Archive for February, 2009

Die hässliche Fratze des DFB

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Der Deutsche Fussballbund und sein Präsident Theo Zwanziger kämpfen mit schmutzigen Tricks gegen die Meinungsfreiheit. Sie versuchen, über die Prozesskosten einen einzelnen Journalisten und Blogger in den finanziellen Ruin zu treiben – obwohl die juristische Position des DFB aussichtslos erscheint. So möchte der DFB einen Kritiker mundtot machen und droht implizit allen anderen. Ich möchte deshalb zu spenden für Jens Weinreich aufrufen. Mehr Informationen hier.

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Warum Eure Schuhgröße im Netz stehen wird – Halbautomatische Kommunikation und was das mit einem eigenen Facebook-Browser zu haben könnte

schuheimnetzFür den Tagesspiegel habe ich auf Anfrage von Joachim Huber, der dort das Medienressort leitet, einen Text darüber geschrieben, der einer interessanten Frage nachzugehen versucht: Warum stellen Menschen alle möglichen persönlichen Informationen offen ins Internet? Der Artikel trägt die Überschrift “Warum meine Schuhgröße im Netz steht” und ist am letzten Sonntag auf Papier gedruckt erschienen und hier auch auf tagesspiegel.de zu finden. Hier möchte ich ihn ein wenig weiterentwickeln in Richtung Zukunft des Internet.

Im Artikel steht zusammengefasst, dass mit der Entwicklung der digitalen Gesellschaft viele soziale Funktionen inzwischen im Netz stattfinden – und dort mehr zusätzliche Informationen benötigen als das bloße Kommunikat selbst. In der Kohlenstoffwelt hat man von Kleidung über Frisur bishin zu Gestik und Mimik viele Instrumente der nonverbalen oder begleitenden Kommunikation, die überhaupt erst einen geeigneten Kontext für die direkte Kommunikation herstellen.

Der für mich derzeit interessanteste Punkt dieser Begleitbotschaften ist die halbautomatische Kommunikation im Netz. Bei verschiedenen Interviews habe ich schon das Stichwort “halbautomatische Kommunikation” ins Feld geworfen; gemeint ist damit eine Weiterentwicklung der automatisierten Statusmeldung. Wenn etwa mein Handy alle zehn Minuten die Position an den Server funkt, der dann eine Karte mit meinem Aufenthaltsort veröffentlicht. Wenn ich ein Konzert in meinen Online-Kalender eintrage und der von allein eine Mitteilung an diejenigen Freunde verschickt, die die Band in ihrer last.fm-Playlist haben. Wenn mein Browser merkt, dass zehn meiner Kontakte gerade ebenfalls auf einer bestimmten Website sind und deshalb einen Spontanchat eröffnet. Wenn mein XING-Account erkennt, dass ein passender Job irgendwo im Netz ausgeschrieben ist und eine automatisierte Vorabbewerbung mit Kurzlebenslauf schickt. Kurz: wenn eine intelligente, justierbare Automatik soziale Kommunikationsfunktionen übernimmt.

Viele dieser Funktionen sind technisch längst vorhanden, wie etwa der InstaMapper GPS Tracker, eine Applikation für Mobiltelefone, die noch deutlich zu sperrig für die tägliche Benutzung ist. Oder die automatisierte Meldung auf Twitter, wenn ein neuer Blogbeitrag veröffentlicht wurde. An dieser Stelle spätestens bemerkt man eine Sollbruchstelle der halbautomatischen Kommunikation: sie muss ziemlich geschmeidig daherkommen, um nicht zu anstrengend zu werden, sondern ihre Stärken ausspielen zu können – als “Intelligent RSS”.

Denn die halbautomatische Kommunikation ist zwar die Weiterentwicklung der Statusmeldung – damit sie aber für alle Beteiligten und mit so vielen Websites wie möglich funktioniert, erfordert sie nach meiner Einschätzung eine Art Internet-Betriebssystem mit einer leicht verständlichen, grafischen Oberfläche, damit die Nutzer selbst präzise einstellen können, wo was wann wie und an wen halbautomatisch kommuniziert werden soll.

