Das Internet-Manifest. Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.

1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.

5. Das Internet ist der Sieg der Information.
Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.

6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.

7. Das Netz verlangt Vernetzung.
Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.

8. Links lohnen, Zitate zieren.
Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.

9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.
Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.

10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.

11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren.

13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.

14. Das Internet kennt viele Währungen.
Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.

15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.

16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.

17. Alle für alle.
Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.

Internet, 07.09.2009

Markus Beckedahl
Mercedes Bunz
Julius Endert
Johnny Haeusler
Thomas Knüwer
Sascha Lobo
Robin Meyer-Lucht
Wolfgang Michal
Stefan Niggemeier
Kathrin Passig
Janko Röttgers
Peter Schink
Mario Sixtus
Peter Stawowy
Fiete Stegers

CC-BY

Update: Hier ist eine Wikiversion des Internet-Manifest, die von allen bearbeitet werden kann.

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This Post Has 74 Comments

  1. Twitterbot says:

    Wenn ich kurz zitieren darf:

    @jensscholz:
    #Internetmanifest wäre qualitativ besser und konsequent, wenns in internetweise – also per Crowd- entwickelt würde. So nur öde #gemeinplätze

  2. Florian says:

    Hmm… auf jeden Fall interessant. Ich finde gut wie ausführlich auf die Vielfalt eingegangen wird, was mir jedoch fehlt ist, dass diese Informationsvielfalt eine enorme Steigerung der Medienkompetenz des Nutzers verlangt. Der Nutzer muss selbst kompetent genug sein alle Dinge aus dem Internet aufzunehmen, zu vergleichen, zu evaluieren.

  3. Yohann says:

    Internet ist ein Archiv der Zeitgeschichte…

    Als Dozent in Geschichte und als Bürger, gefällt mir es diese Idee. Es ist auch ein mächtiges Mittel für Demokratie. Es gibt keine echte Demokratie ohne Erinnerung.

  4. Robin Feder says:

    So lange Deutschland 5 Jahre hinterherhinkt wird die deutsche Rechtssprechung und Politik 10 Jahre hinterher hinken. Aber gut formuliert!

  5. Wahrsager says:

    Also ich würde das eher 17 Binsenweisheiten nennen. Gute Nacht, deutsche Medienbranche.

  6. gregor says:

    Was für eine [Unflätigkeit], Lobo Du bist ein Vollspacken, geh [Unflätigkeit]!

  7. “6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.” Das ist kein Deutsch, da fehlt ein “und” oder schlechter: ein Schrägstrich.

    Damit ist diese 6. These auch schon ein bisschen widerlegt, zumindest wenn es um den Schutz der deutschen Sprache geht. 15 Autoren schreiben mit und keiner findet den Fehler.

    Dafür gibt’s bei Zeitungen die Schlussredakteure. Aber leider werden sie immer weniger.

    Verbessert. Beim übertragen ist ein Tag weggefallen. SL

  8. Tom says:

    @Lars-Michael

    Mh. Ich glaube auch, dass 5 Punkte gereicht hätten, aber wahrscheinlich würden die dann ja gelesen – noch dazu: Man hätte sich konzentrieren müssen und mehr Kernaussagen herausstellen müssen.

    Aber meckern können wir ja immer gut!
    :-)

  9. ork says:

    tl;dr
    17 schwafelige Punkte sind zu viele. Weniger ist mehr. Nicht mehr ist mehr.

  10. prporuz says:

    Gestern hab ich ein Internet-Manifest erstellt. Das war nach ein paar Stunden schon schrott, weil irgendwie Kritik ins Manifest gekommen ist. Fand ich schon wunderlich, weil ich nur in Blognähe war. Kostete mich dann über 9000 Stunden Reperatur, weil Sascha Lobo dafür keine Garantie übernehmen wollte. Heute hab ich es zurückbekommen. Dann sofort der nächste Schaden: Das Manifest wird kaputtgeredet. Einfach so. Ohne Akzeptanz ist das Manifest aber weitgehend wertlos. Mal schauen, was Sascha Lobo sagt und ob diesmal die Garantie wenigstens zieht. Ich ärgere mich nur, dass ich soviel Zeit in ein Internet-Manifestinvestiert zu haben, das innerhalb von Stunden zum zweiten Mal kaputtgeredet wird. Und mich jetzt wieder mit dem Sascha Lobo rumärgern darf. Nochmal bin ich nicht bereit, Zeit dafür zu investieren.

