10/pressesprecherin.png" alt="pressesprecherin" title="pressesprecherin" width="538" height="197" class="aligncenter size-full wp-image-885" /></a>Auf Nachfrage bestätigte die Pressesprecherin von [Weltmarke] nicht nur, dass die Abmahnung samt der [hohe Zahl]-Kostennote echt ist, sondern auch, dass in der Zwischenzeit [andere hohe Zahl] nonprofessionell-netzpublizistisch tätiger Personen abgemahnt worden seien: </p>
<blockquote><p>&#8220;Wir, [Weltmarke], sehen uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt gezwungen, diese schwerstwiegenden Markenrechtsverletzungen in der Geschichte der Geschichte als quasiterroristische Attacke auf das Herz unseres Unternehmens betrachten zu müssen. Wenn wir nicht sofort unerbittlich, mit härtester Härte und grotesk übertrieben gehandelt hätten, hätte uns die Börse schwer abgestraft, eine Insolvenz wäre unausweichlich gewesen, die auch [Kontinent], wenn nicht sogar [Wirtschaftssystem] an sich ins Verderben hätte stürzen können.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Pressesprecherin bezeichnete weiterhin das Vorgehen von [Weltmarke] als &#8220;gütig und angemessen&#8221;. Um sowieso nie bestanden habende Zweifel auszuräumen, habe man ein Gutachten des prominenten, nebenberuflichen Ethik-Rats des Unternehmens, Kim Jong Il, eingeholt, der dem Konzern eine &#8220;kaum noch erträgliche Menschenfreundlichkeit im Umgang mit eigentlich vernichtenswerten, hochkriminellen Unternehmensfeinden&#8221; ausdrücklich bescheinigt habe.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/3031962255/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/10/kommunikationsabteilung.png" alt="kommunikationsabteilung" title="kommunikationsabteilung" width="538" height="196" class="aligncenter size-full wp-image-886" /></a></p>
<p>Die Kommunikationsabteilung von [Weltmarke] sieht unterdessen auch angesichts der anschwellenden Welle der medialen Kritik keinen weiteren Handlungsbedarf. Man sei sich zwar der Tatsache bewusst, dass [Zahl] der ersten [Zahl] Suchergebnisse auf Google das Vorgehen des Konzerns kritisierten. Die Marketingleitung habe aber daraufhin beschlossen, sich die Webadresse www.atombombenaufspatzen.de zu sichern, um &#8220;bei aller überlebensnotwendigen, juristischen Härte nicht auch den unterhaltsamen Aspekt der Angelegenheit aus den Augen zu verlieren&#8221;. Man werde das Thema humorvoll aufbereiten und daraus eine hochaktuelle, virale Internet-Kampagne als über Youtube downloadbares PDF-Spiel zum Preis von nur [hohe Zahl] Goldmark herstellen. Insgesamt sei man zuversichtlich, dass der Streit schnell und ohne weiteren Schaden für das Unternehmen beigelegt werden könne, wenn jeder einzelne der Wirtschaftskriminellen die volle Summe gezahlt habe. Bei alleinerziehenden, arbeitslosen Müttern mit blinden Kindern könne man sich sogar vorstellen, die Strafsumme um bis zu 10% zu mindern, so die Pressesprecherin weiter – es gehörten aber ohnehin kaum ein Viertel der Abgemahnten in diese Kategorie. Dies sei als freundschaftliches, aber keinesfalls notwendiges Zugeständnis und Zeichen der Solidarität mit &#8220;diesem neuen Medium Internet und seinen für unseren Börsenkurs irrelevanten Benutzern&#8221; zu werten.</p>
<p>Das weitere Vorgehen, von dem man sich niemals und durch nichts und niemanden jemals abbringen lasse, sei klar: Die Markenrechtsradikalen müssten eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, die sie im Wiederholungsfall zur vollständigen, generationenübergreifenden Verpfändung ihres Familienbesitzes sowie zu [mittelhohe Zahl] Jahren Frondienst im konzerneigenen Arbeitslager zwänge. Der Wiederholungsfall gelte auch dann, wenn jemand, der so ähnlich hiesse oder am selben Tag Geburtstag habe, die heiligen Markenrechte blasphemisch herabwürdige. &#8220;Diese subversiven Kräfte müssen wissen, dass sie eine gesellschaftliche Marken-Verantwortung tragen &#8211; gerade auch für Dritte&#8221;. Auf diese Weise pole man die Feinde des Unternehmens geschickt zu Markenbotschaftern um, so die Pressesprecherin augenzwinkernd.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/elaws/3775252224/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/10/CEO1.png" alt="CEO" title="CEO" width="536" height="246" class="aligncenter size-full wp-image-912" /></a></p>
<p>Im übrigen sei weder im gedruckten SPIEGEL noch in der Tagesschau etwas von den Vorgängen angekommen, so dass kein PR-technischer Schaden entstanden sein könne. &#8220;Wir sind in dieser Angelegenheit auf dem einzig richtigen Weg, auf dem leuchtenden Pfad, wenn Sie so wollen&#8221;, fügte der CEO von [Weltmarke] hinzu. Man werde diesen unter allen Umständen beibehalten, weil er ja der einzig richtige sei. Den Vorwurf, es gehe gar nicht mehr um [irgendwas], sondern um den kalten Stolz einer juristischen Maschinerie mit einem vordigitalen Gesellschaftsverständnis, wies der CEO als &#8220;verletzend, ehrabschneidend, völlig übertrieben, heimtückisch, konterrevolutionär und im Kern durchaus justiziabel&#8221; zurück. Gleichzeitig forderte er die Staatengemeinschaft der Welt nachdrücklich auf, endlich die Genfer Markenrechtskonvention zu ratifizieren.</p>
