Unsere Mütter, unsere Fehler

Meine fucking Güte, war ich gestern wütend, um ein Haar hätte ich die Seite mit dem Eintrittsformular der Piratenpartei aufgerufen. Bis mir einfiel, dass sich die Piratenpartei mit Hingabe selbst zum Teil des Problems gemacht hat. Ärgerlicherweise habe ich mich dann dazu hinreißen lassen, den unklugen Begriff “Shitstorm” zu twittern. Aber ich denke, das deutschsprachige Internet wird diesen Bruch mit meinen kürzlich via dpa aufgestellten Regeln (“Du sollst nicht ‘Shitstorm’ sagen“) knapp überleben. Abgesehen davon ertrage ich schon jetzt nicht mehr die 137 larmoyanten Blogartikel über die böse, gemeine Leistungsschutzrechtspolitik. Selbst, wenn jedes Argument darin sachlich stimmen wird.

Meine wichtigste persönliche Erkenntnis der letzten Jahre war: Wenn man wütend ist, lohnt es sich, dem eigentlichen Grund dieser Wut nachzugehen. Natürlich nicht in allen, aber in überraschend vielen Fällen ist der erste, gefühlte Grund nur der, der einem selbst am angenehmsten wäre: der Wunschgrund für die Wut. Tatsächlich stehen dahinter, schwer zu ertragen, leider oft eigene Versäumnisse.

Was also war der Grund für meine Wut gestern?

Ich war und bin wütend über das Versagen der Netzgemeinde, über unser Versagen, über mein Versagen. Ja, das Leistungsschutzrecht ist unser Versagen. Das Wörtchen “wir” benutze ich so sparsam wie möglich, aber wenn man als Teil einer Gruppe Selbstkritik üben will, lässt es sich nicht vermeiden. Entgegen häufiger Behauptungen der Netzgemeinde gibt es die Netzgemeinde natürlich doch, es handelt sich um eine amorphe, im Kern jedoch überraschend meinungskonsistente Interessengruppe. Diejenigen, die sich aus persönlichem Interesse um Netzpolitik und Netzgesellschaft kümmern und deren Priorität die Erhaltung und Weiterentwicklung des freien, offenen Internet ist.

Die einzelnen Dimensionen des Versagens der Netzgemeinde lassen sich präzise benennen:

Deine Mutter

Wir haben es zu viel zu selten – wenn überhaupt – geschafft, Leute außerhalb der Netzgemeinde zu erreichen. Niemandes Mutter weiß, was das Leistungsschutzrecht ist, und es wäre unsere Aufgabe gewesen, es zu erklären und die Erklärung zu verbreiten. Und diesmal funktionierte die Standard-Strategie nicht, so lange herumzukreischen, bis die Erwachsenen-Medien anfangen mitzumischen. Natürlich lag das zum Teil am erbärmlichen Versagen vieler Medien, eine anständige, journalistische Haltung zum Leistungsschutzrecht einzunehmen. Aber es lag auch an der Netzgemeinde. Wir diskutieren von der eigenen Abhängigkeit verbittert darüber, ob jetzt Googles Reader-Abschaffung schlimmer war oder die Aufgabe der CalDAV-Api. Wenn man in eine Fußgängerzone geht und die Leute fragt, ob sie wissen, was eine CalDAV-Api ist, suchen sie nach der versteckten Kamera oder schlimmer: nach einem Hut auf dem Boden, um der armen, verwirrten Person ein paar Groschen hinzuwerfen. Wer von uns verfügt über ein selbstkontrolliertes Medium, das normale Leute wie deine Mutter erreicht?

Unsere uns unbekannten, jüngeren Geschwister

Das letzte netzpolitische Thema von bundesweiter Relevanz war ACTA Anfang 2012. Das hatte allerdings wenig mit der Netzgemeinde zu tun, sondern mit der Youtube-Generation und dem europäischen Ausland. Nicht die Netzgemeinde, sondern die Aktion der polnischen Abgeordneten, sich Anonymous-Masken vor die Gesichter zu halten, hat mit der Kraft des Mems sämtliche Medien dazu gebracht, darüber zu berichten. Und der Video-Clip der Ulktruppe Y-Titty zu ACTA hat 1,5 Millionen Views. Dahinter dürften nicht nur fast die gleiche Zahl an tatsächlichen Zuschauern stehen – vermutlich hat allein dieses Video mehr Leute erreicht als alle Blogartikel auf den netzpolitischen Blogs zusammen. Y-Titty hat Stand 22. März 2013 etwa 1,4 Millionen Abonnenten auf Youtube, grob überschlagen also soviele Follower wie sämtliche Twitteraccounts aller Netzpolitik-Engagierten zusammen: @saschalobo 137.000, @piratenpartei 116.000, @netzpolitik 105.000 – und das waren auch schon die sechsstelligen Reichweiten. Auf den Demos gegen ACTA waren viele sehr junge Leute, die Generation YouTube eben, die hochmobilisierbar ist. Und zu denen wir, die 32- bis 48jährigen, zu 87% männlichen Internettypen völlig versäumt haben, Verbindungen aufzubauen. Y-Titty hat laut Suche null Videos gemacht zum Leistungsschutzrecht. Und offenbar ist keiner von uns auf die Idee gekommen, es ihnen vorzuschlagen. Die große Kraft des Netzes, sie endet für uns an der Grenze unserer Blogs.

Unsere Piratenhoffnung

Mit dem Angriff Piratens wird das alles in Ordnung kommen, dachten wir so bei uns, egal, ob wir der Partei nahestanden oder nur normal froh über ihre Existenz und ihre Anfangserfolge waren. Aber der Angriff Piraten ist nicht erfolgt, die Piratenpartei hat in höchst nerdhafter Weise – also in einer digitalen Spielart des Sozialdarwinismus – ihre guten, weil empathischen Leute ausbrennen lassen. Damit einher ging der Aufstieg der exakt gegenteilig Begabten, also derjenigen, die jedes soziale Korrektiv nicht verstehen können oder wollen oder beides. Wer Strukturen aufbaut, in denen zuallererst zwischenmenschliche Härte benötigt wird, um überhaupt den Alltag zu bestehen, der bekommt, Riesenüberraschung: genau solche Leute. Die noch dazu außer Stande sind, Ironie ohne ergänzendes Zwinkersmiley zu erkennen. Und die Netzgemeinde hat entweder angeheuert oder sich zurückgelehnt und gedacht: na endlich kümmert sich mal jemand um die Drecksarbeit, das verbogene politische System von innen zu erneuern und ich kann weiter von meinem recht gemütlichen Sessel aus die Welt besser bloggen, haha. Gut, es war kaum vorauszusehen, wie exzeptionell effektiv sich die Piraten in alle verfügbaren Knie schießen. Trotzdem.

Unsere Strukturen

Zwar haben sich drei, vier, fünf Vereine gegründet, D64, Digitale Gesellschaft, C-Netz. So froh ich war und immer noch bin, dass es diese Vereine gibt, so sehr ich sie alle unterstützen möchte – wer zum Wiegen geht, wird gewogen, wer in der Politik etwas bewirken will, muss sich an der Wirkung messen lassen. Aber das Leistungsschutzrecht ist der Beweis, dass sie und damit auch wir, die Netzgemeinde, im entscheidenen Moment letztlich nichts gebracht haben, alle miteinander: Wirkung Null wäre noch geprahlt. Was für eine fatale, politische Demontage der sachkundigen Netzpolitiker aller Parteien. Und natürlich wird das Oberwasser auf der anderen Seite in Zukunft alle netzpolitischen Vorhaben erheblich erschweren. Das Leistungsschutzrecht ist der Beweis, dass man gegen die Netzgemeinde noch das allerbekloppteste Gesetz durchbringen kann: sie hat nicht die Kraft, es zu verhindern.

Unsere Blogs

Aufmerksamen Lesenden wird nicht entgangen sein, dass ich mir hier auch selbst eine Ohrfeige nach der anderen mitverpassen muss – an dieser Stelle aber gebührt mir allein eine ganze Woche unter dem Watschenbaum zur Fallobstzeit. Als ich 2007 die Firma adnation mitgründete, geschah das zur Professionalisierung der Bloglandschaft. Über die genauen Zahlen möchte ich wegen eines noch immer laufenden Gerichtsverfahrens nichts sagen und schon am Tag nach dem Ende dieses Verfahrens werde ich den Erfolg dieser Unternehmung natürlich wieder schönlügen. Aber faktisch habe ich mich ungefähr vier Stunden die Woche darum gekümmert. Egal, adnations Misserfolg steht hier stellvertretend dafür, dass das wichtigste eigene Instrument der Netzgemeinde, das Blog, sich kaum weiterentwickelt hat, auf keiner Ebene. Weder wirtschaftlich, noch technisch, noch inhaltlich, noch von der Reichweite oder der medialen Wirkung her. Niemand hatte den Mut, groß zu spielen, alles ist Hobby geblieben. Wir bloggen halt so vor uns hin und hoffen heimlich, dass Schirrmacher anruft oder wenigstens die taz, um des Gefühls willen, auch außerhalb der Bloglandschaft eine Wirkung erzielt zu haben. Man bloggt und bloggt und keiner dankt’s einem.

Unsere mangelnde Vernetzung

Eigentlich völlig bizarr. Aber die Netzgemeinde ist atemberaubend schlecht vernetzt. Der Grund: wir sehen die Vernetzung vor lauter Internet nicht. Vernetzung bedeutet nicht, für jede Gefühlsregung ein eigenes Social Network parat zu haben, wo man mit den immer gleichen 150 Leuten Ringelpiez mit Anklicken spielt. Vernetzung bedeutet im inhaltlichen, politischen Sinn: belastbare Machtverbindungen. Solange wir selbst die einzigen sind, die unsere Blogs lesen, führt der mediale Weg dabei in die Sackgasse. Erst recht, wenn die traditionellen Medien aus Eigeninteresse nicht aufspringen können oder wollen. Und ARD und ZDF aus Angst, Unverständnis und Bocklosigkeit massiv dabei versagen, die journalistische Lücke zu füllen. Wir, die Netzgemeinde, sind ein Knäuel aus tausend Fäden, untereinander doppelt und dreifach hochvernetzt, Verbindungen zur Außenwelt: dürftig bis gar nicht gewünscht. Die wenigen, lobenswerten Ausnahmen sind genau das: wenige und lobenswert, und wer als lobenswert bezeichnet wird, hat diese Art des von-oben-herab-en Zuspruchs eben oft auch nötig.

Die nicht von uns eingemeindeten Unternehmer

Die Internetdebatten in Deutschland werden außerhalb traditioneller Medien von drei dutzend Leuten geführt, die mehr oder weniger zur digitalen Bohème gehören, freiberufliche Kommunikationsfachleute, wirtschaftlich in der Regel so unabhängig wie Zypern. Aber die große Mehrzahl der Software- und Internet-Unternehmer sind politisch verdammt ruhig, nach Tradition deutscher Unternehmer. Sie nehmen als Personen von Gewicht kaum an der Diskussion teil, sie glauben offenbar, dass die Verbände für solchen Kram zuständig sind. Das Versagen der Netzgemeinde besteht auch darin, dass es ihr nicht gelungen ist, maßgebliche Unternehmerpersönlichkeiten auf ihre Seite zu ziehen, also Leute, die zum Geburtstag in Kanzlerämter eingeladen werden. Und die Unternehmer selbst scheinen aus netzpolitischer Perspektive einer großen Holding anzugehören, der Fresse-Holding nämlich.