  11. [...] Das Internet-Manifest. Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen von Sascha Lobo et al. 1. Das Internet ist anders. 2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche. 3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet. 4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar. 5. Das Internet ist der Sieg der Information. 6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus. 7. Das Netz verlangt Vernetzung. 8. Links lohnen, Zitate zieren. 9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs. 10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit. 11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information. 12. Tradition ist kein Geschäftsmodell. 13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht. 14. Das Internet kennt viele Währungen. 15. Was im Netz ist, bleibt im Netz. 16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität. 17. Alle für alle. aus Delicious/steinhobelgruen  Linkdump       [...]

  12. Heiko says:

    Wir diskutieren drüben beim Stefan. Wenn Du Lust hast, schau einfach mal vorbei.

    Grüße,

    Heiko.

  13. Daniel says:

    Vielen Dank für diese 17 großartigen Behauptungen: “Das Internet ist anders”, “Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet” und “Alle für alle” haben es umgehend in meine Top 10 der sinnleeren Allgemeinplätze geschafft.

  14. HuH says:

    Hey! Alles supi! So hätte ich das nie so toll vormuliren können (muss noch mal kurz auf wikipedia nachschaun wie man das schreibt – bin nämlich auch tscheneräschön wikipedia!!!) wo kann ich unterschreiben (ne- sagt ma ja jetz “zeichnen” dazu…keine ahnung warum?!)? Revolution! Toll! Danke noch mal, dass ihr mir das noch mal erklärt habt mit diesem inter-dingens!

  15. Heiko says:

    @laurenciusMD

    @GingcoCC

    Sind die beiden Spam oder Twitter. Wie auch immer, auch so kommt man auf werbeverkaufsrelevante Zugriffszahlen.

    Heiko.

  16. Heiko says:

    @Markus Göbel: Dann wäre da noch der „zentrale Eckpfeiler“, aber darüber haben sich schon viele an anderer Stelle ausgiebig amüsiert. Inhaltlich gibt es hier nichts mehr zu holen, da mühen sich andere besser ab.

    Heiko.

  17. HuH says:

    oder bin ich gener nation upblöd. ne – generation c64 (obwohl – hab doch einen amiga gehabt – ist das dann eher generation amiga?????????) generation 2.0 find ich ganz gut! da will ich dabei sein! zeichnen!!!! geil.

  18. Heiko says:

    Super, die ersten Heise-Trolle fallen drüben beim Stefan ein. Die besseren „Mädels“ von denen sind so was von gewieft, da habt ihr echt Mühe, die wieder los zu werden.
    Mit berliner Katzencontent wird man die nicht los. Da müsst ihr schon ein wenig mehr bringen. Es wird auf jeden Fall ein spannender Abend – das ist besser als 3sat.

    *chipsundbierauspack*

    Heiko

  19. M. says:

    Es wäre so schön, wenn Sie Recht hätten, Herr Lobo. Allein in der Praxis finden ihre Thesen und Forderungen betrefflich des Online-Journalismus anders aus. Dort werden leider keine Honorare in der Höhe gezahlt, wie sie im Print üblich sind. Dort wird nicht auf die Qualität in dem Maße geachtet, wie es im Print üblich ist. Dort ist deer Übelebenskampf ungleich härter. Dort heißt es: “Wenn ich die 3.000 Zeilen nicht für 50 Euro schnellstens abliefere, tut’s ein Hobbyschreiber, der ohne Qualifikation für ein Dumping-Honorar arbeitet…”

    Dass die Qualität des Online-Journalismus darunter arg leidet und schon alleine aus Zeitmangel im Allgemeinen schlecht recherchiert ist, können sie sich freilich denken, oder?

  20. Puhs Blog says:

    Das Internet-Manifest…

    Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
    1. Das Internet ist anders.
    Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realit…

  21. dolce says:

    Ich finde den Titel total irreführend. Er reduziert das Internet auf eine PLattform der Journalisten und deren selbsternannten Nachfolger. Eigentlich müsste der Untertitel der Titel sein.

  22. und wenn man seinen eigenen Namen nicht richtig schreiben kann, wird es schwierig mit der offiziellen Stimmabgabe… also nochmal:

    Unterschreibe es genau so!