<p>Als einzige, aber nur sehr kleine Chance des Einlenkens bezeichnete der CEO die Möglichkeit, dass der elfjährigen Tochter des Aufsichtsratsvorsitzenden die beanstandeten [irgendwas] irgendwie gefallen würden und sie sich deshalb für die Delinquenten verwende, wenn sie das nächste halbjährliche Update der Kommunikationsstrategie des Konzerns präsentiere.<br />
-</p>
<p style="font-size:11px;"><em>mehr zum Thema <a href="http://twitter.com/#search?q=wolfskin">im gesamten Internet</a> und beim <a href="http://www.werbeblogger.de/2009/10/20/jack-wolfskin-bei-adage-in-den-usa-angekommen/">beim Werbeblogger</a></em></p>
<g:plusone href="http://saschalobo.com/2009/10/20/standardabmahnartikel/"  size="standard"   ></g:plusone>]]></content:encoded>
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		<title>Friedhof der ungebloggten Beiträge</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 13:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[ungebloggt]]></category>

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		<description><![CDATA[Parallel zu dieser schönen Wiederholungsaktion &#8220;Ein ♥ für Blogs&#8221; möchte ich auch an die Schattenseiten des Bloggens erinnern. Nämlich das Nichtbloggen. Dabei sind weniger die immer noch viel zu vielen Menschen gemeint, die einfach nicht bloggen. Sondern vielmehr &#8211; die Überschrift impliziert es &#8211; die Blogbeiträge, die als Idee oder grobe Skizze im Kopf oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.flickr.com/people/44458147@N00/"><img class="aligncenter size-full wp-image-616" title="cemetary_by_the_g-tastic_7" src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/03/cemetary_the_g-tastic_7.jpg" alt="cemetary_by_the_g-tastic_7" width="536" height="158" /></a><br />
Parallel zu dieser schönen Wiederholungsaktion &#8220;<a href="http://stylespion.de/ein-herz-fuer-blogs-2-am-161009/4918/">Ein ♥ für Blogs</a>&#8221; möchte ich auch an die Schattenseiten des Bloggens erinnern. Nämlich das Nichtbloggen. Dabei sind weniger die immer noch viel zu vielen Menschen gemeint, die einfach nicht bloggen. Sondern vielmehr &#8211; die Überschrift impliziert es &#8211; die Blogbeiträge, die als Idee oder grobe Skizze im Kopf oder schlimmer noch, im Entwürfe-Bereich herumlungern und ihr erbärmliches Stadium der Unveröffentlichtheit nie verlassen haben. Und wohl auch nie verlassen werden. Wie abgestorbene Embryos vergiften sie den Blogkörper mit ihrem stillen Vorwurf, nie das Licht der Netzwelt erblickt zu haben. Sie blockieren so den vorderen Blog-Stirnlappen. Nicht einmal als zum Tweet verstümmelte Kurznachricht taugen sie. Die Gegenmaßnahme: Raus damit! Entledigung, Entgiftung, Erlösung. Je unfertiger, desto besser. Nachahmung empfohlen, es erleichtert einen ungemein. Voilá.<span id="more-860"></span></p>
<p>†</p>
<p>Ich wollte damals wütend, energievoll und in epischer Länge auf Günther Jauchs uninformierte Einlassung auf SpON zum Internet antworten:</p>
<blockquote><p>
<a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,609573,00.html">[…] das Internet ist doch tückisch, wenn es um Wissen geht. Es verleitet zu der Fehleinschätzung, man müsse selbst nichts mehr wissen und demzufolge auch nichts mehr lernen. Steht ja alles im Computer. Das halte ich für zu simpel, denn das Netz ist doch eher eine informationelle Müllhalde und sehr chaotisch.</a>
</p></blockquote>
<p>Zeitlich nicht geschafft, raus damit. Quatsch bleiben etwa 104% von dem, was Jauch zum Thema Internet von sich gibt, natürlich trotzdem. Damit liegt er aber noch nicht mal schlecht im Schnitt.</p>
<p>†</p>
<p>Besonders schade ist es um den nächsten Artikel, der eigentlich eine witzige Aktion vor der Wahl sein sollte. Die Piratenpartei hat ja mehrere Slogan-Domains der grossen Parteien gekapert, zum Beispiel <a href="http://unserlandkannmehr.de">unserlandkannmehr.de</a>. Für meine total witzige Aktion habe ich extra eine Domain rausgesucht, die die Piraten offenbar vergessen haben zu sichern, nämlich <a href="http://piratenparteiberlin.de">piratenparteiberlin.de</a>. Dann wollte ich einen YouTube-Film drehen, wo ich mit einem Tuch vor dem Gesicht und einer bedruckten Pappe mit &#8220;piratenparteiberlin.de&#8221; die Entführung der Domain bekannt geben wollte &#8211; im Austausch gegen die SPD-Domain würde ich die Domaingeisel aber hergeben. Ich fand das vor allem irre witzig, weil ich ja auch mit Gesichtsmaskierung zu erkennen, haha, Sie verstehen? Absender und Titel des Clips wäre übrigens die &#8220;<strong>Rote Arme Fraktion</strong>&#8221; gewesen, vielleicht war es doch ganz gut, dass ich das Ganze aus Zeitgründen und wegen der Rechtsverfehlungen der Piraten gelassen habe. Die Domain habe ich (wie ich Jens Seipenbusch neulich mitteilte) trotzdem noch, braucht die jemand? Vielleicht für einen schönen Piratenspoof, der die Piraten aufregt? Weniger Humor und Kritikfähigkeit als die Anhänger dieser Partei kann man ja praktisch nicht haben, ausser man war Anfang der 1950er in der KPdSU.</p>