Unsere Gegenseite

Nach seiner Kriegserklärung an die Netzgemeinde von Anfang 2012 habe ich Ansgar Heveling auf der Buchmesse getroffen. Wir haben ein paar Worte gewechselt, ich tat, als nähme ich ihn ernst, im Gegenzug tat er, als würden ihn Internetdinge wirklich interessieren. Beides ist natürlich nicht der Fall. Wie man an seiner zu 100% argumentfreien Einlassung im Handelsblatt sehen konnte, ist Heveling der Prototyp des heutigen Politikers: er sieht Politik als reines Spiel mit dem Ziel der Machterhaltung. Fakten sind ihm egal, ein Spiel kennt nur Rollen und Strategien, angestrebt wird eine gefühlte Überlegenheit in der Hoffnung, dass sie zu einer tatsächlichen Überlegenheit führt. Politik ist heute so organisiert, dass das oft klappt. Nicht zufällig war Heveling einer der Parlamentarier, die das Leistungsschutzrecht vorangetrieben haben. Entschieden wurde es dagegen im Kanzleramt, von Angela Merkel. Das Leistungsschutzrecht ist ein Angela-Merkel-Gesetz. Diese politische Genialität! Dass sie still hinter den Kulissen ein Gesetz durchsetzt, und SPD, Grüne und ein bisschen FDP bekommen dafür durch ureigenes Verschulden auch noch voll auf die Fresse. Weil sie nichts lernen wollten aus dem Netzsperrendebakel 2009. Beinahe denkt man sich: Wow, wenn Merkel so brillant auch in der Euro-Krise agiert, dann ist ja vielleicht doch die richti– PAFF! Und dann merkt man, dass die Euro-Krise eben nicht gegen alle anderen, sondern nur mit allen anderen gelöst werden kann, das exakte Gegenteil von dem, wie Merkel Politik macht. Beweis: eben das Leistungsschutzrecht. Und die Netzgemeinde? Die verharrt wie die Piraten noch immer in der Überzeugung, allein mit den richtigen Argumenten ließe sich heute eine politische Wirkung erzielen. Das ist neoaufklärerisch, das ist hoffnungsfroh, das ist grauenvoll naiv. Eine E-Petition starten, um Angela Merkel zu beeinflussen – das ist wie den Laptop zuklappen, um das Internet anzuhalten.

Fazit

Die Netzgemeinde ist vom Niedergang der Piraten schwer getroffen, weil ihre zeitweise Kraft an der Angst aller Parteien hing, bei der nächsten Wahl ordentlich Prozente abgeben zu müssen. Die Netzgemeinde hat völlig versäumt, inhaltliche Kontakte zur digitalen Unternehmer-Generation vor ihr und zur Youtube-Generation nach ihr aufzubauen. Wir sind voll die Twitter-Elite, aber wenn Peter Altmaier sein Handy aushat, ist Twitter eine Million Lichtjahre vom Kanzleramt entfernt, das Axel-Springer-Hochhaus bleibt dagegen in Sichtweite. Die Lernfähigkeit der traditionellen Parteien ist gering – zu gering, um den eigenen informierten Leuten besser zuzuhören als den Lobbyisten der Verlage. Vor allem aber haben wir uns auf Argumente konzentriert, wo offensiver, politischer Druck zählt und wenig sonst. Wir wollten, dass die Politik gefälligst nach unseren Regeln spielt, wo in den Diskussionskriegen im Internet derjenige gewinnt, der schneller, logischer und unterhaltsamer argumentiert. Aber Politik mit Merkel argumentiert nicht, sondern erspürt Stärken und Schwächen, folgt den Stärken, lässt die Schwächen entweder liegen oder schlägt auf sie ein.

Wenn wir wissen wollen, wer für den Erfolg des Leistungsschutzrechts in dramatischer Weise mitverantwortlich ist: badezimmerspiegel.jpg – wir sind einfach nicht schlagkräftig genug, so simpel.

Wir haben verloren. Aber wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, und wir haben Vorteile, die sie uns nicht nehmen können: wir sind viele, wir sind schnell, wir sind technisch superknorke aufgestellt, wir sind irre klug und verfügen über die Geduld und die Konzentration, um– oh, schaut Euch diese niedlichen Katzenbabys an!

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This Post Has 201 Comments

  1. Sebastian says:

    Alter! Gibt es auch eine Version für Ritalin-Verweigerer?

    Was bei mir hängen geblieben ist: Piratenpartei startet Shirtstorm gegen Katzenbabys.

    TLDR.

  2. partizipator says:

    Mein Kommentar wird deinem Beitrag nicht gerecht werden; aber was wenn meine Mutter ein reguliertes Netz vorfindet? und sich in Folge, selbst darüber aufregt? Werden wir dann nicht die Threads und Antworten bereit halten können? Ich habe bei meiner Geburt auch ein Finanz- und Kapitalsystem vorgefunden, was ich jetzt ablehne… zwar ohne Erfolg, den du gerne hättest aber hey – ich erfahre die Alternativen. Dein Problem mit dem Leistungsschutzrecht ist jetzt kein speziel Neues …

  3. Holger says:

    Wow. Alles richtig. Und alles werden wir beim nächsten Mal wieder genauso falsch machen. Vielleicht brauchts erst die digitale Unternehmer-Generation, die der YouTube-Generation entstammt?

    Bis dahin dürften wir noch ziemlich oft erleben, wie der dunklen Seite der Macht meine Mutter und meine unbekannten Geschwister völlig egal sind. Denn wie sagt sie immer so schön? “Ich. Bin. Dein Vater”

  4. Sanne says:

    Sascha, was zum Teufel willst du jetzt eigentlich mit diesem Artikel sagen in dem du von Anekdote zu Anekdote und von Ansatz zu Ansatz hüpfst.

    Dein Verständnis von der Aufnahmefähigkeit des Durchschnitts-Bloglesers endet auch am -Tag dieser Seite!

    Ich stelle mir eher die Frage, was jetzt das Leistungsschutzgesetz eigentlich ist? Was ist “leistungsgeschützt” und was nur ein Zitat? Was bedeutet das für mich – als Blogger, Mensch, komische Dinge in Blogs Kommentierer?

    Butter bei die Fische, sonst sind schnell die Katzenbabys wieder interessanter!

  5. Christoph says:

    Eigentlich müsste man Sebastian ja jetzt danken, gibt er in dieser Form doch DAS Paradebeispiel ab für alles, was in dem Beitrag steht.

  6. Herr Kaliban says:

    Gut beobachtet.

    Vor allem das hier: “Und diesmal funktionierte die Standard-Strategie nicht, so lange herumzukreischen, bis die Erwachsenen-Medien anfangen mitzumischen.”

    In der Tat ist fast die ganze Wirkung der Netzpolitikdebatten darauf zurück zu führen, dass Teile davon von SpOn und ZEIT.de und Co aufgenommen wurden. Wenn die oft belächelten klassischen Medien ein Thema nicht tragen, findet es nicht statt.

    Du hast auch schon einen Teil der Lösung angeschnitten — erfolgreiche Internetunternehmer gibt es den einen oder anderen, auch Unternehmen, die für ähnliche Themen eintreten wie die Netzgemeinde. In meiner kleinen “Deutsche Games-Unternehmen”-Blase guckt immer wieder mit Kopfschütteln auf all den regulatorischen Unsinn, der aus Berlin kommt. Da lassen sich bestimmt Unterstützer finden.

  7. Sumit says:

    Piraten… Bei jeder Demo Flagge zeigen, Hauptsache Sympathiepunkte sammeln bei jedem er gegen den aktuell regierenden ist. Egal wo rum es geht, egal wo, egal gegen wen. Lächerlich. Haben für mich weder gestern noch heute irgendeine Hoffnung gegen das Leistungsschutzrecht dargestellt.

  8. frauziefle says:

    Und der nächste Fehler ist es zu glauben, durch faven und retweeten wäre die Sache mit der Eigenbeteiligung erledigt.
    Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass sich die vernünftigen Köpfe durchsetzen werden, auch wenn ich immer wieder erlebe, dass man eine gewisse Schmerzfreiheit braucht um außerhalb des Netzes darüber zu sprechen, dass man “im Netz” auch noch eine Heimat hat. Sogar – oder gerade – in meiner Branche, als Bücherschreiberin.

    Aber gerade weil da so viel Unwissen ist bin ich sicher, in fünf Jahren haben wir mit den dann sehr informierten und meinungsgebildeten Mitspielern aus der alten Welt sehr schlagkräftige Akteure für die neue. Wir sind leider in einer Art Nexus gefangen, dem Übergang.
    Was sie haben, ist die langjährige wirtschaftliche und politische Erfahrung, das Zähnezusammenbeißen in schwierigen Zeiten und die gemeinsame Bewältigung von Krisen, weil, jetzt kommts, weil sie VERANTWORTUNG übernommen haben für Kunden, Mitarbeiter etc. etc.

    Wenn ich “die Netzgemeinde” so anschaue, verzeihe mir da die Pauschalisierung, sehe ich einige wenige mit ähnlichem Profil, aber vor allem eine Gruppe von Menschen, deren Gruppierungen extrem rasch auseinanderfallen, die nicht über lange Strecken solidarisch sind, keine Durststrecken kennen und überhaupt keine Vorstellung davon haben, dass wir uns draußen im wahre Leben da draußen ein einziges Oblivion nach Beendigung der Hauptquest ist.

    Lösung: genau wie du sagst, Vernetzung statt Vernerdung.

    Meine Beobachtung: definiert man es nicht als Brückenschlag zwischen Netz und offline, dann gelingt das Miteinander sprechen sehr gut. Journalisten und Medienhäuser haben keine große Berührungsängste, solange man drei Sätze geradeaus sprechen kann. Darum: afk! Und raus in die Welt.

  9. frauziefle says:

    kommentieren gegen den Akkustand, sorry.
    Der Absatz muss natürlich heißen:

    “… und überhaupt keine Vorstellung davon haben, dass das wahre Leben da draußen ein einziges Oblivion nach Beendigung der Hauptquest ist.”

  10. Pamperino says:

    Ich bin für ein Leistungsschutzrecht, weil die Verlage den Content produzieren und Google ihn sich nicht einfach abgreifen können darf.

    Deshalb verstehe ich die ganzen empörten Wutbürger überhaupt nicht, die sich als Netzsheriffs für Google aufspielen. Sollen die erst mal selbst Content produzieren (jaja, die sind ja selbst alle Autoren und Musiker, wer’s glaubt ;)) und dann sehen wir weiter.

    Übrigens nervt Ihre gefühlte Omnipräsenz, Herr Lobo.

  11. Sehr schöner Artikel über das scheitern von vielen gegenüber den Lobbyisten und Eliten die das Land regieren. Vielen Dank für die erhellenden Momente, und ich werd mich, auch wenn ich bis heute nicht Verstanden habe was das Leistungsschutzrecht bewirkt, auch vor den Spiegel stellen und mir eine aus solidarität Watschen.

  12. neina_hh says:

    die netzgemeinde konkurriert untereinander und findet ihre feinde in den eigenen reihen, das macht sie im negativen sinne zur parallel-partei-landschaft, die sich selbst im weg steht. ich schätze deine reflektion, nur sind am ende doch wieder die piraten schuld. das ist nicht konsequent.

  13. frolueb says:

    Sascha, meine Rede seit Erfindung der Blogs.
    Wohl gesprochen. Äh. Geschrieben.

  14. Raventhird says:

    Prognose: Das Internet twittert, facebookt und linkt sich jetzt ein paar Stunden gegenseitig zu, dass @saschalobo einen neuen Text geschrieben hat, der total lesenswert ist und macht dann genau so weiter wie bisher. Resignativ? Ja, leider. Aus Gründen.

  15. Arebe says:

    Mir ist dieses “uns” suspekt. Wieso schadet ein LSR “uns”? Wie schadet ein LSR “mir”? Da geht es doch um einen Konflikt um banale materielle Interessen zwischen deutschen Verlagen und amerikanischen Suchmaschinen. Dass die Googles astroturfen ist schlimm genug. Wenn die Verlage wieder ein wenig gestärkt werden, sichert das im Zweifel Lohn und Brot von journalistischen Kollegen von mir. Wenn ich mich gegen das LSR einsetze, bringe ich damit einen Google-Lobbyisten um seinen Arbeitsplatz.

    Wenn Krokodil gegen Teufel kämpft, muss ich doch nicht mich als Kasperle einmischen.

    Na gut, der derzeitige Gesetzentwurf ist gewiss Grütze und ein nationaler Alleingang ohne Europa sowieso keine gute Idee. Aber der ganze Hassschwall gegen LSR, den finde ich reichlich suspekt. Es ist ein Stück Allusionspolitik, das Anfühlen von Vorschlägen. Vielleicht ist ein LSR eine gute Idee, wenn es richtig gestaltet wird. Die ganzen Argumente gegen das LSR überzeugen mich nicht. Wenn man andenkt, dass man sich ein LSR vorstellen kann, kommt gleich die Auf’s-Maul-Kloppertruppe und bittet einen sich für irgendwelche Argumente eines Verbandes zu rechtfertigen, mit dem man gar nichts zu tun hat.