  23. XCylo7 says:

    Sehr schade. Eine gute Chance wurde vertan. Ein kraftvolles, aussagekräftiges Manifest wäre hilfreich und sinnvoll gewesen, aber diese 17 Thesen sind sprachlich überraschend schwach, inhaltlich zu großen Teilen banal, redundant oder beliebig und werden deutlich zu wenig konkret.

    Ich bin ehrlich gesagt massiv enttäuscht – hatte mir etwas von der Qualität des Cluetrain Manifesto erhofft.

  24. Karl Keule says:

    und schon wieder ein Manifest, von Menschen, die das Wort Manifest wohl falsch verstanden haben und für eine breite Schicht sprechen wollen.
    Für das Internet braucht es kein Manifest, es reicht die Beachtung des Grundgesetzes insbesondere des Artikels 5GG. Aber über dieses “Manifest” wird wohl leider diskutiert werden, reine Zeitverschwendung, lasst uns über wichtigere Inhalte reden.

  25. [...] Das Internet-Manifest. Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen Eine inhaltliche Zusammenfassung in 17 Punkten all der unzähligen Diskussionen zwischen Bloggern und Journalisten, der Zensursula-Debatte, der Motivationsbasis der Piratenpartei, über das Urheberrecht und weiterer zentraler Gedanken. Für Insider wahrscheinlich todlangweilig, weil nichts weiter als eine Zusammenfassung hundertmal wahrgenommener Diskussionsinhalte – in der Summe jedoch ein Meilenstein des digitalen Bewusstseinswandels und des kulturellen Umbruchs, dessen Zeugen wir gerade werden. Geschrieben von 15 bekannten Internet- und Medien-Persönlichkeiten, von Markus Beckedahl über Sascha Lobo bis Fiete Stegers. (tags: Internet Gesellschaft Politik Medien Journalismus Wandel) [...]

  26. K.P. says:

    Also ich finde dieses Manifest total langweilig und ehrlich gesagt blablabla. Fügt sich gut in den Großteil der aktuellen Diskussion ein – siehe Inetbib.

    Gerade Punkt 5. ist doch besonders dümmlich. Heute wie damals ändert sich nichts daran, dass man nur an jene Information kommt die man 1. haben möchte und 2. von irgendwem bereitgestellt wird…

    Auch Punkt 11. „Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.“ Meine Fresse, was für ein blabla. Klingt wie Versicherungswerbung… Mehr Information führt nicht immer zu mehr Freiheit, sondern „gute“ Information.

    Dieses Manifest bleibt quasi alles schuldig was es verspricht und das ist besonderes bitter, weil es fast alle wichtigen „Web 2.0 – Größen“ Deutschlands unterschrieben haben…

  27. paxos says:

    Ach wollen sich die Alpha-Blogger wieder mal wichtig machen. Braucht ihr wieder Geld?

  28. Nach dem Lobos Job bei Vodafone ja weitestgehend in die Hose ging versucht er sich wohl als (Mit-)Luther oder Moses des Internets ohne davon auch nur ansatzweise eine Ahnung zu haben – vielleicht als Journalismus-Manifest geeignet jedoch als Internet-Manifest eine Frechheit. Ich finde es ja gut, dass Ihr euch gerne zu blamieren scheint, aber langsam nervts echt.

    Tut uns allen doch den Gefallen und nennt das “Thesen” und vor allem macht nicht der Welt glauben alle im deutschen Internet seien so merkbefreit – der Eindruck kommt leider inzwischen auf -.-

  29. Thomas says:

    Eine Reaktion auf die Hamburger Erklärung, die scheinbar ehr spaltet, als das Grundproblem zu lösen.
    Ich finde man sollte sich mal zusammensetzen und versuchen einen Kompromiss zu finden.

  30. Oliver says:

    Das Manifest ist leider kein Manifest für Qualität der Information, sondern eine blauäugige Propagierung der Selbstüberschätzung und eine Diffamierung solider Ausbildung. Wie man vernünftig recherchiert und Behauptungen überprüft, wann etwas als belegt erachtet werden kann ist nicht trivial sondern seinerseits der Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion. Zu glauben, dass die “Generation Wikipedia” das, was leider Gottes noch nicht einmal jeder Wissenschaftler beherrscht, qua himmlischer Erleuchtung einfach so kann ist naiv und in seiner Religiosität für die tatsächliche Qualität der Information gefährlich. Denn ja, jeder kann im Internet alles publizieren. Auch den größten Mist. Und es ist eben keineswegs trivial, die Falschbehauptungen von Neonazis, Kreationisten, Präastronautikern etc. zu entlarven und es kommt pausenlos vor, dass sich jemand in Diskussionen auf irgendwelche Webseiten dieser Art als “Beleg” stützt.