<p>†</p>
<p>Ich wollte im Sommer auch einen euphorischen, kraftvollen Artikel schreiben, der &#8220;<strong>Das Neue Wir</strong>&#8221; heissen sollte und den wirkungsstarken Aufbruch der Deutschen Internetlandschaft ins Politische zum Beispiel anhand der ePetition beschreiben sollte. Dann kam mir was dazwischen.</p>
<p>†</p>
<p>Ich wollte einen irre witzigen Artikel schreiben, der den Frühjahrs-Trend 2009 zur dümmlichen Gebrauchsanleitung für Twitter karikieren sollte. Inhalt in Kurzform: Eine Anleitung, was man auf Twitter veröffentlichen soll, ist wie eine Anleitung, was man auf Papier schreiben soll. Ein tolles Foto zu dem Beitrag, der &#8220;<strong>You&#8217;re doing it wrong</strong>&#8221; heissen sollte, hatte ich auch schon:<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/andyhay/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/03/youngdeadbird.jpg" alt="youngdeadbird" title="youngdeadbird" width="536" height="213" class="aligncenter size-full wp-image-606" /></a><br />
Raus damit, vor allem, weil der Artikel vermutlich gar nicht so witzig geworden wäre, wie ich dachte. Wie so vieles letztlich.</p>
<p>†</p>
<p>Seit Januar plane ich einen Blogbeitrag, der einen Lösungsansatz für die Musikindustrie darstellen sollte. Ich glaube ja (<a href="http://www.spreeblick.com/2009/06/02/wir-werden-niemals-fur-musik-bezahlen/">anders als etwa Johnny</a>) nach wie vor, dass ausreichend viele Menschen für Musik bezahlen würden, auch digital. Dafür muss man nur – naja, und hier habe schon viel nachgedacht, aber leider noch viel zu wenig zu Pixel gebracht. Diesen Artikel möchte ich jedoch nur provisorisch beerdigen. Falls es soetwas gibt.</p>
<p>†</p>
<p>&#8220;<strong>Leben in Echtzeit</strong>&#8220;, so sollte ein programmatischer Aufschlag heissen, der das Echtzeit-Web als nächstes großes Ding feiert nach dem Mitmach-Web. Ist auch wirklich so, das Real Time Web halte ich für ähnlich umwälzend wie das, was ich schon wieder Web 2.0 nenne. Dann fand ich heraus, dass &#8220;Leben in Echtzeit&#8221; eine Textzeile von <a href="http://www.virginia-jetzt.de">Virginia Jetzt</a> ist und war spontan so konsterniert, dass ich ersteinmal pausieren musste. In der Pause verblich – unerwartet und viel zu früh – die Idee des Artikels.</p>
<p>†</p>
<p>Der mit Abstand ungebloggteste aller Beiträge war übrigens einer, der den Titel trug &#8220;<strong>Warum es für Schwarz-Gelb nicht reichen wird</strong>&#8220;. Inhalt verrate ich jetzt nicht.</p>
<p>†</p>
<p>Und schliesslich, als Tüpfelchen auf dem i von Frıedhof: als ich im Frühjahr noch nicht so genau wusste, welches Buch ich als nächstes schreibe (inzwischen wird es mein erster Roman, übrigens), wollte ich dem Netz eine Buchidee zum Fraß vorwerfen. Ich erwähnte es im allerersten Wortbeitrag in diesem Blog, dass ich im Netz auch Bücheransätze entwickeln wolle. Abgesehen davon, dass mein Agent mir dringend davon abriet, weil Buchideen geklaut würden wie Bücher auf der Buchmesse, glaube ich in inzwischen nicht mehr, dass mein Vorhaben mit dem Namen &#8220;<strong>Quatsch und Kultur &#8211; der überaus wichtige Einfluss von unterhaltsamem Unsinn auf unser eqWepuoi Fnord</strong>&#8221; je Chancen auf Realisierung haben wird. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vodafone</title>
		<link>http://saschalobo.com/2009/07/14/vodafone/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=vodafone</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 07:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[es ist deine zeit]]></category>
		<category><![CDATA[vodafone]]></category>

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		<description><![CDATA[Denjenigen Internetcommunitybenutzern, die in den letzten Tagen im Koma lagen, möchte ich mitteilen, dass ich Teil einer Werbekampagne für Vodafone bin. Sie heisst &#8220;Es ist Deine Zeit&#8221; und richtet sich besonders an die Generation Upload. Aus dieser Gesamtthematik ergeben sich viele Fragen. Mit der gewohnten Mischung aus unterhaltsamer Information, halbironischer Distanz und Eitelkeit möchte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/07/esistdeinezeit.jpg" alt="esistdeinezeit" title="esistdeinezeit" width="536" height="129" class="aligncenter size-full wp-image-731" /></a>Denjenigen Internetcommunitybenutzern, die in den letzten Tagen im Koma lagen, möchte ich mitteilen, dass ich Teil einer Werbekampagne für Vodafone bin. Sie heisst &#8220;<a href="http://www.esistdeinezeit.de">Es ist Deine Zeit</a>&#8221; und richtet sich besonders an die Generation Upload. Aus dieser Gesamtthematik ergeben sich viele Fragen. Mit der gewohnten Mischung aus unterhaltsamer Information, halbironischer Distanz und Eitelkeit möchte ich hier diese Fragen nicht nur beantworten – sondern sie mir dazu auch noch selbst stellen.<br />