    Die Methode der einseitigen Feinderklärung hat etwas so unglaublich Apolitisches. Wann immer ich mich mit Themen beschäftigt habe, z.b. weil es erwähnt war gegen ACTA seit Mitte 2008 habe ich immer versucht mich zuerst in die Position eines Interessengegners hinein zu versetzen. Das Idiotische ist, dass viele Leute wirklich glauben, dass man durch Demonstrieren dieses Abkommen hat scheitern lassen und es eine effektive Methode der Interessenwahrnehmung sei. So ähnlich wie die Amerikaner Ronald Reagans lauwarme Rede vor dem Brandenburger Tor hören und nach der Blende fällt die Mauer.

    Was ich mit Allusion meine ist: Da geht es wieder um neue Rechte, und neue Rechte sind was Böses. Ins Paket schaut keiner rein, das widerstrebt nur dem Zeitgeist. Wenn dann noch einer mit Kostenlos-Kultur kommt und Leistungsschutz, dann werden die Jagdhörner geblasen, so unzeitgemäß scheint das. Dass man auch da fallweise sagen kann, Softwarepatente Mist, Datenbankrichtlinie riesiger Unsinn, Urheberechtsverlängerung Schweinerei, Leistungsschutzrecht Magucken – fällt da gar nicht ein.

    Aus dem Bauch wird da alles weggetrollt, und vor allem aus dem Gefühl hier irgendwie was, “unsere” Onlinewelt gegen Änderungen von “denen” zu verteidigen. So ein Gefühl ist natürlich total manipulierbar. Man hat es ein wenig zuletzt beim EU-Datenschutz gesehen, wo es auch die Versuche gibt von Such-Anbietern gegen ganz vernünftige Datenschutzregeln auf genau diese Art und Weise zu polemisieren, und irgendwelche Schwachsinnszenarien für Konsumenten zu erfinden. Unser persönliches “Right to be forgotten” mit Stalins Geschichtssäuberungen zu vergleichen usw.

    Polarisierende IPR-Debatten treten entweder auf Gas oder auf die Bremse, dass man beides können muss um zu fahren, dass diese Sicht des Dafür und Dagegen einfach nicht geht, das versuche ich ja immer der Rechtsinhaber-Lobby zu sagen. Die Lobbyisten der Rechtsinhaber wollen mehr PS und die Bremsen am besten ausbauen, denn es geht ja ums “schnelle Fahren” und Bremsen machen den Wagen nicht schneller. Nun kommen die Jungs an, die pauschal gegen stärkere Motoren sind und extra starke Bremsen montieren sollen. So oder so steuern beide den Karren in den Dreck.

    WIR – IHR – FÜR – DAGEGEN – “Verräter” – Das ist echt nicht die Welt der digitalen Demokratie, die ich mir wünsche.

  16. Kleingeist says:

    Was mich an dem Artikel wirklich interessiert: Wer prozessiert in Sachen adnation gegen wen und warum?

  17. SaraS says:

    Die Piraten in den Parlamenten können nicht alle Wünsche der Parteimitglieder, Bürger und der Netzgemeinde gleichzeitig erfüllen und dann auch noch im hochprofessionellen Schmierentheater, genannt Parlament, bestehen. Das sind Newcomer im parlamentarische. Betrieb, aber ich habe Hoffnung. Die brauchen halt ihre Zeit.

  18. hgw says:

    Und ich hatte schon einen Blogartikel “Das Leistungsschutzrecht tötet Katzen” in der Pipeline… Vielleicht wäre das eine Chance gewesen. Man weiß ja nie.

  19. julia says:

    Sascha, wenn du mich trollen willst, fühle ich mich geehrt. Ich lasse mich auch trollen.

    Ich habe das alles in etwa seit mindestens 2009 so gesagt und die P. immer alles mögliche gefragt und auch in meinem FAZ-BLog über die P. geschrieben, jedoch nicht in die gedruckte Zeitung und mich geärgert über diese Medienhype-Geschichten, die DUM waren und bar jeglicher Analyse.

    Und ich habe gerafft, dass es nur 5 Blogger in diesem Land gibt, die mit ihrem, nennen wir es “Gewichse”, Geld verdienen können und verbringe meine Zeit nun mit was anderem.

    Und mit dem LSR sach ich mal so: da ist auch die Bewegung “schuld”. “Google macht das schon” ist kein Kampagneninhalt. Und du, du bist doch eh für die SPD. Und die macht bald ne Große Koalition und dann das Leistungsschutzrecht 3.0 und voll die fiesen Urheberrechtssachen. Und da wäre es ja schön gewesen, wenn die so genannte “Bewegung” sich schon mal ein bisschen von Google abgegrenzt hätte. Hat sie nun mal nicht.

    Das ist schade, aber nicht mein Problem.

  20. Nele Tabler says:

    Nun, möglicherweise hängt das Versagen der Netzgemeinde allein schon mit Begriff „Deine Mutter“ zusammen? Ich zucke jedes Mal zusammen, wenn ich das lese.
    Auf jeden Fall hat es aber auch mit der Unfähigkeit oder dem Unwillen zu tun, diejenigen im Netz, die als Brücke zu nicht internetaffinen Menschen dienen könnten, wirklich ernst nehmen. Stichwort: Strickblogs usw. 2010 habe ich mal über das Problem des nicht-verständlich-machen-können-wollen geschrieben … http://www.karnele.de/was-der-ak-zensur-die-internetzensurbehorde-und-die-netzneutralitat-gemeinsam-haben/

  21. Lisa says:

    “Wir” damit meinst du die Netzgemeinde. Ich lasse mir aber den Stiefel nicht anziehen. Ich fühle mich nicht für das uninteresse anderer Leute verantwortlich die nicht wissen was “CalDAV-Api” ist, und für die das Internet aus Googlesuchergebnissen besteht.

    Freilich bin ich der Meinung gebt den Leuten die nötigen Informationen, aber das denken, dass will ich jenen nicht abnehmen. Nur den Politikern den würde ich gerne dem gegenüber, den Kopf abnehmen, den zum denken gebrauchen sie ihre Murmel nicht.

  22. Ripanti says:

    bravo sascha!

    Ich spende dir bloggerpartei.de wenn du was damit machst und diesem politischen treiben ein ende bereitest.

    Marco

  23. Wieso says:

    Wieso so viel Trauer? Man könnte doch noch den Bundespräsidenten um Prüfung bitten! Der kann bei verfassungsrechtlichen Bedenken die Unterzeichnng des Gesetzes ablehnen – was früher oft der Fall war. Und verfassungsrechtlich hat doch die Humboldt-Uni einiges zum LSR geschrieben. Also jetzt auf zum Bundespräsidialamt!

  24. Enrico says:

    Tja, ohne Lobby keine Kekse. So läuft Politik eben Heute bzw eigentlich schon immer. Und da es für dieses abstrakte und real nicht existierendes Gebilde “Netzgemeinde” unmöglich ist ein Konstrukt von sagen wir wenigstens 5 Lobbyisten in Berlin aufzubauen, wird sich auch in Zukunft nix daran ändern.

    So etwas würde eben, neben den mindestens 5stelligen Kosten im Monat, eine Menge Zeit und Durchhaltevermögen verlangen. Auf einer Veranstaltung die ich kürzlich besuchte ging es um “Nowism” (kein Wunder, dass unsere Mütter uns nicht verstehen), also den Umstand dass alles hier und jetzt geschieht bzw geschehen muss. Die permanente Ungeduld und Unruhe steht der notwendigen Lobbyarbeit wohl am stärksten im Weg.

    Ich vermute, dass schon in maximal 4 Wochen der Wind um das LSR massiv abgeflaut ist und die nächste Sau durchs Bloggerdorf getrieben wird, wie immer eben. Ok, es wird wohl eher eine Katze oder ein Zombie sein.

  25. alettoria says:

    Ich könnte wohl knapp, fast! Deine Mutter sein. Und ich habe Deinen Artikel sehr gern gelesen – sprachlich und so wunderbar. Nur – ich wiederhole, was andere auch schon geschrieben haben – wenn Du schon feststellst, dass “ihr” es vergeigt habt, Eure Mütter und weitere (darf ich sie so nennen?) Opinion Leader zu informieren: WARUM TUST DU ES JETZT NICHT?!? *kreisch*

    Ich habe Deinen Blog vorher nie gesehen, ich weiss nicht, ob ich jemals wieder darauf landen werde. Sieh es spirituell: ich bin JETZT hier! Warum hast Du diese Chance nicht genutzt? Sascha: erklär es mir. Bitte. Ich will ja gern drüber nachdenken, mir meine Meinung bilden, spreaden, sharen und opinion-leaden (oh ja, auch wir “Alten” haben unsere PeerGroups), also sei so gut und verklicker es mir. Aber bitte so, dass ich es verstehe, ja? Stell Dir vor, Du musst es Deiner Uroma mit Zahnprothese und Krückstock fassbar machen. Naja, ganz so schlimm nun doch nicht…. ;-)

    Deal?

  26. Astro Bubble says:

    das war ja ansatzweise schon ganz nett, was ich hier gerade gelesen habe. Wenn du Dir jetzt auch noch endlich den albernen roten Iro abschneidest und aus der SPD austrittst, wirst Du für mich endlich wirklich glaubwürdig ….

  27. straik says:

    Hätte ich gerne gelesen aber die Schrift ist so fürchterlich klein.

  28. Reimix says:

    Bei der Bloggerpartei wäre ich dabei!
    (Warum ist das so, dass wir die politischen Ränkespiele scheuen und lieber unsere Meinungen in den Raum schreien?)

  29. [...] da keine gute Idee. Es müssen also Schlüsse gezogen werden. Einige Ideen hat Sascha Lobo ganz gut auf den Punkt gebracht. Andere berühren in diesem Fall mein berufliches [...]

  30. @stephschie says:

    Ich weigere mich zu dem zu verkommen, was ich verachte! Argumente zählen, die Wahrheit zählt, so ineffektiv sie auch zu sein scheint. Alleine aus sturer Prinzipientreue werde ich mich nicht verbiegen nur um meiner Auffassung von Richtigkeit mehr Gewicht zu verleihen. Es ist universell falsch nach merkelcher Art zu handeln.

    Ich glaube Sie haben Recht mit der Annahme, dass der Netzgemeinde die Wucht fehlt.
    Sie wäre meiner Meinung auch relativ leicht, durch die Übernahme der Methodiken der Ignoranten, zu erlangen, aber bleibt weiterhin moralisch falsch.

    Sie mögen das Ziel vor Augen und über dem Weg sehen. Ich sehe diese Niederlage als naturgegeben. Eine Anpassung an das jetzige System erscheint mir persönlich als moralisch stark verwerflich. Dies ist kein Ausdruck der Resignation.

  31. Maulwurv says:

    Leider ist meine Familie komplett informations- und meinungsfeindlich. Sie hat keine Meinung, will keine hören, und sich auf keinen Fall eine bilden. Man könnte sagen, meine Familie ist der Inbegriff genau jener Deutschen, denen die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes nicht vertraut haben. (Ich mag meine Familie trotzdem.)

    Ich kann unmöglich der einzige sein, der diese Situation vorfindet. Kennst du eine Möglichkeit, wie wir Zombies für Netzpolitik interessieren können?

  32. Ich möchte zur Verteidigung meiner Mutter sagen: Sie liest meine Posts, kennt das Leistungsschutzrecht und hält wenig davon.

    Ganz generell zeigt sich: Das Problem sitzt tief und hat viele Schuldige. Das Gesamtsystem Deutschland ist einfach nicht kompatibel mit dem Internet, und wir alle sind Teil dieses Systems. Es muss sich viel gleichzeitig ändern, damit bessere, nachhaltigere Entscheidungen getroffen werden.

  33. AndreasP says:

    Die großen Internetunternehmer waren ja im Fall LSR gerade nicht ruhig. Google trommelte auf allen Ebenen, aber das hat dem ganzen wohl eher geschadet als genutzt.

    Von einem “Erfolg des Leistungsschutzrechts” zu reden, halte ich übrigens für fahrlässig. Es wurde jetzt verabschiedet, aber erfolgreich kann es gar nicht sein, höchstens bei der weiteren Ausrottung unserer “Qualitätsmedien”, denen ich keine Träne nachweinen werde, weil sie es nun mal selbst gewollt haben.

  34. Moon says:

    @Pamperino
    “Ich bin für ein Leistungsschutzrecht, weil die Verlage den Content produzieren und Google ihn sich nicht einfach abgreifen können darf.”

    Aha, und das Urheberrecht verhindert das plötzlich nicht?