Am nächsten an ein solches Webbetriebssystem heran kommt derzeit Facebook (wie schon häufiger diskutiert worden ist). Erst vor einigen Monaten wurde mit Facebook Connect ein großer Schritt in diese Richtung getan – nämlich die Verknüpfung von Facebook mit anderen Seiten, die bewirkt, dass die Aktivitäten auf eben diesen Drittseiten halbautomatisch auf Facebook kommuniziert werden. Der logische nächste Schritt für Facebook wäre hier die Entwicklung eines echten eigenen Browsers, der ganz nebenbei dazu führen würde, dass man die Community überhaupt nicht mehr verliesse.

Teile des Redesigns deuten auch darauf hin: viele Navigationspunkte wurden in die nicht bewegliche Fussleiste verlagert. Die Redundanz mit der Navigation auf der Fläche ist nicht zufällig – sondern soll den Nutzer daran gewöhnen, Facebook auch dann zu benutzen, wenn auf der Fläche des Screens eine andere Seite dargestellt wird. Dazu kommt, dass mit Cloud Computing Betriebssystem und Browser sowieso miteinander verwachsen – zu einem Betriebsbrowser, wie ich den technischen und sprachlichen Bastard taufen möchte. Die Office-Anwendungen von Google Docs in Googles Chrome Browser stehen hier für die exemplarischen Anfänge.

Mit einem echten eigenen Facebook-Browser (über dessen Ankündigung im Netz einiges zu finden ist, herausgekommen ist dann aber “nur” Connect) würde die halbautomatische Kommunikation in Form eines umfassenden Lifestreams über Nacht Realität, weil alles, was wir im Browser erledigen – bei mir wäre das ungefähr alles -, dann Teil unseres Kommunikationsstromes werden könnte. Ohne große Mühe lässt sich schließlich ein Szenario vorstellen, das die Veröffentlichungsmodalität unserer Daten umkehrt: nur, wenn ich das explizit auswähle, wird eine Information wie eine besuchte Website NICHT veröffentlicht. Das mag für viele Menschen im Moment unerhört klingen – aber der Schritt von der jetztigen Situation dorthin ist kleiner als von den Protesten über die 1987er Volkszählung zum durchschnittlichen XING-Profil von heute.

[Anm.: der Artikel war hier ursprünglich nur angeteast, die vollständige Version fand sich auf dem 01blog; ich habe hier jetzt auch aus Dokumentationsgründen den Text unverändert eingestellt]

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Sixtus vs. Lobo 3: Zukunft des Mobilfunks


Direktlink zu: Sixtus vs. Lobo – Zukunft des Mobilfunks

Nachtrag: eigentlich wollte ich das Video total elegant ohne jeden Text posten, jetzt möchte ich aber doch nochmal darauf hinweisen, dass es sich um eine der ganz, ganz, ganz wenigen Sendungen im deutschen Fernsehen handelt, die unter einer Creative Commons Lizenz (CC-BY-NC-SA 3.0) veröffentlicht werden (sonst meines Wissens nur der Elektrische Reporter auf dem ZDF Infokanal – und, Nachtragsnachtrag: auch einige Sendungen auf dem NDR). Da die Sendung neues, die um Sixtus vs. Lobo herumgesendet wird, nicht nur auf 3sat läuft, sondern auch Montag Nacht um kurz vor zwei auf dem ZDF wiederholt wird, scheint es, als sei mit dieser kleinen Videoglosse tatsächlich die Funktionsweise des Internet in die deutsche Fernsehlandschaft eingezogen. Dazu kommt, dass es sich nach meinen bisherigen Recherchen (Twitter-Pressestelle hat noch nicht, bzw. noch nie geantwortet) um die weltweit erste TV-Sendung handelt, die aus Twitter heraus entstanden ist (#twitter2tv). Zu gegebener Zeit werden wir laut kreischend in Presse, Funk und Fernsehen nocheinmal darauf hinweisen.