<span id="more-730"></span></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Sascha, Sie sind Teil einer großen Kampagne von Vodafone – wie finden Sie diese und warum?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Insgesamt super (obwohl natürlich nie alles perfekt läuft). Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst halte ich es für richtig, dass eine große Marke in den Social Media-Bereich hineingeht und da über ähnlich viele Kanäle kommuniziert wie Internetmenschen es auch tun, von Twitter über ein Blog, Facebook, Youtube, Flickr und anderen Social Networks. Werbung muss an Orte gehen, die für die Menschen – früher nannte man sie Zielgruppe – wichtig sind. Insofern führt meiner Meinung nach für Markenkommunikation kein Weg daran vorbei, dort mitzuspielen. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kFhNq54jzfM">Im Werbespot</a> wird ausserdem ein Lieblingslied von mir gespielt (ehrlich!), &#8220;Heroes&#8221; von David Bowie. Ich <del datetime="2009-07-14T06:59:05+00:00">singe</del> spreche die Textzeile &#8220;we can beat them&#8221; und schaue dazu, sagen wir, etwas zu ernst in die Kamera. Diese ironische Revoluzzer-Pose gefällt mir natürlich sehr gut. Der wichtigste Gutefindepunkt ist aber ein strategischer, nämlich dass sich die Kampagne auch an die Generation Upload richtet. Dabei ist es weniger zentral, wie man die Leute nennt, die sich ganz selbstverständlich im Netz bewegen – sondern, dass man sie erkannt hat und anspricht. Eins der Ziele der Kampagne ist ein Dialog mit der Generation Upload – die Aufmerksamkeit, die man dafür als allererstes braucht, ist definitiv vorhanden. Und schliesslich ist es schön, auf <a href="http://twitpic.com/a4ikp">Großplakaten rumzuhängen</a>, auch, wenn ich mir wünsche, man hätte mich etwas dünner gephotoshopt. </p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Glauben Sie, dass diese Kampagne funktioniert?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ziemlich sicher. Das sage ich nicht, weil ich sowas immer wüsste &#8211; es ist äusserst schwer, das vorauszusagen, ich lag schon sehr oft falsch, im Guten wie im Schlechten. Ich habe aber gehört, dass die verschiedenen Werbemittel bei den &#8220;normalen&#8221; Menschen ebenso gut ankommen wie bei denen, die die Produkte verkaufen müssen, also dem Vertrieb. Das ist für den Kampagnenerfolg oft ein entscheidender Punkt. Man darf trotz der richtigen Fokussierung auf die Generation Upload nicht vergessen, dass wir im Moment zum Beispiel rund 100.000 aktive, deutschsprachige Twitterer haben. Um die Zahl mal einzuordnen: es gibt in Deutschland etwa 115.000 vereinsorganisierte Kanufahrer. Es ist also weiterhin <em>auch</em> wichtig, wie diejenigen Menschen die Kampagne sehen, die Günther Jauch für den bestvorstellbaren Bundespräsidenten halten und im Büro zwischen 9 und 17 Uhr mit dem Internet Explorer ins Netz gehen.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>In den letzten Tagen gab es viel Aufregung um die Kampagne, die sich oft an Ihrer Person aufgehängt hat.</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ja. Ich war von Anfang an und absichtlich eine kontroverse Figur im Netz. Es gibt immer einen bestimmen Anteil an Leuten, die laut aufschreien, fast egal, was ich mache. Ob ich die Piratenpartei kritisiere, ein Buch veröffentliche, eine Blogvermarktung mitgründe, eine Twitterlesung organisiere oder im Fernsehen auftauche. Ich weiss, es hört sich total unglaubwürdig an, aber einige Menschen sind offensichtlich noch Sascha-Lobo-fixierter als ich selbst! Wahrscheinlich gäbe es auch einen Aufschrei, wenn ich mit bloßen Händen Landminen vor angolanischen Kinderheimen ausgraben würde. Das hängt auch damit zusammen, dass zehn zustimmend nickende Köpfe leiser sind als ein kreischender. Für mich selbst ist das Getöse super, ich ziehe sozusagen Energie aus dem Gegenwind, ungefähr wie ein Windrad. Und nichts ist unangenehmer, als gar keine Aufmerksamkeit für Aktionen zu bekommen, weil sich niemand dafür interessiert. Für die Kampagne ist das unbestreitbar große Interesse an Vodafone ein guter Auftakt, um den (beabsichtigten) Dialog herzustellen. Den müssen Vodafone und die Agentur Scholz &#038; Friends jetzt natürlich auch weiter aufbauen und zeigen, dass nicht spurlos an ihnen vorbeigeht, was die Generation Upload bzw. die Netzgemeinde so sagen. Ich bin da aber optimistisch.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Aber dürfen Blogger überhaupt Werbung machen? Und wieso gerieren Sie sich als Sprecher der Bloglandschaft und des Web 2.0?