    @Arebe
    “Wieso schadet ein LSR “uns”? Wie schadet ein LSR “mir”?”

    Sind die Argumente contra LSR auf http://leistungsschutzrecht.info/ wirklich so schwer verständlich?

  35. Meine mutter will von dem Leistungschutzrecht nix wissen.
    Das interessiert sie gar nicht.
    Sie will wissen wieso immer so neue Bildchen in Ihrem “Fazebuk” auftauchen und wer das macht.
    Und außerdem hätte Sie gerne das Rezept für thailändischen Papaya Salat.
    Aber der Rest würde nur das Gleich bewirken, wie wenn du einem indianischen Urwaldbewohner das neue Welt-Finanzsystem bei dem Deutschland alles zahlt, erklärst.
    Da wird er nur fragen ob du sein gebratenes Gürteltier schmackhaft findest … SO IST DAS EBEN.

  36. Tschirkhan says:

    So wie von Dir beschrieben, stellten sich die Piraten von Anfang an dar. Da mag es einen großen, riesengroßen Spagat zwischen Selbst- und Fremd-Bild geben, aber ernst zu nehmen, waren sie für einen Außenstehenden nie. Da gab es auch nie Anknüpfpunkte, da jedwelches Interesse an einer scheinbar ungeheuer exponierten Profilierungsneurose zerrannen. Mir erschienen sie stets wie arbeitsscheue Staatliche-Leistung-Empfänger, die ihre Zeit im Internet vertrödeln, indem sie ihre cerebralen Flatulenzen in den Äther blähen, pardon: bloggen, mit großen Augen darauf schauen, was die anderen haben und sie nicht erarbeiten wollen. Baby hat Anrecht auf die Totalversorgung und Aufmerksamkeit. Eine pseydopolitische, ödipale Störung- Selbsthilfetruppe. Schön infantil mit den Füßchen aufstampfen, Mami Merkel am Rockzipfelchen ziehen und Papa Staat gegen das Schienbein treten. “Maaaamaaaa, ich will das Überraschungsei”. Vielleicht müssen die Piraten gesellschaftlich erwachsen und geistig mündig werden, um zu verstehen, dass nur aktive Politik bewegt – und mehr ist als viel Lärm und Egozentrik – um Nichts.

  37. CE says:

    Dies Geschreibsel vermittlet auf atemberaubende Art & Weise, dass jegliches Negagement, jegliche Motivation sowieso für’n Arsch sind.
    Und ist das perfekte Alibi, um nihcts zu tun.
    Gratulation!

  38. Wahrscheinlich bin ich ein unverbesserlicher Optimist, aber ich glaube, gerade dieses absurde Gesetz (und das zu Kreuzekriechen der SPD vor Springer) wird eine Gegenbewegung bringen, die die Major-Pressehäuser noch sehr sehr sehr bereuen werden. Was ist, wenn die vielen arbeitslosen Journalisten (die ja auch entrechtet wurden) sich von den Majors abwenden und endlich lobbyfreie Presse verwirklichen – do wie der Heiseverlag, Golem, t3n und viele andere? Warum keine freie Presse auch für politischen Journalismus und Kommunalthemen? Die Technik ist da, es kommt nur noch auf den menschlichen Willen an, was er aus den unerschöpflich vielen Möglichkeiten macht. Wie gesagt, ich bin Optimist, aktiver “Creator” mit unserer Akademie in Dortmund und halte es immer gern mit den Chinesen: “Der beste Weg das Böse zu bekä,pfen ist energischer Fortschritt im Guten”

  39. Kai says:

    Tja, so lange sich Leute selber als Elite bezeichnen und auf Schulterklopferveranstaltungen wie der re_publica bei irgendeinem Modegetränk mit lächerlicher Verachtung über Analoge, Holzmedien und Politiker, die ja unfähig sein müssen, weil sie kein Smart Phone haben, schwadronieren, wird sich das auch nicht ändern!

  40. Frank says:

    “…Prototyp des heutigen Politikers: er sieht Politik als reines Spiel mit dem Ziel der Machterhaltung. Fakten sind ihm egal…”

    Damit ist doch alles gesagt und erklärt.
    Die Demokratie versagt seit einigen Jahren… und immer mehr.
    DAS ist das Problem.

  41. diginsack says:

    und wieder nur bla bla, wer ist herausgegangen und hat seinen 70 jähigen Nachbarn aufgeklärt ?

  42. Achim Kokoloppulous says:

    Sehr lustiger wie treffender Beitrag, ich lache kaum so sehr über die Formulierungen eines Kolumnisten wie über die von Sascha Lobo. Es trifft also das Meiste zu in dem Beitrag, deshalb will ich mich auf ca. drei Faktoren konzentrieren, die bei der Besprechung der “Problematik” m.M. übersehen wurden.
    Zusammengefasst: 1. Der Zeitfaktor 2. Der Graben zwischen großer Konsumentenmasse und relativ wenigen ambitionierten Medienproduzenten im Internet und 3. die Unerheblichkeit des Leistungsschutzrechts selbst.

    Also Punkt 1.) Es wird zwar allerorten von Internet und seiner großen Bedeutung pipapo usw. gesprochen, aber medienhistorisch steht es in der Verbreitung seiner einzelnen Medienkanäle immer noch weit am Anfang. Dinge wie das LSR und die Entwicklung des Journalismus in einem solchen neuen riesigen Medium brauchen also auch schlicht viel Zeit, um sich zu entwickeln und zu etablieren – sehr viel Zeit, weitere mehrere Jahrzehnte. Die Netzavantgarde extrapoliert hier wohl ihre eigene Vorreiterstellung in die Netzentwicklung insgesamt und glaubt, dass bereits alle dort sein müßten, wo sie an alltäglicher Nutzung und Verständnis des Internets schon sind. Das müssen sie natürlich mitnichten. Der Fortschritt ist eine Schnecke, auch der technologische und mediale Fortschritt des Internets.
    Zu Punkt 2 braucht man ja eigentlich nicht viel sagen. Produzenteninteressen im Internet sind Interessen einer relativ kleinen Masse im Vergleich zur riesigen Masse, die im Internet nur SPON, Bild.de usw. anklickt. Dementsprechend interessieren sich auch recht wenige Leute für eine Spezialität wie das LSR
    Woraus sich auch Punkt 3 ergibt. Drittens halte ich das LSR selbst nämlich für relativ unerheblich. Jedenfalls für unerheblich für die große Masse, die nicht bloggt. Da relativ wenige Leute bloggen, betrifft das LSR zwangsläufig auch nur relativ wenige Leute. Selbst die Auswirkungen für Blogger selbst wird man abwarten müssen. Ich halte sie für viel geringer als heute noch befürchtet. Wer kleine Zitate in Blogs gerichtlich verbieten will, wird sich nämlich schlicht auch lächerlich machen.
    Auf mich mit meiner kleinen Twitterei hat das LSR jedenfalls bis heute Null Wirkung. Deshalb wird es wohl heißer gekocht, als es gegessen wird.

  43. Pseudonym says:

    Der allererste Kommentar von Sebastian lässt in mir einen Gedanken aufkeimen:

    Ich empfand den Artikel von Sascha Lobo als gut geschrieben, hatte auch kein Problem dem Artikel zu folgen. Und wie ich an den Kommentaren teilweise sehen kann, gilt das auch für die Mehrheit der Kommentatoren (ich habe nicht alle Kommentare gelesen). Dennoch sind einige dabei, die den Artikel nicht als lesbar, als zu kompliziert empfinden. Kann es sein, dass die meisten Leser hier Genies sind, die nicht merken, dass die Menschen um sie herum, die vielleicht nicht einmal auf der Website landen, der eigenen Argumentation gar nicht mehr folgen können? Dass wir uns mittlerweile von den normalen Menschen abgekoppelt haben und hier eine Schere zwischen Intelligent und Blöd entstanden ist.

    Ja, ich gebe es zu, der Kommentar soll bloß die Leute provozieren, die offensichtlich zu faul sind, sich einen ordentlich geschriebenen, aber längeren Artikel, ordentlich durchzulesen… Kleine Empfehlung, lest Mal ein Buch um eure Konzentrationsfähigkeit zu schulen… Ich fasse es nicht…

  44. hathead says:

    Danke für das Teilen Deiner Einsichten. Ich stelle mir seit längerem die Frage wie es zu dieser merkwürdigen Überheblichkeit der Netzgemeinde kommt. Sie hat schlichtweg keine Relevanz. Hatte Sie noch nie. Hat auch keiner geglaubt, außer der Netzgemeinde selbst. Deswegen interessiert sich auch niemand für das Leistungsschutzrecht und schon gar nicht für die Piraten. Es glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass die wegen netzpolitischen Themen gepunktet haben. Die Piraten waren nur ein Hoffnungsschimmer, an der Politlandschaft irgendwas zu ändern.

    Man darf das Thema Relevanz auch gerne mal global betrachten. Ca. 1,5 Mrd. Internetnutzer stehen 5,5 Mrd. Menschen mit ernsthaften Problemen gegenüber und wir feiern einander, weil wir so toll sind…

  45. anonym says:

    Politik war nie anders, als alle Regeln und Vereinbarungen zu ignorieren – sobald die Macht dadurch gesichert werden kann. Das mussten auch die Grünen lernen.

  46. nicht mehr ganz so anonym says:

    Lustig, bin gerade Beispiel einer “Blog-Vernetzung”. Vor Ewigkeiten (2005-08) hatte ich mal ein WordPress-Blog über Backgammon gemacht. Heute poste ich mit der gleichen verspammten Email und sehe hier unerwünscht ein altes Bild von mir…

  47. ‘Heilige Scheiße’ – bitte nicht noch ‘n halb selbstironischer voll selbstbeschuldigungs-cybermasochistischen Blog zum selber beinah FremdUffhängen!

    Obwohl es naturlich klug bis klüglich geschrieben ist – habe ich mir ehrlicherweise nicht Alles durchgelesen – denn die Analyse greift zu kurz.

    Erstens: Es ist sowieso klar, dass es nur relativ sehr sehr wenige wirklich denkende CharakterTypen gibt, die genügend Phantasie und Komopetenz besitzen, die Strukturen in der Gemeinschaft sinnvoll zu verbessern. (Die sogenannte Demokratisierung bzw. ParteienDemokratisierung innerhalb der PiratenPartei war und ist dessbezüglich extrem contraproduktiv – siehe: Die Mehrheit der PiratenPartei erträgt oder schützt einen BuVo der vielerlei Negatives aller anderer Parteien in wenigen Personen vereint – die wirklichen Nerds innerhalb der PiratenBewegung wurden und werden system-mathisch mit verschiedenen ZersetzungsPraktiken zerstört.. (wobei es relativ leicht ist, solche anständigen Typen, wie es PiratInnen sind, dazu zu kriegen, sich selber aufzureiben).

    Zweitens: Die angesprochene Kleinkarriertheit der Debatten – wie sie zum Teil auch im BlogArtikel anklingen, treibt Jeden, der fundierte – sprich berechtigte – SystemKritik mit konstuktiven Konzepten übt, in den WahnSinn!!
    Natürlich sollte man sich über das LSR aufregen. Aber Was ist Dein Vorschlag? – Es mehr kommunizieren, was es bedeutet… die Leute übereden (wie ein Zeuge Jehovas) – mal über das LSR oder das EEG oder wie diese ganzen Dinger heißen, nachzudenken? Wieviel Tausend Jahre soll das dauern?

    Habt Ihr immer noch nicht kapiert, dass die Verbrecher schneller ziehen? Sie machen das EEG – eine noch die dagegewesene Abzocke der Bevölkerung (wieder insbesondere der Ärmeren) – und Campact redet uns ein, das EEG würde die EnergieWende sichern?…*haarerauf* und gefühlte 81 Prozent (obwohl tatsächlich vermutlich noch mehr) der Piraten fallen da drauf herein!!!

    NEIN… es gilt das ganze System zu ändern. Nicht durch KampfBegriffe, wie sie fortwährend in obigen Blog auftauchen (mit Verlaub – das liest sich, als hätte ein JusoVorsitzender vergangener Tage mal einen etwas munteren Tag) ist dies zu erreichen – sondern mit den besseren Argumenten.. den besseren Leuten.. den besseren Gesetzen.

