Thilo Sarrazin entlassen – Protest per Google SideWiki

Die jüngsten Äusserungen von Thilo Sarrazin sind, wenn sie wie von den Medien kolportiert lauten, offen rassistisch. Sie enthalten die klassische Rassismus-Konstruktion “Schwarze sind halt dümmer” in Reinform. So etwas sollte niemand sagen – für einen Bundesbank-Vorstand, zu dessen Aufgaben zumindest inoffiziell auch internationale Repräsentation gehört – ist es absolut untragbar. Thilo Sarrazin, der Rassist, muss zurücktreten. Ich glaube auch, dass er zurücktreten wird, oder vielmehr zurückgetreten werden wird. Um der Angelegenheit noch mehr Schwung zu verleihen als ohnehin schon, habe ich ein Instrument angewendet, das ich für die Zukunft des Netzprotestes halte (wenn auch eher eine mittelfristige Zukunft). Nämlich Google SideWiki. Mit diesem Tool können auf beliebigen Websites Kommentare von Nutzern hinterlassen werden (rein technisch sind sie nämlich nicht auf der Website, sondern werden zusätzlich vom Browser abgerufen). Sichtbar sind diese Kommentare für alle, die Google SideWiki, zum Beispiel als Teil der Google Toolbar installiert haben. Und so sieht die offizielle Seite der Bundesbank, auf der Thilo Sarrazin vorgestellt wird, aus, wenn man Google SideWiki aktiviert hat.

Nachtrag: Ich habe eine Anfrage an die Pressestelle der Bundesbank geschrieben.

Kleine, unvollständige Linkschau:
Nadine Lantzsch über den Sarrassisten
Auf Unpolitik sieht Stefan Graunke den “Tilosoph” als Volksverhetzer am Ende seiner Laufbahn.
Auf Spiegel Online ein analysierender Kommentar von Yassin Musharbash, der zum Schluss hin ganz sachte Sarrazins Rauswurf fordert.
Internationale Aufmerksamkeit findet auch statt, hier die Daily Mail, die davon raunt, dass geraunt wird, dass Sarrazin rausfliegen könnte.

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