Abstimmung: Mein Vortrag auf CeBIT Webciety und re:publica 2010

lautsprecher_cbs_fan_flickr_smallAnfang März findet die CeBIT Webciety* statt und der “Call for Papers” für die re:publica 2010* im April läuft auch auf vollen Touren. Ich habe mich entschieden mitzucallen und so den Vortrag bestimmen zu lassen, den ich auf beiden Events vortragen möchte. Denn ich habe der Öffentlichkeit selbstredend eine Menge mitzuteilen, und zwar in so ziemlich allen Bereichen. Aber was für einen Vortrag mit welchem Thema (Rente fällt aus verschiedenen Gründen weg)?

Diese Frage möchte ich hier beantworten. Oder viel mehr: beantworten lassen, und zwar durch diejenigen, die den Vortag auch ertragen müssen. Deshalb findet sich hier ein öffentliches Voting, welches Thema ich beleuchten soll. Ich habe vier Themen skizziert, von denen ich glaube, dass das re:publikum und die Webciety-Besucher sie von mir hören wollen würden. Hier im Blog wird das Thema ausgewählt. Im von mir betreuten, offziellen CeBIT-Blog, dem 01blog, werde ich den hier ausgewählten Vortrag danach in einem öffentlichen Prozess ausarbeiten, was die Struktur angeht. Dort werde ich auch gern auf Vorschläge für inhaltliche Schwerpunkte eingehen. Die konkreten Inhalte trage ich aber erst auf der Bühne vor. Damit beide Veranstaltungen besuchende Personen und Streambenutzer auch etwas davon haben, werde ich mit der Live-Erfahrung auf der CeBIT Webciety den Vortrag für die re:publica deutlich weiterentwickeln.

Deadline für die Abstimmung ist Freitag, den 8. Januar 2010 um 12 Uhr Mittags.

Hier nun die Auswahl der Themen:

1) How to survive shitstorms
In diesem Vortrag möchte ich von meiner vielfältigen Erfahrung mit so genannten “shitstorms” berichten, also mit den seismischen Empörungswellen, die regelmäßig durch das Internet rollen. Ob zur Gründung der Blogvermarktung adnation, anlässlich meiner Kritik an der Piratenpartei, zur Vorstellung des Internet-Manifests oder zu anderen Anlässen – mit schöner Zuverlässigkeit habe ich alles mögliche zwischen konstruktiver Kritik und aggressiven Beleidigungen oder Bedrohungen erfahren dürfen. Und nicht nur ich; die Zahl der Menschen, Unternehmen und Institutionen, die sich mit Kritikkaskaden und Entrüstungsstürmen bis hin zum Webmob auseinandersetzen müssen, nimmt ständig zu. Aber wie geht man damit um? Wie reagiert man, wenn man im shitstorm steht? Wie fühlt sich ein shitstorm überhaupt von innen an? Welche Kritik nimmt man sich zu Herzen, welche lässt man lächelnd an sich abperlen und welche ignoriert man noch nicht einmal? Und wie bekommt man es hin, die eigene Shitstormability zu erhöhen? Gibt es Nachwirkungen und Spätschäden von shitstorms? Ein Vortrag für die ganze Familie.

2) Wie geht eigentlich Selbstvermarktung?
Das ist (in verschiedenen Varianten) eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden. Mit diesem Vortrag möchte ich sie umfassend beantworten. Ich werde zwar keine Patentlösung für alle vom Schubladenroman-Autor bis zum Social Media Berater mit den viertmeisten Identica-Followern im Raum Göttingen-West präsentieren können, aber doch erklären, wie diese ominöse Selbstvermarktung in verschiedenen Situationen funktionieren kann. Zum Beispiel, indem man begreift, dass es sich zwar um eines der schmierigsten Worte der deutschen Sprache handelt – aber der dahinter liegende Mechanismus, nämlich Menschen zu überzeugen, essentiell ist für ganz viele Lebensbereiche. Besonders geeignet für Menschen, die darauf angewiesen sind, für ihr Geld zu arbeiten, übrigens unabhängig von Selbständigkeit oder Festanstellung. Dieser Vortrag enthält einen step-by-step-Sonderteil mit den drei Schwerpunkten “Wie komme ich in die Medien, ey?”, “Wie bekomme ich mehr Follower auf Twitter, menno!” und “Frisuren”.

3) Die Zukunft des Internet – konkret & ohne Buzzwords (+ 5 Geschäftsmodelle der Zukunft)
Das wunderbare Internet liegt 2010 nackt und glitzernd vor uns – aber politische Turbulenzen bedrohen es, technische Neuerungen prasseln mit hoher Taktzahl und viel Getöse auf uns nieder und verschiedene Interessengruppen pendeln je nach Überzeugung und Branche zwischen selbstbesoffener Euphorie und aggressiver Verzweiflung. Wohin wird sich das Internet entwickeln? Wie könnte es in fünf Jahren aussehen, wie sollte es in fünf Jahren aussehen? Und wie in zehn? Kann man das überhaupt mit ausreichend großer Scharlatanerieferne vorhersagen? Auf welche Pferde sollte man jetzt setzen, privat, beruflich, wirtschaftlich, investitionsorientiert? Wieso maße ich mir überhaupt an, sowas anderen Menschen und Unternehmen zu erzählen? Das Besondere an diesem Vortrag ist, dass ich mir vorgenommen habe, ihn buzzwordfrei zu halten, so dass jeder seine Mutter mitbringen könnte und auch sie alles verstünde. Außerdem möchte ich so konkret werden, dass man mir im Nichteintretensfall in fünf Jahren alles um die Ohren hauen kann. Als exklusiven, danach nicht im Internet veröffentlicht werdenden Bonustrack stelle ich fünf Geschäftsmodelle vor, die in der vorgestellten Zukunft Erfolge feiern könnten. Eines davon gründe ich 2010 selbst.

4) How to hype
Hype und Buzz, was ist das überhaupt? Und wie erzeugt man ihn fach- und sachgerecht, ohne John Lennon zu erschiessen, sein Blog zu verkaufen oder sein Kind in einen Heliumballon zu stecken? Ist Geld die entscheidende Größe? Ist ein Hype vorausberechenbar oder sogar garantierbar? Wie geht man mit Reaktanzen um? Was steckt hinter dem Phänomen der Microöffentlichkeiten? Stehen DAX-Konzerne im Jahr 2010 ohne eigenen Twitter-Account wirklich unmittelbar vor der Insolvenz? In “How to hype” gehe ich mit diesen Fragen um, die sowohl für große Marken als auch für Kleinstunternehmen relevant sind – eigentlich für jeden, dessen Job oder Leidenschaft professionelle oder auch nur zielgerichtete Kommunikation erfordert. Denn die temporäre mediale Aufmerksamkeit folgt bestimmten Regeln – in der Regel. Besonders in Zeiten, wo jeder ein bis drei Medienimperien in der Jackentasche mit sich herumtragen kann, ist es nicht verkehrt, diese Regeln zumindest zu kennen. Ob man sie anwendet und dann schnell noch Vortrag eins hören möchte oder das Wissen lieber benutzt, um kritisch informiert hinter die Kulissen der Aufmerksamkeitsindustrie blicken zu können, bleibt jedem selbst überlassen (leichte Überschneidungen mit Vortrag 2).

Und hier kommt das Voting.

* Die CeBIT Webciety habe ich mit CE+CO für die Deutsche Messe AG entwickelt und die Durchführung betreut; 2010 wird das wieder der Fall sein. Mit den Machern der re:publica bin ich multipel wirt- und freundschaftlich verbandelt.

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