    In meinem Kopf allein tummeln sich hunderte GesetzesVorschläge, von denen jedes einzelne jeweils hunderte der bestehenden DrecksDinger zu Makulatur verwandelten …*ich_bin_mindestens_wie_struensee* [http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Friedrich_Struensee]
    Natürlich kann ich mich bemühen, meine Vorschläge in PirtaenForen zur Diskussion zu stellen – und das habe ich auch getan. Und das will ich nicht vergessen zu sagen: Über die Möglichkeiten, welche die Piraten geschaffen haben, bin ich sehr sehr dankbar! Aber wir wissen, wie deprimierend das Ergebnis ist.

    Es ist einfach schade, dass sich von den vielen superklugen Piraten kaum jemand vorstellen kann, dass es auch noch völlig andere ‘BrainNerds’ geben kann, die zwar nicht so die Ahnung von IT-Technik und Kommunikation haben, reinste InternetIdioten vielleicht sogar und eventuelle NettikettenMißAchter und DefizitAnsammler – die aber sehr kompetente Ideen, Anregungen und Konzepte haben – die aber den ‘NormalPirat’ überfordern, weil sie dessen VorstellungsKraft sprengen. Ist ja wohl klar, dass ich vorwiegend von mir selber spreche. Aber: Nicht so sehr aus Eitelkeit, nicht aus GeltungsBedürfnis, nicht aus heimlichen Gründen mit der Hoffnung auf Karriere – sondern einfach, weil ich Philosoph bin! Es ist mein Beruf… verdammte Scheiße… und ihr Idioten rennt FeuerWerklern und HundeBefehlshabern hinterher…*miau*

    Bitte fangt endlich an, größer zu denken… und lasst die KleinGeister den anderen Parteien. ich habe wirklich kaum ein Problem mich unbeliebt zu machen – ich bin es schon…*grr+smile*

    p.s. Wagt es ja nicht, Euch am mißlungenen Design meiner Page zu stören (das mache ich schon selber) – dort allein steht inhaltlich mehr, als für die nächsten 500 Jahre dranne ist – ich nehme mir vor, bis zu meinem letzten Tag darüber zu jammern, nicht genügend zur Kenntnis genommen zu werden. Es ist Schluß mit Bescheidenheit. Ich sehe es seit Jahrzehnten, ich sehe wie Diejenigen welche sich anständig zurückhalten, welche dezent und sachlich sich für Verbesserungen mühen (jetzt rede ich nicht von mir) – ich sehe es einfach, wie die Besseren fortwährend von skrupeldummen (weil niemals selbstkritischen) PseudoBesserWissern zerplättet werden.
    Jeder, der meint, mich armes Genie übersehen zu müssen… der ist für die nächsten Katastrophen mit verantwortlich (da haben wir es schon wieder – das alte schaFistische Problem: Wie sollen sich phantasielose Idioten noch nie dagewesene Katastrophen vorstellen können?
    Okay… heute sage ich mal kein ‘Sorry Mann’ – reicht ja, wenn ich’s mir denke.

  48. Volker Zeis says:

    Nicht Tod harrt deiner sondern neuer Sinn.

    Nun, Sascha Lobo, falls dieser Schnipsel aus einem urheberrechtlich geschützten Buch ist, dann bist du bald fällig.

    Hast du im Gegensatz zur Ex-Piratin Marina Weisband Mut und bringst das Opfer?

  49. Bachsau says:

    Um das mal so zu sagen: Für mich ist Bloggen hauptsächlich eine Möglichkeit meine eigenen Gedanken mit der Welt zu teilen. Ich brauche dafür keinen Dank, keinen Artikel in der TAZ, und schon gar nicht hat es mit Mut zu tun, das nicht im großen Stil zu tun. Viel mehr schreibe ich dann etwas, wenn es mir unter den Nägeln brennt und ich die Zeit dafür finde. Ich gebe Denkanstöße die Andere interessieren mögen, oder auch nicht. Aber es reicht nicht um damit Geld zu verdienen, und ich möchte mich nicht als Content-Generator sehen, mit der Verpflichtung, jeden Tag drei Artikel zu posten, oder die Artikel so zu gestalten, dass sie von möglichst Vielen gelesen werden, anstatt meine eigene Meinung darzustellen. Der Blog existiert, um mir das Gefühl zu geben, es einfach mal ausgesprochen zu haben. Sicher hört nicht jeder zu, aber die, die es interessiert.

  50. pitsch says:

    >>Netzpolitisch ist die SPD unglaubwürdig geworden, wenn sie mit großem Tamtam im Bundestag dagegen mobilisiert, um dann im Bundesrat nicht den Mut zu haben, ein falsches Gesetz zu stoppen.<< (Volker Beck)

    es kommt ja selten vor dass man einem politikerzitat nichts hinzuzufügen hat.

  51. Mike says:

    Du kannst en Piraten schwer vorwerfen, dass sie ihre Leute verheizen… es sind eben zu wenig für die ganze Arbeit die zu tun ist.
    Wenn man schon selber keine Lust hat sich da aktiv einzubringen, dann soltenw wir wenigsten gemeinsam versuchen, von ihren Inhalten zu berichten. Wir tun ja im Moment nichtmal das, sondenr helfen den herkömmlichen Medien wunderbar dabei, die zumürben…

  52. Jeder köchelt halt sein eignes Süppchen, die ‘Köche’ u ‘Kellner’ der bloggendn Sterne-Elite haben mit normalseriösen Tellertaxis ohnehin nichts gemein (sie halten u hielten sich immerschon für die Speerspitze der Zunft), weil sie Fachbegriffe kennen, die für den herkömmlichen Schnitzelkoch wie Informatik klingen u auch, weil sie über alle Maßen intelligent sind.
    Ich jedenfalls hatte noch nie ein ‘Wirgehörigkeitsgefühl’, weder auf der jährlichen re:publica, oder im Talkshow-Rund revolutionärer Piraten-Sympathie noch sonstwo in Twittershofen. Ohnehin sollte der vernünftige Mensch jegliche Wir-Tendenz meiden..

  53. Kracky says:

    Hab den Text jetzt komplett gelesen und das erste was mir in den Sinn kam, Sacha du hast inzwischen die Qualitäten eines Politikers, du hast hier einen Ellen Langen Text hin gezimmert und wenn wir mal ehrlich sind hast viel erzählt und doch nichts wirklich gesagt.
    Wo ist deine Erklärung zum LSR, wegen der du dich schuldig gemacht hast weil du diese nicht verbreitet hast?

  54. Politik ist das Bohren extradicker Bretter. Solange man von “Niederlage” und “Versagen” spricht, wenn ein Gesetz beschlossen wurde, was einem nicht passt, solange hat man das Wesen der Politik nicht begriffen. Tiefgreifende Veränderungen kann man nur herbeiführen, wenn man zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Jahre am Ball bleibt und Rückschläge wegsteckt. Man schaue sich die Biographie z. B. von Willy Brandt an, dann bekommt man eine Ahnung davon, was für einen langen Atem der gebraucht hat, um “Wir wollen mehr Demokratie wagen” sagen zu können.

  55. [...] könnte man in Bezug auf das Leistungsschutz den Versuch einer Fehleranalyse betreiben, ohne sich ernsthaft mit der Frage außereinadersetzen zu müssen, ob die einmal mahlenden Mühlen [...]

  56. Sven says:

    Tag zusammen,
    ich bin nicht der Typ, der täglich Blogs liest oder ähnliches. Ich bin auch nicht politisch engagiert. Von daher, muss ich auch gestehen, das ich von diesem “Leistungsschutzrechtes” noch nichts vorher gehört habe.
    Das Problem was ich jetzt aber immer noch habe ist, das ich keine Ahnung habe, obwohl ich diesen Artkiel gelesen habe, was das sein soll !!!
    Was regelt dieses Gesetzt ??? Welche Probleme bekomme ich als “Normaluser” dadurch ??? Kann es vielleicht sogar nützlich für mich sein ???

    Und eins möchte ich noch loswerden.
    Könntet ihr eventuell mal das ein oder andere “Fremdwort” weglassen und eure Kommentare und so weiter so schreiben, das auch “Nichtnerds” eure Texte verstehen ?!?!

    Ihr schreibt hier Tausende von Zeilen Text aber den viel herauf geschworenen “Content” ( ja die Bedeutung des Wortes kenne ich ) finde ich auch hier sehr mager.

    Ich werde auch weiterhin versuchen, mich hier ab und zu “schlau” zu lesen.
    Aber ihr würdet wahrscheinlich noch mehr Leute erreichen, wenn ihr Versucht die Texte und Erklärungen auch für “Normlos” lesbar zu schreiben ;)

    p.s: Ich geh jetzt googeln mit der Hoffnung, das ich einen Text finde, der mir das LSR so erklärt, das auch ich es verstehe :D

    Schönen Abend noch

  57. bluedanube says:

    Die Analyse und die Beispiele finde ich sehr gut!

    Aber: Mit welcher Werbung, mit welcher Wirtschaft bekomme ich die Gesellschaft in einen Zustand, der mit der globalen Zukunft zurecht kommt?
    Wie bekomme ich eine Modernität in die Masse?

    Wo ist die Relevanz von APIs in der Kultur? Das ist ne ZEN Frage. ;)

    Die Schnittstelle, um die es geht, und die viel zu wenig beachtet wird, ist die Kunst! Denn sie wird warenförmig oder frei Haus geliefert, auf einem Level, der keinem zunächst einsamen aber wie hoch immer talentierten Privatmenschen gestattet, die Einstiegshürde zu überwinden und Popularität zu erlangen.
    Denn es wird gecastet und verwertet, mit Investitionen, die in die Milliarden gehen.

    Für einige Zeit konnten Youtube-Karrieren passieren, aber ob das weiter geht, ist fraglich.

    Auch dass der Kontakt zwischen den Generationen unerlässlich für die Modernisierung einer erfolgreichen statt krisengebeutelten Gesellschaft ist, geht unter.
    Wer der Leser und Schreiber hat Kinder, und durchschaut, wie die drauf sind, und was die im Internet wirklich machen? Dass man sie nicht erreichen kann, wird oben offenbar ausgedrückt.

    Marina Weisband erlangte nur dadurch Relevanz, dass sie eine begabte Künstlerin ist, was sie in die Lage versetzt, ihre Ansichten einem breiten Publikum interessant erscheinen zu lassen. Eine Tautologie, die offenbar schwer zu sehen ist. Aber in den Sixties war es klar, dass der Künstler / die Künstlerin die Person mit der “Message” war. Die Revolutionäre waren kommerziell erfolgreich. Gute Ära der Weiterentwicklung.

    Warum haben die Deutschen keine Internetkompetenz? (wenn wir die Debatte mal so plakativ fortsetzen)
    Weil sie so sesshaft sind, in jeder Hinsicht, und Kommunikation historisch beinahe überflüssig! Ein Meilenstein der Kommunikation, der alles umwarf, war nun mal leider – der Führer, der als erster die Massenmedien in Form der Mikrofone und Stadionlautsprecher nutzte. Das Gleichnis soll nur zeigen, dass vor allem Lautstärke und Bandbreite über Politik entscheiden, wenn man hier einen Vorsprung hat.
    Daher wird soviel hier vom Ausland aus bestimmt. Auch eine Folge der Handelsbilanz in Sachen Content.

    Darüber hinaus bestimmt das Geld. Wer hat es? In Analogie zw. Finanzwirtschaft und physischer: Die Medien haben es, aber sie bekommen es mit Auflagen und Aufträgen. Dahinter steht eine relativ kleine Gruppe, die sich untereinander gut kennt und ähnliche Wertvorstellungen hat, mit Ausnahme der oberflächlichen links-rechts Einteilung. Sie entscheiden das mediale Budget der Grossunternehmen.

    Wer hat die beste Medien- und Internetkompetenz? Wer sich bewegt. Die USA bewegen sich aus bekannten Gründen, und sei es zwischen den Militärstützpunkten. Aber sie sind die Exportmeister des Showbiz, während die Deutschen nur mit Technik punkten.
    Besonders sollen aber die Diaspora-Völker hervorgehoben werden: Juden und Filipinos. Letztere sind an die 100 Mio gesamt und 10 Mio befinden sich irgendwo am Planeten verstreut und kommunizieren unaufhörlich mit ihren Familienangehörigen. Da ist Effizienz gefragt.
    Ich empfehle Dr.Jose Rizal, ein Künstler, Arzt, Politiker und revolutionärer Märtyrer. 1890, die Zeitepoche, die von Sascha Lobo als hoch interessant erwähnt wurde.
    Hier die Geschichte, wie sein berühmtestes Werk entstand, ein Unterhaltungsroman, der langfristig Südostasien verändert hat, das heisst auch am heutigen Aufstieg noch immer Anteil hat: http://www.joserizal.ph/no01.html
    Denn das Internet ermächtigt genau die Kulturen, die damit als erste gut umzugehen wissen. Wachstum ist nun der Lohn, dort wo sich die Kultur neulich am raschesten weiterentwickelt hat.