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Was für zwei dämliche Fragen! Journalisten und Berufsmultiplikatoren wie Sie einer sind haben mir solche Quatschtitel wie &#8220;Klassensprecher des Internet&#8221;, &#8220;Netzpapst&#8221; oder &#8220;Internet-Ikone&#8221; angedichtet, das war doch nicht ich selbst! Das Netz hat keinen legitimen Sprecher oder Präsidenten, das widerspricht schon der Haltung der sehr amorphen Netzgemeinde. Ich habe mich nie selbst so bezeichnet, sondern Netzphänomene beschrieben und erklärt, und zwar auf eine Weise, die ganz offenbar medial gefragt ist. Dazu habe ich die vermutlich schönste, auf jeden Fall aber wiedererkennbarste Frisur von den bekannteren deutschen Bloggern. Schauen Sie sich den zu selten gewaschenen Wuschelkopf von <a href="http://wirres.net">Felix Schwenzel</a> an, die Nichtfrisur von <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/">Stefan Niggemeier</a> oder die etwas zu cool rasierte Glatze von <a href="http://spreeblick.com">Johnny Haeusler</a>. Und: natürlich dürfen Blogger Werbung machen; noch dazu habe ich ja nie verschwiegen, Werber zu sein. Markenkommunikation war schon immer mein Beruf.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Ein anderer Punkt der Kritik sind die Netzsperren und Vodafones Rolle dabei.</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ja. Ich glaube, ich selbst habe keine Gelegenheit ausgelassen, meine Position deutlich zu machen, ich halte die Sperren für falsch. Vodafone war hier anderer Auffassung. Das grundsätzliche Thema ist allerdings ein politisches &#8211; das auch politisch angegangen werden muss. Man darf nicht den Fehler machen zu glauben, dass hier mit dem derzeitigen Gesetz auf einmal alles vorbei sei. Vielmehr ist Netzpolitik – Politik generell – ein ständiger, diskussionsintensiver Prozess. Ich werde mich weiter inhaltlich einbringen und freue mich deshalb, dass Vodafone mich nicht nur als Testimonial, sondern auch als strategischen Berater an Bord geholt hat. Abgesehen davon ist seit den ersten Schritten bezogen auf die Netzsperren eine ganze Menge passiert. Unter anderem ist vielen überhaupt erst klargeworden, wie wichtig der gesamten Netzgemeinschaft dieses Thema ist. Ich will mithelfen, dass in einem Dialog zwischen den Beteiligten dabei die richtigen Schlüsse gezogen werden. Verhärtete Fronten ganz ohne Gespräche verschlechtern mit Sicherheit alle Ergebnisse der Zukunft.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Es gab auch höhnische Bemerkungen, weil Sie mehr als einmal von Ihrem iPhone gesprochen haben &#8211; das in Deutschland nur bei der Telekom zu bekommen ist. </em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Niemand zweifelt ernsthaft daran, dass das iPhone ein tolles Gerät ist. Übrigens auch nicht daran, dass es eine Reihe grauenvoller Schwächen hat. Ich habe aber nicht nur ein iPhone – ich habe vier iPhones. Und ein Nokia E71, das erste Googlephone G1 und eins von Sony Ericsson. Jetzt benutze ich das HTC Magic, also das neue Googlephone von Vodafone, das ich im Werbespot auch in der Hand halte. Während das G1 einen Schnappmechanismus hat, der mich spontan an ein Klappbett in der Schrankwand erinnert hat und auch den gleichen modernen Charme entwickelt, ist das Magic ziemlich geschmeidig. Und dass Google Android, also das Betriebssystem des Magic, Apple in vielen Punkten überlegen ist, glauben viele Fachleute. Wer sein iPhone mit zwei Computern, zum Beispiel einem Desktoprechner im Büro und einem MacBook zu Hause synchronisieren möchte, wird wissen, wovon ich rede. Das geht nämlich nicht, bzw. nur sehr kompliziert. </p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Soso, diesen leicht schwafeligen Sermon soll ich Ihnen glauben?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Zu mindestens 90%! Ich werde meine iPhones nicht im Klosett runterspülen &#8211; aber meinen Kommunikationsmittelpunkt auf das Magic verlagern. Schon, weil ich vom Kalender bis zu den Online-Dokumenten viele Google-Produkte benutze. Und zwar viel intensiver, öfter und mehr als Bahntestimonial Dieter Bohlen in der Zweiten Klasse der Deutschen Bahn fährt.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Mal zum Begriff &#8220;Generation Upload&#8221; &#8211; was ist damit gemeint? Ist noch eine weitere Generation überhaupt notwendig? Was hat Florian Illies nur angerichtet?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Kommunikation allgemein und besonders Werbung funktioniert über Symbole und Namen. Für das Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Dinge-geregelt-kriegen-Funken-Selbstdisziplin/dp/3871346195?&#038;camp=2474&#038;linkCode=wey&#038;tag=saschalobocom-21&#038;creative=9002">Wir nennen es Arbeit</a>&#8220;, das ich mit Holm Friebe zusammen geschrieben habe, haben wir vier Monate an Titel und Untertitel gearbeitet, inklusive der Formulierung &#8220;Digitale Bohème&#8221;. Genau wie Generation Upload ist das ein Name, den sich die Gruppe nicht selbst ausgesucht hat und der durchaus kontrovers gesehen werden kann. Aber beide Namen verdeutlichen gut, worum es geht. Bei der Generation Upload ist die aktive Beteiligung an dem, was im Netz passiert, sehr wichtig. Mit dem Wort Upload lässt man daran wenig Zweifel, darin steckt das Internet, die Teilhabe, der technikaffine Hintergrund und &#8220;Up&#8221; ist auch eine schöne Richtung.