    Auch und gerade auf Wikipedia ist keineswegs die Qualität maßgeblich sondern das soziale Netzwerk. Was besteht und was vergeht, darüber entscheidet nicht Qualität sondern das Urteil eines Admins. Das kann auch ein Versicherungsvertreter sein, der sich zum Naturwissenschaftler berufen fühlt und die Behauptungen eines Michael Behe für nachvollziehbar hält.

    Wissen ist nicht trivial. Es kommt nicht durch einen Lichtschein vom Himmel, sondern es muss sich hart erarbeitet werden. Dazu gehört auch das Wissen, wie ich solide recherchiere. Wer dieses Wissen als Ausnahme propagiert, argumentiert nicht seriös.

  31. Patricia says:

    Klasse, dass so die Diskussion in Schwung kommt. Nur beinhaltet das Manifest Vieles, was uns längst bekannt ist. Deswegen würde ich es nicht als revolutionär bezeichnen.

  32. anonym aber sachlich says:

    Das ist alles schön. Kollektives Wissen, freie Information, e.t.c.. Die “Menschwerdung” des Menschen wurde aber auch schon vor der Erfindung des Internet´s mit Erfolg betrieben. Nicht nur das Internet ist schützenswert sondern auch z.B. das Arbeitsrecht. Auf dieses wirkt sich das Internet sehr negativ aus?!

    Diskussionen und Debatten in Blogs bezüglich des Internets sind oft verzerrt und parteiisch. Das liegt in der Natur der Sache. Es gibt viele Menschen die keine Zeit(wgn. Ausbildung oder Arbeit) oder keinen Internetanschluss haben. Gerade diese Menschen hätten wesentliche Dinge zur Diskussion beizutragen.

    Ich arbeite gerade an meinem Hochschul-Diplom für visuelle Kommunikation. Das Internet nutzt mir an diesem Punkt leider gar nichts. Weder als Tesen- noch als Informations-quelle.

    Euren Thesen fehlen leider die Beweise. Diese werden doch wieder von Professoren und deren Studenten erbracht und sind erst dann überhaupt relevant und bieten wirklich handfeste Bezugspunkte für Erkenntnisgewinn. “w.z.b.w.” ist nicht out, nur weil es nicht hip klingt.

    Ich lese “Dinge geregelt bekommen – ohne einen Funken Selbstdiziplin”, wenn ich dazu komme. Diese Buch hilft mir in meiner Situation sehr! Es wurde mir geschenkt, ich hab mich sehr gefreut.

    Viele Grüsse

  33. Ronald says:

    Wo ist der Knopf zum Ausdrucken?
    Mein Vorschlag für Nummer 18: Das Internet ist besser mit Usability.

  34. Christian Maria Fischer says:

    Das Internet wird völlig überschätzt. Es steckt noch völlig in den Kinderfüßen. Besser gesagt in der Pubpertät.

  35. Lukas119 says:

    Sehr interessant. Da Journalismus nur eine Facette des Internets ist, habt Ihr euch mal Gedanken gemacht über andere Aspekte wie .Z.B. NonProfit NGO´s, Umwelt oder sogar Welt-Journalismus (deutschsprachig) im Netz? Vom local to global sozusagen… Die weitere Entwicklung und eure Gedanken würden mich auch interessieren.

  36. Geldgrube
    Sie ist auf der Suchaufgabe nach einer Lösung für das anstehendeb Problem
    Geld Online verdienen kann zurzeit zu Tage jeder weshalb es für viele noch Lösungen zu finden gibt.

  37. Jonas says:

    Geld verdienen im Internet
    das müssen jetzt die großen Verlage tun. Der Trend geht ganz klar zum Internet und gegen die üblichen Zeitungen aus Papier. Schon jetzt lesen ja schon viele Menschen die Zeitung über ihr iPad. Also eine große Aufgabe des Journalismus dies zu bewältigen.

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