  58. bluedanube says:

    Warum erlischt die Anziehungskraft der Piraten und anderer Bewegungen in Mitteleuropa?
    Nun, es ist mühsam, zuzuhören. Es gibt kaum aktive Beschäftigung, die einen Aha-Effekt und längere Faszination ausübt. Wenn ich Innovation suche, und etwas erfolgreiches finde, ist es ein asiatischer Jugendlicher.
    a) unzählige Beispiele hervorragender Skills am Computer, Kinderzimmer-Videoproduktionen, die mit der Musikindustrie mithalten können. Hier was ganz einfaches, das Zigtausende zuhören lässt:
    http://www.youtube.com/watch?v=Hs1VBttzYM8
    http://www.youtube.com/user/yamatoami
    Kein Pirat kam auf die Idee.
    b) Charisma, und Talent, das nicht locker lässt, und äusserst früh beginnt.
    http://www.youtube.com/watch?v=yUdSXQKlgKA
    ein viral hit – superbass
    c) In mehreren Ländern (allerdings nicht Japan und Korea) der zivile Widerstand gegen die Wände, die von den IP-Anwälten errichtet werden. Diese Länder entwickeln sich nun schneller.

  59. Mela says:

    Meiner Ansicht nach haben wir uns an noch einer Baustelle schuldig gemacht: Den Gewerkschaften. dju und DJV haben nur so fest hinter dem LSR stehen können, weil die zukunftsgewandteren Medienmenschen sie bereits abgeschrieben haben. Als das LSR überhaupt der (Netz-)Öffentlichkeit bekannt wurde, hatten beide Verbände bereits ihre Zustimmung abgenickt.

    Ich fasse mich da auch an die eigene Nase, denn als ich meinen Landesverband 2010 schon zur Rede stellte, war ich sehr schnell genervt von den Lügen und Verschleierungen, dass ich einfach gegangen bin.

    Die Freischreiber sind zwar der einzige Journalistenverband, der noch etwas taugt. Gefragt werden aber die Großen, die ja nur zu gerne an der Zitze der Verleger saugen.

  60. Moon says:

    @Michael Haufe

    Wie man gerade am LSR sieht, haben die besseren Argumente nichts gebracht. Die Gegenseite hat sogar Lügen aufgefahren und ist trotzdem damit durchgegekommen.

  61. Fritz says:

    Tja. Wie wahr. Halb wahr.

    Ich glaube , du machst es dir am Anfang deiner Analyse eines verlorenen Krieges zu einfach, wenn du sagst: Unsere Argumente waren gut. Meiner Meinung haben sie zum Teil nicht gestimmt, vor allem an der Stelle, wo – das ging wohl gleich am Anfang los – die Fronten radikal falsch gezogen wurden. Es gab z.B. etliche Blogger, die den Zeitungen einen baldigen “Tod” gewünscht haben, weil sie ja so was von gestern wären.
    So blöd kann man natürlich argumentieren, aber dann darf man sich nicht wundern, wenn die natürlichen und notwendigsten Verbündeten – die Journalisten, die längst Regiment für Regiment von den Verlagen abserviert werden – die kleine, aber durchaus öffentlich vernehmbare 36-köpfige Netzgemeinde im Stich lassen.
    Aber … was hättet ihr den Journalisten zu bieten gehabt?! Nichts. Absolut nichts. Ihr habt keine Sekunde darüber nachgedacht, wie der Journalismus gegenüber den Verlagen zu retten ist, stattdessen habt ihr euch Riesensorgen um die Margen von Google gemacht. Das Ergebnis ist: Nicht nur ein verlorener Kampf, sondern auch … keine bessere Lösung.
    Die “Netzgemeinde” hat unglaublich viel gebloggt, um abzubloggen und die falschen Fronten zu pflegen. Dass man die Bevölkerung damit nicht erreicht hat, ist ja klar. Als ob sich die Bevölkerung jemals um die Struktur ihrer Nachrichtenversorgung eine Sekunde Sorgen gemacht hätte. Das Problem IST relativ esoterisch.
    Vermutlich ist schon die Idee falsch, es hätte daran gefehlt, die breite Öffentlichkeit zu erreichen. Ihr habt schon die nicht erreicht, die es wirklich etwas angehen musste. Das ist eine ganz alte Litanei: Mach eine harte Front auf und die Diskussion findet nicht statt. Es findet dann nur Gelärme statt, Taxifahrer-Analogien-Rhetorik etc. Vermutlich denkt Sixtus immer noch, er hätte ein kolossales Argument erfunden. Hat er eben nicht! Er und viele andere der “Netzgemeinde” haben mit Rhetorik die notwendige Diskussion, die Bildung der richtigen Allianzen und das Formulieren eigener Ziele verhindert.
    Übrigens wurde auch die strategische Hebelstärke der Großverlage unterschätzt. Aber wie gesagt, ihr hattet den Journalisten nichts anzubieten.
    Jetzt sitzt Keese schon im Silicon Valley. Journalismus interessiert den Springer Verlag höchstens noch als Traffic-Faktor für das senkrecht integrierte Content-Marketing.
    Insofern ist es doch auch egal – es ist ja bald nichts mehr von Springer und Burda da, worauf irgendjemand einen Link setzen möchte.
    P.S. It’s not over until it’s over: Falls da jemals Geldströme fließen, ist da immer noch die Verteilungsfrage relevant … da fragt sich dann, ob der Sarg endgültig zugekloppt wird oder ob die Leichen noch zum Leben gebracht werden können.

  62. Nils says:

    Selbstkritik, wie sie heute nur noch schwer zu greifen scheint.
    Chapeau & Danke.

  63. [...] wenn sich Sascha Lobo mal eben hinsetzt und sich über etwa 2 DIN A4-Seiten darüber auslässt, was die Netzgemeinde beim Leistungsschutzrecht alles versäumt hat, dann kann man davon ausgehen, dass er den Text genau durchdacht hat und eine entsprechende [...]

  64. Unglaublich diese Erkenntnis zur viel zu späten Stunde. Was hätten wir doch alle bewirken können..alleine 550.000 CallCenter Mitarbeiter wären dazu im Stande gewesen..aber die wurden ja bereits auf SPON vergrault und von Dir dämonisiert. Nicht lang schnacken..der Piratenvorstand will durch Dich erleuchtet werden. ;)

  65. Achim says:

    Nur Sonnenvolt könnte die Netzgemeinde jetzt noch retten, denn Sonnenvolt multipliziert endlos. Zukunft ausgeschaltet. Ich werde erscheinen.

    Achim.

  66. Dirk says:

    Ja, und insbesonderes schönes Schlusswort. Aber genau das bringt mich zu Prof. Dr. Peter Kruse und seinem Beitrag bei der der Enquete Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”, im Deutschen Bundestag im Jahre 2010 http://youtu.be/e_94-CH6h-o

    “Das Internet kann die Menschen wirklich revolutionär positiv verändern, durch die mediale Machtverschiebung der Gesellschaft vom Anbieter zum Nachfrager.”

    Ich bin mir immer noch sicher, er hat Recht!

  67. Mister Ede says:

    Sehr geehrter Herr Lobo,

    aus meiner Sicht hat der Netz-Bloggyismus die selben Probleme wie die Piratenpartei. Beide glauben Sachlichkeit und Inhalt durch Populismus und Geschrei ersetzen zu können. Und Beide haben nicht verstanden, dass Politikfähigkeit auch Kompromissfähigkeit bedeutet.

    Vielleicht hilft diese Erklärung, warum der Netz-Bloggyismus der Demokratie unterlag.

    http://www.mister-ede.de/politik/bloggyismus-unterliegt-bei-lsr/1979

  68. [...] Sascha Lobo hat nämlich recht. Wir – also die aktiven Gegner des Leistungsschutzrechtes – sahen ziemlich scheiße aus. Wir schäumten und schrieben und tobten – doch schon einen Meter weiter war das nur noch als leises Zischen zu hören, wie eine Brausetablette im Wasserglas. [...]

  69. Gerhard Boehmler says:

    Hallo Sascha,

    man kann auch in der Welt 1.0 was tun, wenn mans im Netz alleine nicht schafft.
    Komm doch einfach im Wahlkampf mal zu uns nach Tübingen, diskutiere mit unseren Wählerinnen und Wählern – und auch mit unserem Bundestagskandidaten über Netzpolitik. Natürlich ist da der Multiplikationsfaktor nicht so gross – zumindest kurzfristig – aber alle ausserhalb der Netzgemeinde, die man erreicht und für diese Themen sensibilisiert, sind zukünftige Multiplikatoren.

  70. Thomas Witt says:

    Die Selbstüberschätzung des Netzes perfekt auf den Punkt gebracht. Erstaunlich, daß ein Text, der länger als 140 Zeichen ist, offenbar einige Kommentatoren überfordert.

    Achja, zum Unternehmerengagement: Warum macht wohl kein Unternehmer etwas in der Politik: Richtig, weil man mit gleichem Intelligenzlevel in der freien Wirtschaft deutlich mehr Geld verdient – bei gleichzeitig weniger Stress und Medienbeobachtung um sich herum.

    Das führt dann zu der Situation, die wir momentan im Deutschen Bundestag haben: Ca. ein Drittel Beamte, wenn man alle öffentlichen-Dienst-Leute dazurechnet, kommt man dann mit allen Lehrern, Gewerkschaftlern und Co auf mindestens 50%. Wenn man dann noch die Nicht-wirklich-Selbstständigen-sondern-gleich-Berufspolitiker rausrechnet – z. B. zugelassene Anwälte, die aber nach ihrem Studium nie ein Gericht von innen gesehen haben – sinkt der Anteil der freien Wirtschaft noch weiter. Und wer sich dann über die Netzkompetenz wundert: 5,5% Ingenieure. Informatiker kleiner 1%. Künstlerische Berufe übrigens 1%.

    Noch Fragen?

  71. [...] So, nun sind ein paar Tage vergangen, das Leistungsschutzrecht von CDU/CSU und FDP ist flott durch den Bundesrat gekommen, auch weil meine SPD mal wieder netzpolitisch versagt hat, und wir lecken alle fröhlich unsere Wunden. Sascha Lobo bespielsweise schreibt in Unsere Mütter, unsere Fehler: [...]

  72. avelon says:

    Es geht allerdings auch anders herum. Mütter und Väter älteren Jahrganges, die für die Nachkommen auf die Straße gehen, während der Nachwuchs noch den Schlaf der Gerechten vollendet.

    So geschehen auf der Anti-ACTA-Demonstration in Hannover. Zugegeben, es waren wenige, aber immerhin, auch Alte waren vor Ort.

  73. Mister Ede says:

    @Thomas Witt:
    Ja also die intelligenten machen in Wirtschaft, die nicht ganz so intelligenten machen in Politik. Und wer schreibt Kommentare? Die besonders Dummen?

  74. @morgenlandhvl says:

    Wir werden die Menschen jenseits des Netzes nur erreichen, wenn wir die Werte und Ideen hinter einem freien Internet in ihre analoge Welt übersetzen. Bei allem berechtigteigten Piratengebashe, es ist genau das was diese Partei mit ihrer Programmarbeit versucht. Konkrte Alternativen zur Piratenpartei sind die Hevelings dieser Welt.

  75. Sven S. says:

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Niederlage der Netzgemeinde so all umfassend ist wie Sascha Lobo hier beschrieben hat. Schließlich ist die Netzgemeinde nur als Nebenkläger aufgetreten. Man hat sich doch eher auf Google als auf die Piraten verlassen, denn Google hat aufgefahren was es auffahren konnte, Werbung im Netz, Werbung in den Printmedien, sogar in den Zeitungen der Verlage die für das LSR sind konnte man Googles “verteidige dein Netz” finden.

    Die Reichweite und der Krach den Google geschlagen hat war auf jeden Fall groß genug um genügend Leute zu erreichen. Allerdings haben sich die erreichten Leute nicht darum gekümmert. Und genau in dem Punkt stimme ich dem Artikel zu, die Netzgemeinde ist noch lange nicht so groß und vor allem mächtig wie sie es gerne wär.