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Zur Marke Vodafone eine Frage: was soll daran besonders sein? Hätten Sie für jeden Mobilfunkanbieter Werbung gemacht?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ich HABE schon für verschiedene Mobilfunkanbieter Werbung (als Werbetexter) gemacht, das nur nebenbei. Was ich an Vodafone tatsächlich gut finde, ist zum einen die Netzqualität. Ich habe seit Ende 1995 Handyverträge, darunter von E-Plus, O2 bzw. damals Viag Interkom, T-Mobile und jetzt erstmalig auch Vodafone. Die qualitative Reihenfolge von Gesprächsqualität und UMTS-Geschwindigkeit muss ich hier gar nicht ausbreiten, da kann man einfach in die gängigen Testergebnisse schauen. Was mir persönlich aber mindestens genauso wichtig ist: digitale Statussymbole. Schon, weil sie letztlich aus Nichts bestehen, und damit wiederum skizzieren, wie lächerlich nichtig Statussymbole eigentlich sind. Ich mag solche Symbole trotzdem, und im Handybereich führt an diesem Punkt wenig an der Vodafone-Vorwahl 0172 vorbei. Übrigens ist ein anderes digitales Statussymbol, das ich mit großer Freude besitze, die kürzestmögliche Domain der Welt, nämlich <a href="http://1.ly">1.ly</a> – ich überlege momentan, was ich Schönes damit anstelle.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Was kann noch Vodafone verbessern? </em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Vodafone ist ein riesiges Unternehmen, wo nicht immer alles so schnell umsetzbar ist, wie ich das von meinen <a href="http://prokrastination.com">eigenen Projekten</a> kenne. Aber es gibt den Anfang eines Dialogs, zu dem Vodafone bereit ist – der muss weiterverfolgt werden. Dann sollte Teil des Dialogs oder der Diskussion sein, dass daraus in Zukunft Konsequenzen gezogen werden. Vom Produkt- und Tarifangebot bis zu den wichtigen gesellschaftlichen Fragen der Netzwelt. Dass Vodafone das wirklich ernst meint, glaube ich, weil ich starke Anzeichen sehe. Im offiziellen Vodafone-Blog sind <a href="http://blog.vodafone.de/2009/07/09/reaktionen-auf-die-livepk/#comment-116">sehr kritische Kommentare freigeschaltet worden, die sich zum Beispiel mit den Netzsperren beschäftigen</a>. Es gibt nicht allzuviele Unternehmen, die so etwas tun würden. </p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Ein Wort noch zu Ihrer Blogvermarktungsfirma adnation &#8211; auf vielen adnation-Blogs läuft die Vodafone-Kampagne auch. </em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Ja, und das finde ich natürlich famos. Denn die Netzgemeinde, die Blogs, die Social Networks, die Plattformen mit Worten anzuerkennen, ist gut und wichtig. Wirklich ernst wird es aber erst, wenn Geld fliesst. Insofern zeigt Vodafone nicht nur inhaltlich, dass ihnen die Bloglandschaft wichtig ist, sondern auch mit der Sprache, die bei jedem Wirtschaftsunternehmen letztlich die entscheidende ist, nämlich Geld. Zusammen mit dem Ansatz, die Generation Upload anzusprechen, halte ich das für die wichtigsten und besten Entscheidungen des Jahres, was die wirtschaftliche Relevanz von Social Media angeht. Man darf sich da nichts vormachen – selbst ein so tolles Instrument wie Twitter muss früher oder später Geld verdienen. Wenn also die großen Unternehmen um Social Media-Plattformen immer nur PR-getrieben im Kreis schleichen und sich nicht auch budgetär engagieren würden, gingen mittelfristig viele schöne Projekte ein. Das gilt ebenso für Blogs, die professionell im Sinne von beruflich schreiben möchten.</p>
<p>Sascha Lobo:<br />
<em>Die abschliessende Frage: im Spot und auf dem Plakat fahren Sie Bus. Es gibt aber das Gerücht, Sie würden den öffentlichen Personennahverkehr meiden. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?</em></p>
<p>Sascha Lobo:<br />
Gotcha. Es stimmt. Ich mag weder U-Bahnen noch Busfahren. Von meinen wirklich allerletzten 20 Euro würde ich ein Taxi zum Amtsgericht nehmen, um dort Privatinsolvenz anzumelden. Zurück würde ich laufen. Und genau hier greift &#8211; oh Wunder! &#8211; die gestalterische Freiheit der Werbung. Eventuell sind jetzt manche Menschen total am Boden zerstört, aber nicht jedes gestalterische Detail in der Werbung entspricht immer zu 100% den Tatsachen. Ich habe sogar mal ein Plakat gesehen, da ist der Regen reingephotoshopt worden. Wichtig war für mich, dass die Frisur perfekt sitzt. Denn ausschliesslich die Frisur des Menschen entscheidet letztlich über Erfolg und Misserfolg.</p>