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Freitagsbeschwerden schon montags

vorbeitagIch bin ein komischer Typ; ab und an befällt mich beim Lesen eines Textes ein Unwohlsein, das mich zur sofortigen Distanzierung zwingt. Heute hat der Freitag einen Kommentar veröffentlicht, den ich grauenvoll finde. Es handelt sich um einen vollkommen ungebrochenen Lobgesang (gefunden via @mspro) auf Hugo Chávez, den Präsidenten von Venezuela. Chávez ist ein äußerst problematischer Staatschef mit äußerst problematischen Freunden: er unterdrückt die Freiheit der Presse, betreibt zweifellos Clanwirtschaft und ist an einer kritischen Demokratie nicht die Bohne interessiert. Einzelverlinkungen erscheinen mir an dieser Stelle überflüssig, Interessierte mögen per Google selbst ihre Informationstiefe ausbauen.
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Sixtus vs. Lobo 2: Cybermobbing

Damen und Herren, die zwote Folge von Sixtus vs. Lobo zum Thema Cybermobbing lief soeben auf 3sat neues und jetzt auch im Internet auf der eigens eingerichteten Videoblog-Seite Sixtus vs. Lobo sowie natürlich auch hier. Der Videocast steht famoserweise unter einer geeigneten CC-Lizenz (BY-NC-SA), daher: Spread the work!


Direktlink zu Sixtus vs. Lobo – Cybermobbing

Nocheinmal sei angemerkt, dass es uns nicht darum geht, Cybermobbing zu erklären – denn das passiert die ganze Sendung neues über, an deren Ende wir versendet werden.

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Zwischendurch erklärt: How Twitter changed my life

Eine Slideshare-Präsentation fasst sehr charmant zusammen, wie Twitter das Leben einer jungen Studentin (@minxuan) aus Kalifornien verändert hat. Die Erkenntnisse lassen sich nicht vollständig auf Deutschland übertragen, einige Empfehlungen (“Don’t use the web”) teile ich hinaus nicht – aber hübsch anzusehen und sinnvoll ist es vor allem für Anfänger.

View more presentations from Minxuan Lee. (tags: micro twitter)

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Türfail

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Obwohl ich kein Schadenfreudenfreund bin, ist mir das Failblog – das “Pleiten, Pech und Pannen” des Internets – eine Empfehlung wert; dort erklärt sich schnell auch die Mechanik des Fails, in die man sich hervorragend hineinsteigern kann. Der hier abgebildete Türfail ist allerdings etwas subtiler, so dass eher meine Lieblingsgruppe auf flickr dafür in Frage kommt: Minor Urban Disasters.

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Wolfgang Schäubles Website gehackt

schaeuble_gehackt

Eine seit einiger Zeit bekannte Sicherheitslücke des Content Management Systems Typo 3 hat dazu geführt, dass Wolfgang Schäubles Website wolfgang-schaeuble.de gehackt werden konnte. Passenderweise wurde zum Safer Internet Day am 10. Februar unübersehbar ein Link auf die Seite vorratsdatenspeicherung.de gesetzt. Einen Hack der Seite gab es schon einige Male, es bietet sich aus der Sicht einiger übermütiger Aktivisten ja auch geradezu an.

Interessant für mich ist daran eher der zeitliche Verlauf und was man daraus lernen kann:
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Jetzt ‘ne Zeitschrift

zeitschrift_leasingBisher stand ich der neuen Werbekampagne des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (“Jetzt ‘ne Zeitschrift“) eher skeptisch gegenüber. Zu platt werden angebliche Vorteile von Zeitschriften inszeniert, gleichzeitig tut die Werbekampagne der Düsseldorfer Agentur BBDO so, als gäbe es das Internet nicht – das mobile schon gar nicht. Zu Recht hat man sich erst heute morgen auf dem Fachblog off the record über die mauen Anzeigen beschwert. Zwei neue Motive allerdings drehen meine Wahrnehmung der Kampagne ins Positive – denn mit Witz und Selbstironie nähert man sich nun dem Thema Zeitschriften an, die Plattheit wird nicht ungeschickt gebrochen.

Ich mag an dieser Stelle ein wenig voreingenommen sein, denn trotz einer gewissen Entfremdung vom Papier schreibe ich ja auch eine Kolumne in der Printzeitschrift Tomorrow. Aber bestimmte Vorteile haben Papierzeitschriften auch objektiv gesehen zweifellos – und einen guten Teil davon stellen die beiden neuen Anzeigenmotive auf interessante Weise in den Mittelpunkt:
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