    Aber natürlich kann die Macht und die Bedeutung der Netzgemeinde wachsen. Die Grundlagen sind gelegt (Piraten, DigiGes, D64, C-Netz), stehen aber noch auf sehr wackeligen Füßen, weil sie noch in einer Findungs- und Orientierungsphase sind. Erst wenn diese Phase abgeschlossen ist, kann es wirklich ans Wachsen gehen. Das dauert. Aber mit ein bisschen Geduld und einer Portion Enthusiasmus kann sich das Blatt schon bald wenden, erst recht wenn man die Erkenntnisse aus diesem Artikel mitnimmt.

  76. L-P says:

    Willkommen auf dem Planeten Erde

    Willkommen auf dem Planeten Erde. Seine Bewohner sind nicht immer der gleichen Meinung. Sie streiten, – viel. Mal setzt sich die eine Idee durch, beim nächsten Mal eine andere. Und manch bekloppte Idee wird erst aufgehoben, wenn niemand mehr leugnen kann, wie bekloppt sie ist. Darüber sind viele Bewohner des Planeten –gelegetlich– wütend.

    Was aber möchte ich eigentlich sagen?

    Die sogenannte “Netzgemeinde” war bis neulich schlicht erfolgsverwöhnt. Zensula, ja, damals, da war die politische Kaste noch ganz erschrocken darüber, dass sich im Netz binnen Stunden eine große Walze auf den Weg macht, eine völlig undurchdachte Idee kurzerhand platt zu machen. Die Journalie war begeistert. Klar, jedes neue Phänomen ist grundsätzlich mal eine sensationelle Meldung mehr. Und die brauchts, allein schon der Auflage (/Klicks) wegen. Und dann waren da noch unsere Mütter, die verstehen wollten, was da los ist. “Was ist eigentlich ein Netzwerk” hat mich meine Mutter damals gefragt.

    Und nun? Die politische Kaste hat sich an die Piraten gewöhnt, der $#!+storm ist allseits bekannte und den Medien ist langweilig geworden. Die “Netzgemeinde” hat inzwischen laufen gelernt und nun die schreckliche Erfahrung gemacht, dass wer laufen kann gelegentlich auch mal auf die Nase fällt. Zugegeben, mit der Erkenntnis muss man sich erst mal abfinden. Aber so ist das Leben.

    “Politik ist das Bohren dicker Better.” Max Weber, jetzt lernt ihn auch die Netzgemeinde kennen. Die Piraten spühren das schon seit geraumer Zeit. Der Netzgemeinde fehlte zu dieser Erkentniss schlicht die Demoskopie.

    Daher: Leute, die Arbeit hat gerade erst begonnen. Macht Euch darauf gefasst. Wenn Ihr in dieser Welt wirklich was verändern wollt, dann gibt es nur eins: Am Ball bleiben. Kontinuierlich, beharrlich und unermüdlch.

    Das Leben ist keine Einbahnstraße und Wir, Wir stehen erst ganz am Anfang eines langen Weges…

  77. [...] Unsere Mütter, unsere Fehler Sascha Lobo macht sich Gedanken über das Scheitern der “Netzgemeinde” im Kampf gegen das Leistungsschutzrecht. Größtenteils muss ich ihm leider mal wieder zustimmen… (Ich habe es nicht geglaubt, aber das Verlegersubventionsgesetz Leistungsschutzrecht wird tatsächlich Realität. Schwarz-Gelb stellt die Printmedien ruhig um vor der Wahl Ruhe an der Medienfront zu haben. Die SPD 1 kuscht ebenfalls vor den Verlagen und lässt es mit dem Argument “Wir können’s ja eh nicht verhindern, also wozu die Mühe” den Bundesrat ohne Vermittlungsausschuss passieren. Ich weiß echt nicht mehr, was ich dazu sagen soll! #facepalm) [...]

  78. René says:

    Ich hab so meine eigene Idee, weshalb es die Netzgemeinde vermutlich gar nicht gibt. Vor ein paar Jahren, kurz nachdem Tom Cruise auf seinem Sektenkreuzzug den Verstand verloren hatte, kursierte im Netz der Aufruf, an einer Anti-Scientology-Demo vor deren Berliner Gebäude teilzunehmen. Der Zuspruch war enorm. Hunderte, wenn nicht gar Tausende, kündigten an: Ich bin dabei.
    Als ich dann in Berlin aufkreuzte, stand dort ein Häuflein von 30 Demonstranten.
    Wer nur im Internet protestiert, der existiert nicht in der realen Welt. Leider ist es so. Die direkte Konfrontation, das direkte Gespräch von Angesicht zu Angesicht, lässt sich durch keinen Netzkommentar ersetzen.
    Auch nicht durch diesen hier von mir.
    Da liegt der Hund begraben – und das niedliche Katzenbaby.

  79. [...] Kunden, ich bezahle die meisten Steuern >:- ( habe die schlauesten Freunde im Internet, der aktuelle Blogeintrag von Sascha Lobo ist immer der Richtigste. Mein letztes und einziges Buch ist das schönste. Die [...]

  80. DaH says:

    Als 108. Kommentator kann man nicht erwarten gelesen zu werden – aber, lieber Sascha: Du hast doch eine gewisse Reichweite, du kennst doch nahezu alle netzpolitischen Akteure und normalerweise mangelt es dir doch auch nicht an Ideen. Was schlägst du also im Bezug auf diese unsere Vernetzung vor? Ich bin für entsprechende Ideen offen und gerne bereit mit anzupacken.

  81. Antonym says:

    Wer so viel schrei(b)t – wann findet der denn Zeit, gelesen werden zu wollen? “Internetz bietet uns keine Waffe”, würde Timurs Adolf schnoddern.

  82. Hörnchen says:

    Ich persönlich muss gestehen, dass es mich irritiert, dass Sie, Herr Lobo, der sich offenbar für stellvertretend für die Netzgmeinde hält (?), traurig darüber sind, “Gesetze nicht verhindern zu können”. Mich beschleicht glatt der Verdacht, dass da jemand nicht ganz verstanden hat, wie parlamentarische Demokratie funktioniert.

    Ja, es ist betrüblich, dass dumme Gesetze nicht in jedem Fall sofort ausgefiltert werden und wieder in der Versenkung verschwinden (ich persönlich hoffe in solchen Fällen immer noch auf das BVerfG). Aber: Wollen wir wirklich einen Staat, in dem die am lautesten schreiende Interessengruppe Gesetze verhindert? Umgekehrt uU auch Gesetze, die gerecht sind, die gut sind? Ist das dann nicht die Urform des hässlichen Lobbyismus?

    Lieber Herr Lobo, wenn Sie sich allen Ernstes noch über Heveling ärgern: Der ist gar nicht so degeneriert in Computerfragen. Er hat zumindest geschnallt, was “copy+paste” bedeutet. Kleiner Lesetipp: Schauen Sie sich doch einfach mal seine Rede im BT an zum Gesetz zur Einführung des neuen § 217 StGB (Beihilfe zum gewerbsmäßigen Suizid). Sie werden schnell feststellen, dass Heveling die Gesetzesbegründung abgepinnnt hat. Ist wahrscheinlich niemandem aufgefallen, denn wer liest schon die zu Protokoll gegebenen Reden? Oder, noch besser: Wer liest schon die Gesetzentwürfe?
    Was uns auch schon zu einem zentralen Problem – mE auch der Bloglandschaft – bringt: Das Volk der Dichter und Denker schreibt zu viel! Viel zu viel, über jeden erdenklichen Müll. Und das überall. Ich bekomme fast Augenherpes, wenn ich die täglichen Facebookfluten der Belanglosigkeiten lese und das alltägliche Gejammer über den Umgang der Leute miteinander. Es wird so viel geredet, dass Inhalte zer-redet werden.
    Sie, Herr Lobo, haben es oben schon ganz richtig geschrieben: Sie sind verantwortlich dafür, dass die Leute verstehen, was Sie wollen. Sie sind die entscheidene Vermittlung zwischen “Normalos” (als Mensch, der gerade mal einen PC benutzen kann, zähle ich mich dazu) und den “Nerds”, dh. mE eher: den Fachleuten. Wenn Sie wollen, dass die Leute verstehen, was das LSR ist und Sie die Massen dagegen mobilisieren wollen, dann müssen Sie es – Sie sagen es! – erklären! Ich kann die Aufregung darum auch nicht verstehen – denn mir ist die Dimension des LSR nicht klar. Das führt schnell dazu, dass Forderungen missverstanden werden und Menschen, die kluge Gedanken dazu haben, ausgegrenzt und belächelt werden.
    Von einem Versagen der Netzgemeinde kann daher gar nicht die Rede sein: Sie hatten nie eine realistische Chance der Einflussnahme.

  83. Christa says:

    Mensch, Sascha, schön das du so gut zusammengefasst hast! Sieh bitte mal zu, das DU demächst auf die Geburtstag in die Kanzlerämter eingeladen wirst, das wäre ein Schritt in Richtung die Lobbyarbeit, die benötigt wwird. Vermutlich ist dies allerdings wie allen anderen der versagten Netzgemeinschaft irgendwie zuwider. Brich doch mal damit!

  84. Jevermeister says:

    Shitstorm –

    den Begriff habe ich gestern in einer fast 10 Jahre alten Folge von “Sex and the City”, die selbstverständlich nicht ich sondern meine Frau geschaut hat, gehört – diese blonde Nymphomanin benutzt ihn um einen Meckeranfall ihres Liebhabers zu beschreiben.

    Somit wärst Du, Sascha, nicht der Erfidner und kannst wieder ruhig schlafen.
    Dir sei verziehen…

    cheerio

    Nils

  85. Moon says:

    @Fritz
    “stattdessen habt ihr euch Riesensorgen um die Margen von Google gemacht.”

    Wo kommt denn der Bullshit her? Und wieso sollte irgendein Blogger verantwortlich dafür sein, dass die Journalisten sich von den Verlagen ausnehmen lassen?

  86. Oblomov says:

    Danke, Sascha.
    Als weibliche, netzpolitisch interessierte aber nicht-nerdige Person, die altersmäßig zwischen den Youtube-Kidz und der “alten” Generation der vorwiegend männlichen NetzaktivistInnen steht, sehe ich die Versäumnisse an gleicher Stelle.

    Vieles davon ist sicherlich Ausdruck einer mangelnden Professionalität ausgerechnet im Bereich der Kommunikation, aber im nicht-technischen Sinne. Nämlich dann, wenn es um echte Vernetzung und Werbung/PR/Lobby-Arbeit für netzpolitische Themen geht.

    Was mir noch aufgefallen ist, ist eine latente Arroganz der Netz- und Nerdgemeinde genau denjenigen gegenüber, die sie zur Erreichnung ihrer Ziele dringend benötigen würden. Als ob alle die nicht dazugehören irgendwie blöd wären und es unfassbar wäre, andere Hobbies und Interessen zu haben.

    Bleibt zu hoffen, dass sich diese “Anfängerfehler” zugunsten des noch jungen Politikfeldes verlieren.

  87. Oblomov says:

    Ach, ja – und dieser Hickhack zwischen einzelnen VertreterInnen der Netzgemeinde, wenn jemand sich angeblich stellvertretend für die ganze Gemeinde äußert, ist ebenfalls nicht zielführend. Judäische Volksfront oder Volksfront von Judäa. Get over it…

  88. [...] die große Depression. Sascha Lobo kapert den Titel eines ZDF-Dreiteilers und bloggt sich unter Unsere Mütter, unsere Fehler die Wut aus dem Leib, die Wut über die offenbar völlig einflusslose “Netzgemeinde”, [...]

  89. Europarechtler says:

    Okay, ja, die Netzgemeinde hat versagt. Und das LSR ist der Nachweis, dass Korruption in Deutschland tatsächlich funktioniert. Aber zum Glück gibt es noch die last line of defense des Rechtsstaats, das Bundesjustizministerium. Die haben nämlich verhindert, dass das LSR nach der Richtlinie 98/34/EG nach Brüssel notifiziert wird. Die schöne Rechtsfolge: Das LSR ist ungültig. :-) Muss eigentlich nur noch kurz vom Europäischen Gerichtshof bestätigt werden, aber das dürfte eine Formsache sein…

  90. Tsvah'iiyr Siukh says:

    Das Problem ist, so wie ich es sehe, viel weniger, das nicht über diese Themen geredet wird; das Problem ist, das es so verdammt langweilige Themen sind. Ich kann es verstehen, das sich freiwillig kaum jemand mit Netzpolitik beschäftigen will, weil es bisher eine reine Abwehrhaltung war. Wenn ich kein Ziel habe, kann ich auch keines verfolgen. Und nur den Status quo zu erhalten ist doch kein echtes Ziel für so eine Bewegung; keines dafür, die Welt zu verändern.