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		<title>Die hässliche Fratze des DFB</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 10:33:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Deutsche Fussballbund und sein Präsident Theo Zwanziger kämpfen mit schmutzigen Tricks gegen die Meinungsfreiheit. Sie versuchen, über die Prozesskosten einen einzelnen Journalisten und Blogger in den finanziellen Ruin zu treiben &#8211; obwohl die juristische Position des DFB aussichtslos erscheint. So möchte der DFB einen Kritiker mundtot machen und droht implizit allen anderen. Ich möchte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://jensweinreich.de/?p=3038"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/02/fratze_dfb.jpg" alt="fratze_dfb" title="fratze_dfb" width="536" height="574" class="aligncenter size-full wp-image-500" /></a></p>
<p>Der Deutsche Fussballbund und sein Präsident Theo Zwanziger kämpfen mit schmutzigen Tricks gegen die Meinungsfreiheit. Sie versuchen, über die Prozesskosten einen einzelnen Journalisten und Blogger in den finanziellen Ruin zu treiben &#8211; obwohl die juristische Position des DFB aussichtslos erscheint. So möchte der DFB einen Kritiker mundtot machen und droht implizit allen anderen. Ich möchte deshalb zu spenden für Jens Weinreich aufrufen. <a href="http://jensweinreich.de/?p=3038">Mehr Informationen hier</a>.</p>
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		<title>Türfail</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 19:33:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Obwohl ich kein Schadenfreudenfreund bin, ist mir das Failblog &#8211; das &#8220;Pleiten, Pech und Pannen&#8221; des Internets &#8211; eine Empfehlung wert; dort erklärt sich schnell auch die Mechanik des Fails, in die man sich hervorragend hineinsteigern kann. Der hier abgebildete Türfail ist allerdings etwas subtiler, so dass eher meine Lieblingsgruppe auf flickr dafür in Frage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/02/tuerschnapperfail.jpg"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/02/tuerschnapperfail.jpg" alt="tuerschnapperfail" title="tuerschnapperfail" width="536" height="498" class="aligncenter size-full wp-image-367" /></a></p>
<p>Obwohl ich kein Schadenfreudenfreund bin, ist mir das <a href="http://failblog.org/">Failblog</a> &#8211; das &#8220;Pleiten, Pech und Pannen&#8221; des Internets &#8211; eine Empfehlung wert; dort erklärt sich schnell auch die Mechanik des Fails, in die man sich hervorragend hineinsteigern kann. Der hier abgebildete Türfail ist allerdings etwas subtiler, so dass eher meine Lieblingsgruppe auf flickr dafür in Frage kommt: <a href="http://flickr.com/groups/minorurbandisasters/">Minor Urban Disasters</a>.</p>
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		<title>Morgendämmerung der Bloglandschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 13:59:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es hat nicht nur damit zu tun, dass die Reaktionen auf die gestrige Abmahnung von netzpolitik.org durch die Deutsche Bahn AG nach meiner Beobachtung mehr und schnellere Reaktionen gezeigt hat als die allermeisten Fälle bisher. Es hat auch nur am Rande damit zu tun, dass ich mein Privatblog im Januar 2009 gegründet habe. Aber ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://flickr.com/photos/gaetanlee"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/02/blogrenaissance.jpg" alt="blogrenaissance" title="blogrenaissance" width="536" height="127" class="alignnone size-full wp-image-289" /></a><br />
Es hat nicht nur damit zu tun, dass die Reaktionen auf die <a href="http://netzpolitik.org/2009/deutsche-bahn-ag-schickt-mir-abmahnung/">gestrige Abmahnung von netzpolitik.org</a> durch die Deutsche Bahn AG nach meiner Beobachtung <a href="http://rivva.de/about/http://netzpolitik.org/2009/deutsche-bahn-ag-schickt-mir-abmahnung/">mehr und schnellere Reaktionen</a> gezeigt hat als die allermeisten Fälle bisher. Es hat auch nur am Rande damit zu tun, dass ich <a href="http://saschalobo.com">mein Privatblog</a> im Januar 2009 gegründet habe. Aber ich glaube, dass Blogs, auch in Deutschland, dabei sind, ihre in den letzten zwei, drei Jahren eher schlummernde Kraft zu entfalten &#8211; und stärker als zuvor.<br />
<span id="more-288"></span></p>
<p>Das Wort &#8220;Renaissance&#8221; impliziert mir etwas zu stark, dass zwischendurch überhaupt gar nichts los war, das stimmt natürlich nicht. Aber irgendwie geht gerade eine Sonne auf, daher trifft das Wort Morgendämmerung, zumindest ein wenig. Ich glaube, dass es dafür zwei Gründe gibt &#8211; eigentlich eine Vielzahl von Gründen, aber zwei stechen heraus. Interessanterweise sind beides nicht unbedingt wirtschaftliche, sondern gesellschaftliche Gründe.</p>