  91. sohn says:

    Meine Mutter hat die Alzheimer-Krankheit. Sie ist nicht mehr in der Lage ihren Fernseher einzuschalten und sie weiß nicht mehr, wie man sich mit einer Bettdecke zudeckt.

  92. [...] der Bundestag das Leistungsschutzrecht hat durchgehen lassen und Sascha Lobo seine flammende Rede darnieberschrieb, geht auch mir wieder vermehrt durch den Kopf: Wie würde ich meiner Mama oder [...]

  93. “Die Internetdebatten in Deutschland werden außerhalb traditioneller Medien von drei dutzend Leuten geführt, die mehr oder weniger zur digitalen Bohème gehören, freiberufliche Kommunikationsfachleute, wirtschaftlich in der Regel so unabhängig wie Zypern.” – Da kenn ich mindestens zwei Dutzend Leute, die an der Diskussion beteiligt sind und auf die diese Kriterien nicht zutreffen.

  94. Andreas says:

    “Unsere Piratenhoffnung” (…) “Mit dem Angriff Piratens wird das alles in Ordnung kommen, dachten wir so bei uns” (…) Aber der Angriff Piraten ist nicht erfolgt” (…)

    Mensch Sascha, hättest Du Doch das Beitrittsformular ausgefüllt! Weist Du, was das Problem bei den Piraten ist? Nicht der gute Wille, auch nicht die Ideen – es mangelt an Masse!

    Wie Du selber ein paar Zeilen unter dem oben zitierten sagst:
    (…) “na endlich kümmert sich mal jemand um die Drecksarbeit, das verbogene politische System von innen zu erneuern und ich kann weiter von meinem recht gemütlichen Sessel aus die Welt besser bloggen, haha.”
    Genauso isses! Jeder in diesem Land wartet auf irgendeinen, der für ihn die Scheisse aufräumt, die er selbst (durch eigene politische Untätigkeit) verursacht hat. Auch Du, Sascha?

    Meine bescheidene Meinung: Jeder, der über die Piraten oder andere politische Parteien jammert, soll erstmal seinen eigenen Hintern vom Bürostuhl hochhieven und sich engagieren! Jeden dieser Meckerfritzen will ich auf der Straße, beim Stammtisch, auf der Demo, beim Infostand oder als Kandidat auf dem Wahlzettel sehen!
    Wenn ganz Deutschland zwar Weltmeister im Rumstänkern ist, aber sich selbst für zu fein hält, sich seine eigene politische Meinung abseits vierbuchstabiger Tageszeitungen zu bilden, sich selbst die Finger dreckig zu machen und seine politische Meinung aktiv in die Waagschale zu werfen, dann braucht sich keiner zu wundern wenn… warte mal, wie hast Du das so schön formuliert:
    (…) “ihre guten, weil empathischen Leute ausbrennen” (…).
    Genau so isses.

    Wenn nun also die Netzgemeinde “vom Niedergang der Piraten schwer getroffen” ist, dann sage ich ihr: vom Niedergang kann ich nur sprechen, wenn die Ratten das sinkende Schiff verlassen! Also, wer nicht zu fein und zu feige ist, sich zu engagieren, der soll anheuern und mithelfen, dieses ach so oft angeblich im sinkenden Zustand gesehene Schiff wieder flott zu machen.

    Und an alle anderen: Ihr habt aufgegeben! So sei es! Aber hört mit dem Gemeckere auf solange ihr selbst nichts tut, ausser zu twittern oder ein paar Blogeinträge zu verfassen! Und geht das nächste Mal gefälligst zur Wahl!

  95. EricVanDong says:

    Würden mal einige blogger aufhören sich immer einen wichsen zu wollen, käm man vielleicht ein schritt um den anderen voran.
    Hauptsache ein paar Intelligenz suggerierende Wörter in einem ellenlangen Text ohne rotes Fädlein untergebracht. C’mon Sascha, da bin ich besseres von dir gewohnt.

  96. Marvin says:

    Treffend beobachtet.

    Doch das #LSR ist nur das jüngste Beispiel in einer ganzen Reihe von Niederlagen und Versäumnissen. Warum zum Beispiel hat die sogenannte Netzgemeinde es noch nicht auf die Reihe bekommen, eine “Fair Use”-Regelung für das Urheberrecht auch in Deutschland durchzusetzen? Dann müsste man sich auch nicht über die Deckelung von Abmahnkosten unterhalten. Oder warum sehen wir tatenlos zu, wie YouTube hierzulande massenhaft Videos sperren muss, weil die GEMA sich nicht mit Google einigen kann? Stattdessen lassen wir uns sogar noch ein Leistungsschutzrecht für Pressetexte aufdrücken – Deutschland mausert sich zu einer regelrechten Problemzone für Netzkultur und Informationsfreiheit.

    Die sogenannte Netzgemeinde ist eben keine echte Gemeinschaft. Wir haben keine Lobby, die unsere Interessen auch mal analog, soll heißen: außerhalb des Webs, vertritt. So lange wir in unserer digital-hermetischen Biosphäre verweilen, wird sich daran auch nichts ändern. Die Piraten haben den Schritt gewagt und sind grandios an der Erkenntnis gescheitert, dass Politik eben doch mehr als nur Netzpolitik ist. Um netzpolitische Themen vernünftig an den Mann, die Mütter oder die Merkel zu bringen, muss man keine Partei gründen – da würde auch professionelle und gut organisierte Öffentlichkeitsarbeit genügen. Nicht mehr und nicht weniger.

  97. Dalim says:

    …ganz großes Tennis!
    Also, ich meine natürlich den Schreib-Stil und die inhaltliche Seite. Besonders hat mir deine Erkenntnis in Bezug auf die Notwendigeit aufrichtiger Wut imponiert. Ja, im Grunde können wir nur uns selbst verfluchen und ich habe großen Respekt davor, dass du das so humorvoll umsetzt.
    Bei AiN Music wurdest du daher auch, neben Ray Kurzweil, zum (W)AiN des Monats gewählt.
    Glückwunsch…

  98. [...] hatte ich schon länger im Hinterkopf und habe sie jetzt – vielleicht auch ein wenig durch eine aktuelle Diskussion in meiner Filterbubble – endlich mal umgesetzt: die Ponytime lässt sich jetzt auch als YouTube-Channel abonnieren. [...]

  99. [...] //Nachsatz: Ich nenne es deswegen Merkelinternet, weil ich noch auf den versprochenen “Ausbau” von 2008 warte: Klick. Det is’ jetz so’n bisschen so, wie mit der “Energiewende”. Und jetzt geht mich #bashen. O-Ton Lobo: Eine E-Petition starten, um Angela Merkel zu beeinflussen – das ist wie den Laptop zuklappen, um das Internet anzuhalten: Klick. [...]

  100. [...] Lobo hat die Debatte mit seinem Artikel “Unsere Mütter, unsere Fehler” begonnen. Er “beklagt, dass es in Sachen Leistungsschutzrecht nicht gelungen sei, die jungen [...]

  101. mister-ede says:

    Sehr geehrter Herr Lobo,

    Anlässlich des Gründungstages des Europarates, will ich Sie nach “Europia” einladen. Der Europarat ist weit mehr als die EU oder gar der Euro, der Europarat ist das Bekenntnis zur gemeinsamen Verantwortung. Genauso ist für mich „Europia“ mehr als ein Staatenbund, eine Zollunion oder ein Verteidigungsbündnis. „Europia“ ist für mich eine Gesellschaft der Zukunft.

    http://www.mister-ede.de/politik/europia/1992

    Ich würde mich freuen, Sie auf dem Weg nach “Europia” begrüßen zu können.

    Beste Grüße
    Mister Ede

  102. Mein Resümee aus der Geschichte:

    - Demokratie muss man lernen, dazu ist viel Fleiss, Toleranz und Disziplin notwendig und die haben die meisten Meinungsäusserer nicht. Egal ob im Netz oder nicht.
    - Unternehmer äussern sich politisch nicht, weil sie von der Masse als grundsätzlich kategorisiert gelten – warum also die Mühe machen. Wenn das Umfeld anders denken würde, wäre das vielleicht anders. Ich bin eine Ausnahme und muss dafür bezahlen.
    - Das LSR war ein mutiger Angriff einiger Verlage und zugeordneten Politikern gegen die Allmacht von Google und Co. – mein zweiter Satz hat die reflexartige Abneigung der Netzszene beschrieben – ob man sich damit beschäftigt hat oder nicht. Unternehmer und das was sie machen ist ja grundsätzlich Scheisse.
    - Deutschland ist ein Land der Streiter, dabei geht es aber, wie im Kleingartenverein, nur um den Streit an sich und nicht um die Sache, wo wir uns wieder dem ersten Satz anschliessen müssen.

    Und diese Schleife funktioniert in Deutschland seit der Gründung der Bundesrepublik.

  103. [...] Sascha Lobo hat in seinem Blog geschrieben, dass wir alle mal was machen sollen, anstatt immer nur vor uns hinzubloggen. Stimmt ja schon irgendwie, was bringt das, zehn Jahre lang was ins Internet bloggen und was kommt [...]

  104. [...] sfida politica dei Pirati tedeschi non è ancora persa. Sebbene il più famoso blogger tedesco, Sascha Lobo, abbia recentemente annunciato la sconfitta culturale dei pirati, in relazione all’approvazione da parte del Bundestag di una legge restrittiva sul diritto [...]

  105. [...] Sicher: Durch die starke Vereinfachung fallen viele Details hinten runter. Doch gerade die etablierten Netzaktivisten können hier noch eine Menge lernen wenn es darum geht, für ein Thema zu sensibilisieren, Bewusstsein zu schaffen und zu mobilisieren. Gerade daran ist die “Netzgemeinde” zuletzt beim Leistungsschutzrecht grandios gescheitert. [...]

  106. [...] Sicher: Durch die starke Vereinfachung fallen viele Details hinten runter. Doch gerade die etablierten Netzaktivisten können hier noch eine Menge lernen wenn es darum geht, für ein Thema zu sensibilisieren, Bewusstsein zu schaffen und zu mobilisieren. Gerade daran ist die “Netzgemeinde” zuletzt beim Leistungsschutzrecht grandios gescheitert. [...]

  107. “Niemandes Mutter weiß, was das Leistungsschutzrecht ist, und es wäre unsere Aufgabe gewesen, es zu erklären und die Erklärung zu verbreiten.”

    Kann man eins zu eins auch so schreiben: “Niemandes Mutter weiß, was das Bedingungslose Grundeinkommen ist, und es wäre unsere Aufgabe gewesen, es zu erklären und die Erklärung zu verbreiten.”

    “Wir” brauchen einen guten Erklär-Bär.

  108. publicminx says:

    piraten sind primaer antimodernistische erzkonservative oekosozialisten. und nein, ein bisschen poweruser-dasein und linux-apple-hacking macht noch nicht progressiv oder gar liberal. ganz im gegenteil. gruene sind pauschal erzkonservativ. die waren auch gegen das internet an sich (wie praktisch gegen die meiste technik. diese defizitaere fehlpraegung hat sich bei den meisten piraten erhalten, inklusive der datenparanoia, die zu antiaufklaererischen resultaten wie google map nebula fuehren).

  109. […] Sascha Lobo im März einen Artikel, der ein paar Tage lang rauf und runter diskutiert wurde: “Unsere Mütter, unsere Fehler“. Er analysiert dabei das Versagen der Netzgemeinde(tm) in den politischen […]

  110. Day says:

    “Kann man eins zu eins auch so schreiben: “Niemandes Mutter weiß, was das Bedingungslose Grundeinkommen ist, und es wäre unsere Aufgabe gewesen, es zu erklären und die Erklärung zu verbreiten.”

    “Wir” brauchen einen guten Erklär-Bär.”

    Ich sehe das genau so wie Stephan, Wissen sollte komprimiert und an Unwissende vermittelt werden. Vor allem jetzt im Zeitalter der Medien und Informationen ist es meiner Meinung nach nicht mehr abwegig die Theorie aufzustellen, dass alle alles wissen könnten.

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