<p>1) Obama ist ganz klar der mächtigste Mann der Welt geworden, weil er und vor allem sein Beraterteam das Netz verstanden und es richtig benutzt haben. Den Zweischritt-Beweis für diese Behauptung liefere ich auch mit: Im Januar 2008, mit dem ersten demokratischen Caucus einem der wichtigsten Schlüsselmomente des Wahlkampfes, hat Barack Obama nicht nur einen Spendenrekord aufgestellt: 36 Millionen Dollar. Er hat vor allem sagenhafte <a href="http://www.techcrunch.com/2008/02/04/obama-sets-record-with-january-donations-online-donations-88-of-total/">88% davon im Netz eingesammelt</a>. Mit diesem Geld hat er nicht nur weiter die Online-Spendenmaschine am Laufen gehalten, sondern auch die klassischen Medien mit <a href="http://www.nytimes.com/2008/10/31/us/politics/31rate.html?_r=1&#038;scp=3&#038;sq=infomercial%20obama&#038;st=cse">professioneller Kommunikation dominieren können</a> &#8211; was ihn zum Sieg geführt hat. Obama ist der erste Internetpräsident. Blogs haben dabei eine entscheidende Rolle gespielt &#8211; nämlich die Übertragung der Stimmung, in diesem Fall der Begeisterung. Erst im Herbst habe ich von einer kroatischen Journalistin eine wunderbare Metapher gehört: Blog seien die Seele des Internet. Das zeigt die Zielrichtung auf, Blogs müssen nicht immer weiter wachsen, um erfolgreich zu sein; die Größe der Leserschaft ist eine sehr relative. Die Rolle der Blogs &#8211; auch in Deutschland &#8211; kann sein, abseits des unübersichtlichen Dschungels der Social Networks und neben der journalistischen Konstanz der klassischen Onlinemedien etwas zu etablieren, was man Öffentliche Stimmung nennen könnte &#8211; in längst überfälliger Ergänzung zur schon länger existierenden Öffentlichen Meinung, deren Abbildung herkömmlichen Medien zugeschrieben wird. Fast handelt es dabei um eine Art Friedensangebot zwischen klassischem Journalismus und dem publizistischen Wirken der Bloglandschaft.</p>
<p><a href="http://flickr.com/photos/thecampbells/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/02/obama_speech.jpg" alt="obama_speech" title="obama_speech" width="536" height="83" class="alignnone size-full wp-image-300" /></a></p>
<p>2) Der zweite Grund ist &#8211; und manche höre ich jetzt entsetzt lachen &#8211; Twitter. Nach meiner Beobachtung ist die Zahl der eher unwichtigen Blogbeiträge durch Twitter zurückgegangen; was man früher in einen &#8220;Seht-mal-hier&#8221;-Beitrag ohne bereichernde Substanz gepresst hat, passt heute entspannt in 140 Zeichen (diese Beobachtung haben auch andere vorher schon gemacht). Da die Aufgabe von Twitter nicht ist, in jedem Tweet Substanzielles zu veröffentlichen, reduziert sich im Zusammenspiel von Blogs und Microblogs das Rauschen auf Blogs, und geht dorthin, wo es nicht stört &#8211; auf Twitter. Seit gestern hat diese neue Kraft des Zusammenwirkens ein plastisches Beispiel. Felix Schwenzel hat anlässlich der <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-welle-nach-der-abmahnung/">Bahn-Abmahnung</a> richtig beobachtet, dass es noch vor zwei Jahren <a href="http://twitter.com/diplix/status/1173857793">vier, fünf Tage gedauert hat</a>, bis Themen aus den Blogs in die klassischen Online-Medien geschwappt sind. Jetzt waren es nicht nur wenige Stunden &#8211; es ist noch ein Hypeeffekt dazu entstanden. Man konnte sich zwischenzeitlich nicht des Eindrucks erwehren, dass es einen Wettlauf unter den professionellen Online-Medien gibt, wer als erster mit einer durchrecherchierten Meldung zum Thema herauskäme (diesen Contest gewann <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1502235/">ORF Futurezone</a> mit einer Meldung nur eine Stunde und 27 Minuten nach der Veröffentlichung auf netzpolitik.org). Beinahe pflichtschuldig meldete der offizielle Twitteraccount des Newsportals Der Westen, dass ein Artikel &#8220;<a href="http://twitter.com/DerWesten/status/1173480636">bereits in der Mache</a>&#8221; sei. Das Beispiel zeigt die neue Kraft der Bloglandschaft: durch die Beschleunigung und erhöhte Vernetzung per Microblogging gewinnen Blogs deutlich an publizistischem Einfluss. Twitter fungiert hier als Social Newsticker, dessen Durchschlagkraft von der Relevanz für die Blogszene abhängt, die nicht zufällig weitgehend der Twitterszene entspricht. </p>
<p><a href="http://flickr.com/photos/hauntedpalace/"><img src="http://saschalobo.com/wp-content/uploads/2009/02/obama_tweet.jpg" alt="obama_tweet" title="obama_tweet" width="536" height="180" class="alignnone size-full wp-image-301" /></a></p>
<p>Das Fazit: während für einige Menschen noch immer Welten und hasserfüllte Abgründe zwischen den drei Feldern Online-Medien, Blogs und Microblogging liegen, besteht gerade in der Verbindung dieser drei ein faszinierendes Potenzial, das bisher nicht da war. Und es ist kein Zufall, dass bei dieser Aufzählung Blogs in der Mitte als Dreh- und Angelpunkt (wenn auch nicht als Schwergewicht) stehen, denn jetzt beginnen meiner Meinung Blogs gerade erst, ihre wichtige Rolle in der Medienlandschaft zu finden &#8211; noch ein wenig eingekeilt zwischen den tapsigen Informationsriesen der klassischen Medien und dem hibbeligen Hyperaktivisten Twitter transportieren Blogs die Stimmung der digitalen Öffentlichkeit, das Gefühl der Netzöffentlichkeit. Was Blogs selbst betrifft, heisst die im Moment Aufbruchstimmung.</p>
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